Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 15-16 (26.2.1903)
- Date
- 1903-02-26
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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332 Damit spielte Pater Firmian auf einen Versuch an, den er vorige Woche gemacht hatte, um dem Knaben das Wesen der Dreieinigkeit zu erklären. Sei es, daß der Gegenstand für den Knaben noch zu subtil war. sei es, daß der Pater nicht den rechten Ton getroffen hatte, der Knabe konnte sie nicht begreifen. Auf die Frage des Lehrers, was er denn eigentlich dagegen habe, erklärte er kurz: das kleine Einmaleins, das doch lehre, 3 X 1 sei 3 und nicht 1. Der Lehrer sah ein, daß es noch Hersrüht war, den Knaben für die Dogmen des Christenthums zu gewinnen und nahm in dem täglichen Unterricht fürs erste ganz davon Abstand. Der Knabe fügte sich zwar auch in diesem Punkte vollständig der streng kirchlichen Hausordnung.' Er besuchte täglich die Messe in der Schloßkapelle, die sein Lehrer celebrirte, er verrichtete bei Tisch und bei sonstigen Anlässen, in Gemeinschaft mit seinen Pflegeltern die Hausandachten und alle vorgejchriebenen Ceremonien. Er that dies alles mit Rücksicht auf seine Umgebung in ganz tadelloser Weise, und nur der aufmerksame Beobachter hätte herausgefunden, daß bei allen diesen Uebungen des Knaben Geist und Gemüth noch nicht betheiligt waren. Als nach einem viertel Jahre Graf Dundukoff zu Besuch kam, war er freudig überrascht über die vollständige Umwandlung des Knaben, wenn er auch darauf vorbereitet war, da der Baron schon vierzehn Tage, nachdem er den Knaben abgeholt hatte, die 40,000 Rubel dem Grafen zugestellt hatte. Er brachte Abraham Grüße von seinem Verwalter mit, was der kluge Knabe mit besonderem Dank hinnahm, da er wußte, wie streng die Herren darauf bedacht waren, jede Verbindung mit seiner Vergangenheit aufzugeben. Pater Firmian war selbstredend die ganze Vergangenheit Abrahams mit allen Details bekannt und letzterer hatte dies auch sofort herausgefunden, aber niemals war davon ein Wort über beider Lippen gekommen. Eines Tages, nachdem Abraham bereits über zw'er Jahre im von Korff'schen Hause war, hatte ihm sein Lehrer eine schwierige, mathematische Aufgabe zur Losung übergeben und ihm eine Belohnung' zugesichert, wenn er die Aufgabe richtig löse. Rach mehrstündigem Nachdenken gelang es ihm in der That, und der Lehrer, hocherfreut, stellte feinem Schüler anheim, selber die Belohnung zu bestimmen, die er wünsche^ „Ich hätte eine große, große Bitte an Sie. Erwirken Sie bei Papa," so nannte er feinen zweiten Pflegevater, den Herrn Baron, „die Erlaubniß, daß ich nur auf einen einzigen Tag meine ersten Pflegeeltern und Geschwister besuchen darf. Ich glaubte, ich hätte das Verlangen, welches ich nach ihnen in der ersten Zeit hatte, schon längst verwunden, aber seit einigen Nächten träume ich fortwährend von ihnen, und diese Träume haben die alte Sehnsucht wieder geweckt; ich wage es aber nicht selbst, Papa darum zu bitten." (Fortsetzung folgt.) Auflösung des WreLs-Mättzseks in Hlr. 11. bbn—1bhrt Da uns eine qroM Anzahl richtiger Lösungen zuging, so haben wir uns entschlossen, drei Preise an folgende Einsender zu vertheilen: M. Pasenheim, Emden, Gymnasiast Moses Mayer, Aschaffenburg, Heyum Monatt, Strümpfelbrunn. Wschen-Ro lenöer. Donnerstag. 26. Februar, 29. Schebat. pp 3* Freitag, 27. Februar. 30. Schebat. n'"N 'N Sabbat-Anfang in Mainz und Frankfurt a. M.5 Nhr 30 Min. Samstag, 28. Februar. 1. Adar. rVn '3 31' naim Sabbat-Ausgang in Mainz und in Frankfurt a. M. 6 Uhr 55 Min. — Berlin 6 Nhr 23 Min. — München 6 Uhr 35 Min. — Hannover 6 Uhr 40 Min. — Stuttgart 6 Uhr 43 Min. — Prag 6 Uhr 20 Min. — Stratzburg 6 Uhr 50 Min. — Posen 6 Uhr 11 Min. — Stettin 6 Uhr 18 Min. Der „Israelit" .erscheint wöcheutlicb zweimal, Ulontngs nnd Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirt ganzjährlich. halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Drv Buchhandel vrrkwhrl durch V. Zf. Strinackrr, Leipzig, Bohplatz jb. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Nonpareillezeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclamethell 75 Pfennig. — Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Marl oder 16 Kronen österr., für*s Ausland 18 Mark, an die Expedition.franco einsenden. Postzeitungsliste 3932. Telephon 1015. Stellesuchende und sonstige Interessenten können auf Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende „Kleine AuSgabe des Israelit" vier Wochen lang gratis und franco erhalten. Wünscht man den Empfang der „Kleinen Ausgabe" längere Zeit, so kann man sich für 25 Pfennige das Vierteljahr, indeß ausschließlich bei der Post auf dieselbe unter Nr. 3933 abonniren. Auf Wunsch stunden wir die Zahlung des Jnfertionsbetrags an außer Stelle Befindliche bis nach Erlangung einer solchen. Inhalt (Hauptblatt): Judentbum und Wissenschaft. — Zeitungsnachrichten und Correkvondenzen: Deutschland: Hamburg. Randegg. Lcsrereich: Wien.. Ungarn: Budapest. Numänieu: Bukarest. — Feuilleton: Der Findling. (Fortsetzung). Inhalt vir ersten Beilage: Die Kompetenz des Rabbiners. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzcn: Deutschland: Berlin. Posen. Amerika: New-Aork. Inhalt ver »weiten Beilage: „Unser guter Professor." — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Frankfurt a. M. Hamburg. Jnowrazlaw. Jesberg. Alls Württemberg. Ungarn: Legenye-Mihalzj. DrUetrtstssch« Beilage: Füdlsche Auswanderer. — Der Jude. (Fortsetzung.) Verantwortliche Redaction: OScar Lehmann in Mainz. — Expedition deS »Israelit". Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Loh. Wirth'scheu Hofbuchdruckeret Actten-GÄelllLaft in Mainz. Hierzu drei Beilage».