Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 17 (2.3.1903)
- Date
- 1903-03-02
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Zeitungsnachrichten und-Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 24. Febr. Eine Ehrung für Heinrich R i d e r t darf der freudigen Antheilnahme weitester Kreise unserer Glaubensgemeinschaft, welche dem wackeren Begründer und Leiter des,, Vereins zur Abwehr des Antisemitismus" Dankbarkeit und Verehrung bewahren. gewiß sein. So erübrigt es sich, dem nachstehenden Aufruf, um dessen Veröffentlichung wir ersucht werden, eine befürwortende Empfehlung hinzuzufügen: Eine Rickert-Stiftung zur Begründung von Volksüibliotheken in wenig bemittelten Gemeinden. Allzu früh für die Förderung der Volkswohlfahrt ist Heinrich Rickert uns entrissen worden. Auch für die „Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung" bedeutet sein Heimgang einen unersetzlichen Verlust. Seit 1883 war der Verewigte erster Vorsitzender dieser Gesellschaft. Unter seiner hingebungsvollen Leitung sind Umfang Mu> Arbeitsleistungen derselben vervielfältigt, der Bestand an körperschaftlichen Mitgliedern von 651 auf 3163 gesteigert worden. In verehrungsvollem Gedenken des rastlosen Wirkens des Entschlafenen werden Rickerts Freunde und alle Freunde der Verbreitung und Vertiefung unserer Volksbildung zur Begründung einer Rickert-Stiftung aufgefordert. Die hierfür eingehenden Mittel sollen einen Bestandtheil des Vermögens der „Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung" bilden und vom Vorstände der Gesellschaft als gesonderte, unter obigem Namen zu verwaltende Stiftung ausschließlich zur Begründung und Erweiterung von Vollsbibliotheken in unbemittelten Gemeinden benutzt werden. Bibliotheken, die nach freier, unbeeinflußter Wahl der örtlichen Verwaltungen die besten Werke unserer volksthümlichen Litteratur enthalten, sind ein Bildungsmittel von der weittragendsten Bedeutung für größere Theile unseres Volkes. Den kleineren und unbemittelten Gemeinden diese Bildungs- Einrichtung, die sie zur Zeit noch vielfach entbehren müssen, zu gewähren, war Heinrich Rickerts Ideal gerade in seinen letzten Lebensjahren. So soll sein Name in dem von ihm begründeten Werke fortleben. Beiträge werden an den Unterzeichneten Schatzmeister der Gesellschaft. Herrn Verlagsbuchhändler Rudolf M osfe, Berlin SW. 19., Jerusalemerstraße 48/49, erbeten. Quittung erfolgt außer in der Tagcspresse in dem Orgun der „Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung": „Der Bildungs-Verein." v Dr. W. Abegg, Kommerzien- und Admiralitäts- ,-iath a. D., Berlin, Dr. Ahlmann, Bankier, Kiel, Pros. Dr. Andries, Köln a. Rh., Geh. Kommerzienrath Arnhold, Berlin, R. Bahn, Kommerzienrath, Sorau N.-L., Rechtsanwalt Dr. E. Ball, Berlin, Generaldirettor Ballin, Hamburg, Dr. Barth, M. d. R. u. A., Berlin, Generalsekretär Dr. W. Beümer, Düsseldorf, M. d. R. u. A., Dr. W. Blum. Heidelberg,' Dr. V. Böhmert. Geh. Negierungsrath und Professor, Dresden, Dr. Bürklin, General-Intendant, M. d. R., Karlsruhe i. B.. Vüsing, Geh. Finanzrath, Vizepräsident d. R.. Schwerin i. M.. Prinz Heinrich zu Schönaich-Earolath. Standes- und Majoratsherr, M. d. R. und Herren-Hauses, Schloß Amtitz, L. Clasniher, Lehrer, Vorsitzender des Deutschen Lehrervereins, Friedrichsfelde b. Berlin, Dr. Crllger, Anwalt der Genossenschaften, M. d. A., Charlottenburg, Geh. Kommerzienrath Damme, Danzig, Dr. Diels, Professor, Geh. Negierungsrath, Berlin, A. Ernst, Direktor der Kaiserin Augusta Viktoria-Schule, M. d. R., Schneidemühl. Dr. Gärtner, Professor, Breslau, Dr. Gensel, Justizrath, Leipzig, Charles Hallgarten, Frankfurt a. M., Dr. jur. Fr. Hammacher, M. d. R. u. A.. Berlin, Verlagsbuchhändler Kafemann, - Danzig, Fritz Kalle, Professor, Stadtrath, Wiesbaden, Oberbürgermeister Kirschner, Berlin, Redakteur A. Klein, Danzig, Oberbürgermeister Köhler, Worms, Justizrath Dr. Krause, Vizepräsident d. A.-H.. Berlin, Bürgermeister Kiinzer, Posen. Kommerzienrath I. Löwe, Berlin, Max May, Heidelberg, Rudolf Masse, Vertagsbuchhändler, Berlin, Dr. Paul Nathan, Berlin, Jakob Nordheim, Kaufmann, Hamburg, Dr. phil. H. Pachnicke, M. d. R., Berlin, Dr. Arthur Pfungst, Frankfurt a. M-. Dr. Jul. Post, Professor, Geh. Ober-Regierungsrath, Berlin, Richard Roesicke, M. d. R., Berlin, K. Schräder, Eisenbahn-Direktor a. D., M. d. R., Berlin, Kaufmann James Simon, Berlin, Dr. med. E. von d. Steinen. Düsseldorf, I. Tews, Lehrer, Berlin, A. Träger, Justizrath, M. d. R. u. A., Berlin, Weiß, Rechtsanwalt und Notar, Danzig. Dr. Werner, Ober- Rabbiner, München, Witting, Geh. Negierungsrath, Direktor der Nationalbank, Berlin. Berlin, 27. Febr. Unter der Ueberschrift „Wie Professor Delitzsch Geschichte schreibt", wendet sich im „Generalanzeiger für die gesummten Interessen des Judenthums" Dr. S. Bernfeld gegen den „berühmten" Assyriologen mit längeren Ausführungen, denen wir Folgendes entnehmen: Im zweiten Vortrag über „Babel und Bibel", der nunmehr gedruckt vorliegt, ist auf S. 26 wörtlich Folgendes zu lesen: „Nicht anders verhält es sich mit beif Gesetzgebung vom Sinai, der sogenannten Bundesschließung Gottes mit Israel.' Ist doch der rein menschliche Ursprung und Charakter der israelitischen Gesetze noch leicht genug durchschaubar! Oder sollte Jemand wagen zu behaupten, daß der dreimal heilige Gott, der mit Seinen eignen Fingern „Io tiktol“ „du sollst nicht tödten" in die Steintafel geschrieben, im selben Athemzuge die Butrache sanktionirt habe, die