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Der Israelit · 1903-02-26 · Heft 15-16 (26.2.1903) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 15-16 (26.2.1903)
Date
1903-02-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Die Strahlen der Wissenschaft werden die Eisrinde schmelzen, die leider noch so vieler Herzen gefangen hält, vor der wachsenden Aufklärung werden fliehen die nächtlichen Schatten, und der freundliche Tag wird Heraufziehen am Himmel der Menschheit. Möge uns der Glaube nicht täuschen, der in unserer Zeit die Morgenrothe dieses Tages begrüßt, er hat seine gewisse Berechtigung; doch eines Umschwunges bedarf es noch, auf daß dieser Morgenröthe der volle Tag folge: der Vermählung der Wissenschaft mit dem Gesetze. So lange jene aber oft nur im Dienste der Macht steht, so lange sie sich mißbrauchen läßt, um Unheil und Verderben zu stiften, so lange wird selbst das Segensreiche ihres Wirkens ohnmächtig sein gegenüber dem Schaffen und Treiben'finsterer Mächte. Sie ist dann nicht das Feuer, das wohlthätig wärmt und erleuchtet, sie ist das Element, das die Gebilde friedlichen Schaffens zerstört. Aber läßt sie sich leiten von dem Gesetze, ist sie nicht mehr von dem Gedanken beherrscht, daß dasselbe ihr feindlich gegenüber siehe, vielmehr daß sie sich mit ihm verbinden müsse, dann wird sie ihre Aufgabe glänzend lösen und die Menschheit wird sich dankbar ihren Schuldner nennen. Wie die Wissenschaft diese Aufgabe zu begreifen und zu verwirklichen habe, das zeigt ihr das — Judenthum. Zeitungsnachrichten und Correspondenzerr. Deutschland. Hamburg, 22. Febr. Der Hamburger Raw, Se. Ehrwürden Herr Oberrabbiner Marcus Hirsch, beging am Dienstag, 20. Schwat. seinen siebenzigsten Geburtstag. Um allen Ovationen aus dem Wege zu gehen, hatte der Jubilar Urlaub erbeten, den man ihm mrod versagen mußte, und so wurde dieser Tag denn auch festlich begangen; von einer Synagogenfeier jedoch wurde, dem Wunsche des Herrn Oberrabbiners entsprechend, abgesehen. Früh morgens schon begannen die Auffahrten der verschiedenen Deputationen, die gekommen waren, ihre Glückwünsche zum Ausdruck zu bringen und ebenso sinnreiche, wie werthvolle Geschenke zu überreichen. Mit der dem Oberrabbiner eigenen Schlagferti'gkeit und Redegewandtheit wußte er jeder Ansprache treffende Worte des Dankes, mit bescheidener Abwehr der ihm dargebrachten Huldigungen, entgegenzubringen. Eine größere Anzahl Gemeindemitglieder hatten dem Jubilar, in Würdigung seiner hohen Verdienste, eine bedeutende Summe Hamburger Rente zur Verfügung gestellt, und solches in einer kunstvoll ausgeführten Adresse zum würdevollen Ausdruck gebracht. Der Gemeindevorstand ließ ein wunderbares Blumenarrangement überreichen, während der Vorstand des Synagogenverbandes, der mit dem Oberrabbiner in enger Verbindung steht, eine herrlich ausgcführte, sehr werthvolle, silberne Sederschüssel spendete. Dieses Kunstwerk lieferte der hiesige jüdische Juwelier Herr William Möller, womit er beredtes Zeugniß für seine Leistungsfähigkeit auf dem Gebiete der Silberindustrie ablegte. Ferner überbrachten die Vertreter der Synagoge Bieberstraße ein silbernes, symbolisch ciselirtes Megillafutteral, bei dessen Uebereichüng Herr A. Cohn die Ansprache hielt, und die unter Aufsicht des Oberrabbinats stehenden Aushacker brachten eine gediegene, silberne Jardiniere; die wohlgelungene Ansprache hierbei hielt Herr Nathan Reich. Auch diese schönen Silberarbeiten waren von dem vorerwähnten Herrn Möller geliefert worden. Die Beerdigungsbrüderschaft widmete ihrem Ehrenmitgliede einen ledergepunzten, sehr werthvollen Lehnsessel. (Ein Produkt der rühmlichst bekannten Hamburger Ledertechnik Hulbe.) Vom hohen Senat war der Dezernent für israelitische Gemeinde- und Kultusangelegenheiten, Herr Senator K ä h l e r offiziell erschienen, um die Glückwünsche der höchsten Staatsbehörde zum Ausdruck bringen. Die israelitische Gemeinde zu Wandsbeck ließ ein werthvolles Blumenarrangement durch ihren Rabbiner, Dr. Bamberger und den Vorsitzenden überreichen, wobei elfterer eine feierliche Ansprache hielt. Was an Blumen, Adressen mit künstlerischen und sinnreichen Zeichnungen (wobei die. Herren Eduard Joel und Salomon Goldschmidt Vorzügliches leisteten). Telegrammen und sonstigen kleinen Aufmerksamkeiten eingegangen, ließ sich vor der Hand bei den überaus zahlreich erschienenen Gratulanten nicht ermitteln. Nicht vergessen möchte ich eine von Herrn Ph. Gumpertz Namens des Kuratoriums des Berliner Seminars gehaltene, formvollendete Ansprache und dabei überreichte Adresse, sowie eines Telegrammes, also lautend: ruar L'xvV pb 2iv dm ."Up W NL2N n*w NLndv '2'LM rnc£t rrzy nm nw vurassa 7NV nxe 'T9 Hamburg, 23. Febr. Das Ihnen in meinem jüngsten Bericht avistrte Festbanket fand'gestern Abend in den Festräumen „Kerns Gesellschaftshaus". Grindelallee, statt. Etwa um 7 Uhr, als die Theilnehmer vollständig erschienen waren, wurde zunächst Maariw gebetet, dem Herr I. B a ch r a ch mit seiner klangvollen Stimme als Chasan Vorstand. Nachdem man sich zu Tische gesetzt hatte — es waren etwa 90 Gäste anwesend, — trug der Raw den Schlußsatz von v'nvs

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