Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 18 (5.3.1903)
- Date
- 1903-03-05
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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378 faltigfeit, und diese tausend- und abertausendsaktige, | seinem Zwecke entsprechende Verschiedenheit ist Zufall? Und diese Welt, ihre Entstehung, ihre Einrichtung und die unergründliche Weisheit, die ihre Einrichtung durchzieht, ist Zufall? — Wohlan! Ist jemals durch zufälliges Hin- und Herschieben und Jneinanderfallen einer Anzahl Rädchen, Schräubchen und Häkchen eine — Taschenuhr entstanden? Hat sich jemals durch zufälliges Zusammenrollen von Rädern, Stangen und Kolben, Kessel und Röhren eine Dampfmaschine von selbst zusammengesetzt? Nicht wahr, der Gedanke hieran schon ist ein Paradoxen. zu deutsch, ein Widersinn, und ein Widersinn ist es, die Welt, diese in harmonischem Einklänge sich bewegenden, mit Haaresschärfe ineinandergreifenden Körper durch zufälliges Zusammenfließen und Zusammenschieben von Atomen, Molekülen und Körpern entstanden zu denken! — ixz% •oyw D'.*io „Richtet zu: Höhe euer Auge," ruft der Prophet. (Jesaias K. 40,93..26.) „Richtet zur Höhe euer Auge und sehet, wer hat diese geschaffen? Wer ist's, der ihr Heer gezählt hinausführt, der jegliches mit Namen ruft, daß, wie reich an Wirkung, wie mächtig an Kraft, doch keines aus der gewiesenen Bahn stch sondert?" Und wahrlich, man braucht kein Philosoph, kein großer, denkender Geist zu sein — ein Blick nach dem gestirnten Himmel genügt, um die Frage zu erwecken: •fix x*o „Wer hat diese geschaffen? Und die Antwort — sie steht ja mit scharfen Zeichen geschrieben — in den regelmäßigen Bahnen, die sie alle da oben wandeln, in dem Gehorsam, dessen alles sich befleißigt, in der Harmonie, die da herrscht, dem Einklang, der da waltet, der Ordnung, die da regiert. Aber auch eine andere Antwort auf die Frage: *nbx x*D D. weiß der Prophet. Sie lautet: n nbxs 'fix nsüv xbn nrr> xAn pxn xnatp in*::. „Hast du nicht erfahren, nicht gehört? Ein Gott für immerdar ist Gott, der erschaffen die Enden der Erde." rvvL> xbn ,wrr »An. Hast Du. es nicht in deiner eigenen Geschichte erfahren, nicht in der Geschichte der Menschheit gehört? Schaue dich um in deiner eigenen Geschichte, lies in der Geschichte de: Menschheit; lies es durch, das Buch der Geschichte von Anfang zu Ende und, wenn du am Ende bist, vom Ende zum Anfang; lies mit Sinn und Gedanken und überblicke das Gelesene mit geistigem Auge — du findest dann einen Zusammenhang der scheinbar lose zusammengewürfelten Ereignisse. Belangloses bekommt Wichtigkeit, Unbedeutendes Bedeutung. Episoden rücken an das Häuptereigniß heran, setzen sich als nothwendiges Glied an dasselbe und dieses selbst bildet ein zusammenhängendes Ganze, zusammengehalten von einer Seele und diese Seele ist Gott, der alles vorausgesehen, voraus — bestim mt tvev xbn ,nm* xbn. In der Erfahrung, die du in deiner eigenen Geschichte gemacht, mußte du den pxn roxp x*na wahrgenommen, in der Geschichte der Menschheit mußt du Ihn erblickt haben Jakobs Söhne hätten aber in Egypten den xiw pxn mp zu sehen verlernt. Das Buch der Natur mußte also augenfällig vor ihnen aufgerollt, das der Geschichte aufgeschlagen werden. Gott rüttelte an dem Wrltgebäude. Die Ströme zeigten Blut, die Wolken regneten Feuer, die Sonne hörte auf zu kreisen, und dos ' menschenscheue Gethier kroch aus feinen Sümpfen, türmte aus seinen Wäldern — das Naturgesetz löste ich auf — und, als zehnmal in auffallender Aufeinanrerfolge an dem ewigen, festen Gesetze gerüttelt wurde, dann zeigte der „Sturz der Egypter in das Schilfmeer ren Zweck" und lenkte den Blick auf die. in Jahresfrist sich zugetragenen Ereignisse. Ein Abschnitt seiner Geschichte lag abgeschlossen vor Israel da. und es fing an. dieselbe zu begreifen. Ja, erst der Sturz der Egypter in das Schilfmeer zeigte Israel die „Wunder in Mizrajim." nx bxiv x-n orr ne» bv no emo rur bx-«P' rni on*» nw -iipx nbnsi Tn. „Und Israel sah Mizrastm todt an des Meeres Ufer. Da sah. Israel die große Hand, welche Gott an Mizrajim geübt." Der Anblick der Leiche Egyptens erst, ließ Israel sehen, was Gott ihretwegen in Mizrajim gethan. — Sinnig faßt diesen Gedanken der Midrasch in Folgendem zusammen: sme2 vrvff m tt'cxnt? ma ariav trsx rax -> -ex ab nmo3 72V2X -Lx.-e» iraxrr xbr vrtn epn joren *icx:ip lT2pn bv M*."N22 L'N bp 1X2» p'3 ^'mbsZ NX A'3tOT .T2 W2Xn ID BStPO NW "jW „Rabbi Avoho sagt: Gleichwohl sie doch schon in Mizrajim den Glauben gewonnen hatten, wie es heißt: Und das Volk glaubte; schwankten sie in demselben doch wieder, wie es heißt: Unsere Väter in Egypten brachten sich Deine Wunder nicht zum „Bewußtsein"; als sie aber an's Meer kamen u. da sie die Wunder Gottes sahen, wie Er Gericht gehalten über die Frevler sogleich: glaubten sie an. Gott." — Piesen in Egypten vorbereiteten, am Meere feste Gestaltung angenommen habenden Glauben wollte Amalek durch sein Auftreten Israel rauben; er wollte durch sein Eingreifen Israel das aus dem Herzen reißen, was es in diesem großen Jahre gewonnen; er wollte mit einem Schlage das zu nichte machen, was den Untergang eines Kulturvolkes gekostet hat; er wollte Israel seinen Glauben an Gott rauben; und schon wankten einige Schwächlinge -pnx «bipnin ba -ja bis durch das Heben und Senken der Hände Mofche's, die immer einen Sieg bezw. einen Verlust auf Seiten Israels zeigten, das noch einmal demonstrativ gezeigt wurde, was Israel in Mizrajim und am Meere gesehen. — Ist's also angesichts solcher Absicht zu verwundern, daß wir nicht nur jedes Jahr, sondern jeden Tag daran denken sollen, Amalek's Andenken auszulöschen! Auch nur der leiseste Keim einer Amalek'schen Lebensansicht muß der Jude aus seinem Herzen tilgen, und daß wir dieses thun und daß wir uns bestreben wollen, nbtp xs2m bbv «PH nwtp. daß Gottes Name und Sein Thron ganz werde, das schwören wir im Herzen am Schabbos Sochaur. ' .