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Der Israelit · 1903-03-05 · Heft 18 (5.3.1903) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 18 (5.3.1903)
Date
1903-03-05
Page
– (sequence 18)
Language
German
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soll, von dem die halachischen Arbeiten zeugen, oder mehr den hohen Gesinnungsadel, der aus dem selbstlosen Leben und Wirken dieses Großen in Israel uns in jedem Zug entgegen leuchtet. Das Werk ist von den Herren Rabbiner Meise! in Lodsz und Rabbiner Jizchek Blaser, früher Rabbiner in St. Petersburg, in überaus warmer Weise approbirt. — Der Herausgeber, ein Sohn des Verfassers, hat die Ausführungen seines Vaters durch werthvolle Roten und Anmerkungen bereichert, und so Freunden der Thora eine reiche Fülle jüdischer Geistesschätze geboten, die dem Werke die thätigen Sympathien aller Freunde und Gönner der Thora zu sichern geeignet sind. L. K. Ainitai. L’Edorado retrouve. L’Etat id6al unreve? Prec6dd d’un article „les deux Trompettes“ L propos de „Jericho.“ par M. Edmond Picard. Bruxelles. l902. Der Antisemit M. Edmond Picard hat das unbestrittene Verdienst, durch seine verschiedenen, Expektorationen Herrn Amita! die Feder in die Hand gedrückt zu haben. Die Abwehr des Herrn Amita! ist immer so . elegant, geschickt zum Geiste und zum Herzen sprechend, daß man die plumpen Angriffe ganz darüber vergißt, gegen welche sie gerichtet ist. Schon zum dritten Male leuchtet der geniale Verfasser dem antisemitischen Raufbold heim. Aber in der vorliegenden Schrift ignorirt er ihn vornehm. Er sagt nur durch einige Worte in der Einleitung, worum es sich handelt,- und setzt den Verleumdungen der jüdischen Rasse und des jüdischen Gesetzes, eine Schilderung eines Jdealstaates entgegen, wie er sich unter dem Regime des Gottesgesetzes gestaltet. Es hat diese Schilderung nichts mit der Darstellung eines Vellamy und anderer Phantasten gemein, denen man das Märchenhafte und Unmögliche in jedem Zuge ansieht. Sondern an der Hand der heiligen Schriften führt uns der Verfasser in den Kreis eines Volkes, welches sein Leben, nach den Satzungen dieser Schriften aufb'aut. Er führt uns auf's Land, in die Stätten der Justiz, zeigt uns das Militärwesen, die Feste, den nationalen Tempel, die Hauptstadt, in der es keine Kasernen und keine Gefangenenhäuser gibt, entwirft uns ein Bild vom Stande des Ackerbaues, des Handels, der Industrie, der Kunst und Wissenschaft, alles so schlicht, klar und wahrheitsgemäß überzeugend, daß man von der Ueberzeugung erfüllt wird, dieser Jdealstaat sei kein Traum, brauche es jedenfalls nicht zu bleiben, wenn ihn auch Vorurtheil und Unkenntniß dafür ansehen. Eine schönere, vornehmere und wirksamere Widerlegung aller antisemitischen Angriffe auf unser heutiges Schriftthum und seine Träger dürfte es kaum geben. Daß wir seinen Anwürfen, diese anmuthige, geist- und gemüthvolle Schrift verdanken, ließe uns den Antisemiten Picard in der That milder beurtheilen, wenn er nicht durch Herrn Amita! gänzlich abgethan wäre. Aliögcwahlte Gebote und Psalmen. Für Schulzwecke übersetzt und mit Erklärungen versehen von Dr. S. A p o l a n t, weil. Dirigenten der zweiten Religionsschule und Religionslehrer an der Mädchenschule der jüdischen Gemeinde zu Berlin. Frankfurt a. M. 1903. I. K a u f f m a n n. Preis in Leinwand gebunden Mk. 2.25. Das vorliegende Buch ist für die Hand des Lehrers beim hebräischen Unterricht bestimmt, und, aus der Feder eines tüchtigen Pädagogen stammend, wird es auch der Schule gute Dienste leisten. Der größere Theil der gewöhnlichen Gebete ist hier in deutscher Uebersetzung wiedergegeben. An die einzelnen Stücke knüpft sich eine Inhaltsangabe, die in geeigneter Kürze den Grundgedanken hervorhebt und dann auf die einzelnen Theile des Stückes eingeht. Gerade hier ist dem Lehrer Gelegenheit zu Besprechungen gegeben, die den Unterricht in der Tefillah zu einem lebendigen und interessanten zu machen geeignet sind. An die Inhaltsangabe reiht sich dann die Sinnerklärung der einzelnen Ausdrücke an, und dann folgt der Hinweis der Gebetsprache auf die der Bibel, d. h. die hebräischen Redeweisen werden in der Bibel nachgewiesen. Ein Unterricht in der Weise gegeben und vertieft, wie er hier vorgezeichnet ist, muß interessant und anregend wirken, und darum auch fruchtbar sein. Der zweite Theil des Buches besteht aus den Uebersetzungen und Sinn- und Inhaltserklärungen von vierzig Psalmen, zumeist denjenigen, die dem Gebetbuch cingereiht sind. Auch hier bewährt sich der Verfasser als Systematiker und guter Denker. Der pietätvolle Sinn der Familie des am 5. September 1898 verstorbenen Verfassers hat das nachgebliebene Manuskript dein Drucke übergeben und ihm damit ein ehrenvolles Denkmal gesetzt. Herr Rabbiner Dr. Jacob in Göttingen hat das Werk mit Quellennachweis der Gebete und sonstigen werthvollen Anmerkungen vdrsehen. Herr Schuldirektor Dr. Adler zu Frankfurt am Main, der sich um die Drucklegung bemüht , hat in einem warm empfundenen Vorwort einen kurzen Abriß des Lebensganges des Verf. gegeben. Wir wünschen dem von der Verlagsbuchhandlung schon ausgestatteten und mit dem wohlgetroffenen Bildniß des- Verfassers versehenen Werke eine weite Verbreitung. B. Zeitungsnachrichten und Eorrespondenze«. Deutschland. Berlin, 22. Febr. Dieser Tage tauchte nach langer Abwesenheit im Reichstag Ahlwardt wieder auf. der Mann, der einst in der Geschichte der Berliner Bewegung und des Antisemitismus eine große Rolle gespielt hat. Heute ist er längst, wie auch der Vater der christlich-sozialen Bewegung, Herr Stöcker, ein todter

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