Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 15-16 (26.2.1903)
- Date
- 1903-02-26
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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44. Jahrgang. , rke Aeilage zu J& 15 ä-16 des „Israelit". Die Kompetenz des Rabbiners. Li» n'2 Pos herMmgelldei ans Kagitn. Mainz, 23. Februar. Herr Moritz Kraus aus Ngir-Mada ersucht uns um Aufnahme eines fulminanten Artikels, in welchem der mühevolle Versuch unternommen wird, die Ausführungen des in Angelegenheit der dortigen Schochetfrage in unserem Blatte unter obiger Aufschrift erschienenen Artikels, zu widerlegen. Form und Inhalt dieses Schreibens gestatten uns nicht den Abdruck desselben in unserem Blatte. Doch wollen wir dem Grundsätze crnx;'z r-cc* insofern gerecht werden, daß wir die einzelnen Behauptungen punktweise reproduziren. Wir überlassen unserem Herrn Referenten, seinen Standpunkt zu rechtfertigen. Herr Moritz Kraus will im Namen des Vorstandes folgende Momente als Thatsachen festgestellt wissen: . 1) Zu unserem gewesenen, nunmehr Koßoner Rabbiner hatten wir bis zum verflossenen Sommer keinerlei Beziehungen. 2) Rabbiner Brach war bei uns nicht verschiedenen Kränkungen ausgesetzt. Wir überschritten ihm gegenüber nie die Grenzen des Anstandes und des Respekts, den man einem Rabbiner zu zollen verpflichtet ist. , 3) Der Koßoner Rabbiner hat nicht vor dem p-pn px die ihm in den Mund gelegten Aeußerungen gethan. 4) Die Rabbiner haben aus persönlichem Haß (!) eine Hetzjagd gegen ihn veranstaltet, weil sie seinen Sieg voraussahen. 5) Der Koßoner Rabbiner hat nicht die Menge bethört. Vielmehr hat die ganze Gemeinde, die an ihrem gewesenen Rabbiner mit grenzenloser Liebe (?) hängt, ihm einige Male den Rabbinatsbrief angeboten, dessen Annahme er aber immer verweigerte. ~ 6) Man trachtete nicht, galizische Rabbiner durch Geld für die Sache zu gewinnen. Dies wäre auch nicht möglich gewesen. 7) Rabbiner Brach hat aus fanatischem (sic!) Zelotismus und aus Rachsucht gleich nach Antritt des Rabbinats den damals amtirenden Schochet auch geassert. 8) Rabbiner Brach hat sämmtlichen Schochtim seines Bezirks strengstens verboten, für ein hiesiges Gemeindemitglied zu schächten. 9) Als wir den Schwager des Koßoner Rabbiners gewählt und Rabbiner Brach seine Zustimmung verweigerte, verlangte der Vorstand die Motivirung seines Vorgehens und erklärte sich bereit, falls die Motivirung sich als stichhaltig erweisen werde, von der Wähl abzustehen. Rabbiner Brach wollte aber nur einem Beth Din seine Gründe vorlegen. . Die. kostspielige Zusammensetzung eines solchen konnten wir aber nicht gestatten. < - : 10) Während des ganzen Sommers urgirten wir die Zusammensetzung eines Beth Din, doch Rabbiner Brach wußte dies zu vereiteln. - Erst nachher lvendeten wir uns an den Koßoner Rabbiner. 11) Als Wallfahrer und Scheinanhänger des Szigeter Rabbiners, gelang es Rabbiner Brach, durch allerlei Vorstellungen von utohd vjü einen *vd*x zu entlocken (!), welchen jedoch drei angesehene Rabbiner, mit Rabbiner Reich aus Budapest an der Spitze, und im Einverständniß der fünf in dieser Angelegenheit leitenden Rabbiner, öffentlich revozirten. (?) 12) Der Koßoner Rabbiner erhält täglich unzählige Sympathiekundgebungen von Laien und Rabbinen. Zu diesen fast wörtlich citirten Behauptungen hat unser Referent Folgendes zu bemerken: Betr. 1 und 2. Diese eine Thatsache, daß über den Kopf des in Amt und Würde befindlichen Rabbiners, seinem Vorgänger das Rabbinat zu wiederholten Malen angeboten wurde, beleuchtet zur Genüge den Respekt und Rechtssinn des Vorstandes. Solange der kompetente Rabbiner laut p und Landesgeseh seines Amtes waltet,, wird kein besonnener Vorstand oder keine Gemeinde die Rabbinatswürde, wenn , auch vis b-pb bj? xSts», feilbieten. Laut Eingeständnis des Vorstandes in Punkt 5 ist dies aber in Mada geschehen. Betr. 3. Im j'-i jvb pcs der fünf Gedaulim, sowie in den Zustimmungen der übrigen Rabbiner, die lhcils im aex nn, iheils in der äbqedruckt wurden, sind die dem Koßoner Rabbiner in den Mund gelegten Morte als unwiderlegte Thatsachen konstatirt. Wir haben zu diesen Auslassungen kein Wort hinzugefügt, vielmehr aus ästhetischen Gründen mehrere markante Kraftausdrücke weggelassen. Wir haben auch keine Ursache, die Glaubwürdigkeit dieser zu bezweifeln: . -;• ' Betr. 4. Die in Rede stehenden, mmn .’bn stehen viel zu hoch, als daß ich sie gegen solche.Anwürfe in Schutz nehmen sollte.; . . . . . . . Betr. 5. Der Artikelschreiber scheint seine gren-. zenlose Liebe für den Koßoner Rabbiner, erst nachträglich entdeckt zu haben.. Denn bekanntlich war,Rabb. Rottenburg während seines Amtirens in Mäda — viel-., leicht noch größeren Anfeindungen ausgesetzt, als sein