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Der Israelit · 1903-03-09 · Heft 19 (9.3.1903) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 19 (9.3.1903)
Date
1903-03-09
Page
– (sequence 3)
Language
German
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bieten würde, sei Gott ihm zuvorgekommen, indem Er anordnete, jedes Jahr, am ersten Adar, soll wegen der n^pr? Spende bekannt gegeben werden, d. h. Gott ließ die Ausrottung Seines Volkes nicht zu, das sich von jeher so opferwillig, so hingebend für sein Heiligthum und für seinen Dienst gezeigt." Mordechai sucht nun mit allen ihm zu Gebote stehenden Mtteln die drohende Gefahr abzuwenden. In Folge seiner wiederholten, eindringlichen Aufforderung entschließt sich Esther endlich, beim König für ihr Volk sich zu verwenden, ungeachtet dessen, daß ihr u n - gerufenes Erscheinen ihr eigenes Leben gefährdet. Aber auch ihre Glaubensgenossen dürfen nicht ganz unthätig dabei sein. Sind sie bezügl. des einen Vergehens durch Mordechai's Standhaftigkeit, zurechtgewiesen und zur aufrichtigen Einkehr gemahnt worden, so müssen . sie auch das andere soviel wie möglich gutzumachen suchen. Haben sie der Versuchung, an der Königl. Tafel sich gütlich zu thun, nicht getrotzt, so gebe es dafür nur eine Sühne, wenn sie sich in Enthaltsamkeit üben und ihre Begierde zu beherrschen lernen. Drei Tage sollen sie weder Speise noch Trank zu sich nehmen. Nun verstehen wir auch, daß Esther gerade auf das Fasten einen besonderen Nachdruck legt. (Schluß folgt.) ZeitungsnaHriHLru unv Eorresponvetrzen. Deutschland. Frankfurt a. M. Dieser Tage hielt die „Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler" ihre Generalversammlung unter dem Vorsitze von CH. Hallgarten ab. Den Geschäftsbericht erstattete Direk. Frauberger-Düsseldorf. Die Schwierigkeiten, die sich der vor einigen Jahren gegründeten Gesellschaft in den Weg stellten, waren groß, da brauchbare Photographien alter Synagogen und Kultusgeräthe nicht vorhanden Paren, bei der Aufnahme der oft versteckt liegenden Synagogen sich allerhand Unzuträglichkeiten ergaben, Frauberger des Hebräischen nicht kundig ist und nur in seinen freien Stunden sich mit der Sache beschäftigen konnte. Trotzdem ist mit den bescheidenen zur Verfügung stehenden Mitteln Außerordentliches geschehen. Frauberger besuchte die jüdischen Ausstellungen in London, Paris und Wien, die alterthümlichen Synagogen in Worms und Prag, besitchigte Fürth und Amsterdam, bereiste dann auf Kosten des Herrn Hallgarten in Begleitung eines Künstlers und stellenweise eines Antiquitätenhändlers ganz Italien, wo aber nur Gegenstände aus dem späten Mittelalter und der Renaissance gefunden wurden. In der Zeit ihres Bestehens hat die Gesellschaft Mk. 29,750 ausgegeben, u. A. für Restauririüng des Bades in Friedberg 1500 Mark. Frauberger hielt 15 Vorträge in verschiedenen Städten Deutschlands. Von Publikationen erschienen zwei Hefte und ein Notizblatt; Heft 3, Notizblatt 2 und 3, möglichenoeise auch 4, werden im Laufe des Jahres erscheinen. Nach Beendigung des Berichts dankte der Vorsitzende Direktor Frauberger für seine eifrige Thätigkeit. Wahlen hatten nicht stattgefunden. Mitgetheilt wurde, daß an Stelle des verstorbenen Gg. Speyer, Wilhelm V. Bonn die Kassawahrung übernommen hat und Rabbiner Dr. Scligmann in den Vorstand kooptirt worden ist. Hamburg, 5. März. (Gründung neuer Kinderhorte.) In weiteren Kreisen der Deutsch- Israelitischen Gemeinde hatte man schon längst den Wunsch, für die Kinder der minderbegüterten Gemeindemitglieder Kinderhorte einzurichten. Dieser Plan scheint jetzt der Verwirklichung entgegen zu gehen. Denn mehrere Institutionen, wie die Henry-Jonesloge, der „Israelitische Humanitäre Frauenverein", sowie eine Anzahl von Lehrern und Lehrerinnen wollen jetzt die Errichtung dieser Horte energisch in die Hand nehmen. Unter der Leitung von Lehrern und Lehrerinnen soll in den Nachmittagsstunden, und zwar in räumlich getrennten Anstalten, für Knaben und Mädchen, den Kindern ein Heim geboten werden, wo sie unter Aufsicht in gut ventilirten Räumen ihre Schulaufgaben erledigen und ihren Spielen nachgehen können. Es soll nur ein geringes Entgelt erhoben werden und die Eröffnung des ersten Kinderhortes bereits im April d. I. erfolgen. Das Komitee besteht aus den Herren Gustav Tuch, Vorsitzender, Sigismund Weil, stellvertr. Vorsitzender, Frl. M. Marcus, Oberlehrerin der isr. Töchterschule, sowie einer weiteren Anzahl von Damen und Herren. Kattowitz (Oberschlesien). Am Eref Rosch chodesch Adar fand, wie alljährlich, das Stiftungsfest der „Chevra kadischa und bikur cholim" statt. Am Vormittag war Gottesdienst in der Synagoge, verbunden mit einer Seelenandacht für die im Laufe des Jahres dahingeschiedenen Gemeindemitglieder und anderer bedeutender Männer unseres Glaubens, und Abends Festessen im Stadthaussaale. Die enorm zahlreiche Betheiligung an der Festveranstaltung zeigt von der großen Beliebtheit des Vereins und gilt stets als ein besonderes Zeichen der Anerkennung für die wahrhaft aufopfernde Thätigkeit des Vereinsvorstandes, der unter Führung seines hochherzigen, bei allen Liebeswerken voranschreitcnden Vorsitzenden, Herrn L. A l t m a n n, an edlen Werken der Wohlthätigkeit auch ganz Hervorragendes leistet. Der Vorsitzende begrüßte in seiner herzlichen Weise die so zahlreich Erschienenen und brachte alsdann ein begeistert aufgenommenes Hoch auf den Kaiser aus. Darauf toastete y*kt.d p’-san ,csnn Siadtrath Wiener, Vorsitzender des Gemeindevorstandes, auf den

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