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Der Israelit · 1903-02-19 · Heft 14 (19.2.1903) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 14 (19.2.1903)
Date
1903-02-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
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großer, sollten es lauter „große Schritte" gewesen sein? NDZ swcb pPKß rrm rrbv rrspn *rmn: Ob Wohl, wenn man alle Folgen und Konsequen-. zen vorher wohl bedenken und überlegen würde, entspr. der Moralvorschrift des weisen Rabbi Schimeon ben Neßanel "6i3n nrr nxnn, nicht mancher „Schritt" unterlassen. nicht manche That unausgeführt bleiben würde! Und das ist's ja, was wir auch ünter uv» rosa bildlich zu verstehen, wovon wir uns im Thun und Lassen zu hüten haben: „die unbedachte Uebereilung, die gedankenlose Hast." Jede ns3 arcs führt möglicherweise zu mix ^3, und jede unüberlegte That, jede im Affekt begangene Handlung, gibt uns selbst eine Blöße. (Siehe „Sprüche der Väter" von Dr. M. Lehmann s. A., 2. B., 2. Abth.. Seite 31 mit 34.) Die beiden letzten Verse der Sidrah rvp, die vom Altäre handeln, nämlich die Vorschrift, den Altar, nicht aus behauenen Steinen zu errichten Jis3n -pin '2 rrbbnm nHx und das Verbot, auf Stufen zu ihm emporzusteigen vbv -jr,ny nbm xb ipx veranlassen Raschi zu gleichlautenden Erklärungen, Lezw. Folgerungen. Dort sagt Raschi: „Der Altar ist bestimmt, das Leben zu verlängern, das Eisen aber kann es verkürzen; nicht werde das Verkürzende an das Verlängernde gebracht; der Altar ist bestimmt, den Frieden zwischen Israel und seinem himmlischen Vater zu erhalten, das Schwert (Eisen), gleichsam das Symbol des verderbenden Unfriedens, berühre deßhalb nicht den Altar. Wir können daraus die Schlußfolgerung ziehen: Wenn schon von gefühllosen Steinen, die aber dem Frieden dienen, die Thora sagt, du darfst kein Eisen daran legen, wieviel mehr erst muß solches auf den Menschen Anwendung.finden." Ebenso heißt es bezügl. miy nb: bei dem Verbote der Altarstufen: „Wenn die Schrift selbst bei fühllosen Steinen befiehlt, daß durch sie und auf ihnen keine Veranlassung zur Geringschätzung gegeben werde, wieviel mehr erst bei den Mitmenschen, gleich uns im Ebenbilde des Höchsten erschaffen." Vielfach ist dem Judenthume vorgeworfen worden, es hätte in seiner Religion, abgesehen von der reinen Lehre des Monotheismus, keinen Fortschritt gegen die übrigen Religionen des Alterthums gebracht,, auch jene hätten Priester und Heiligthümer, Feiertage und Zeremonien, Speisegesetze und andere Vorschriften gehabt. Die Schlußfolgerung Raschis zu beiden beregten Versen wird eines Besseren belehren. Jene heidnischen Religionen übten keinen veredelnden Einfluß auf's private oder öffentliche Leben, sie waren reine Formen, ohne lebenden und belebenden Inhalt. Die jüdische Religioir hat in jeder Vorschrift eine tiefere Bedeutung, eine Nutzanwendung für's Leben in seinen Beziehungen zu Gott, zur Menschheit und zur Selbstvervollkommnung. So hebt das wahre ..Judenthum" mit einem „großen Schritte" sich hoch hinauf, weit über die anderen Religionen des Alterthums, so wird es hervorragen für alle Zeiten. Der Altar ist eben etwas mehr als ein Hausen „todter Steine"; er ist der Vermittler des Friedens zwischen dem Menschen und seinem Gotte, den kein Eisen und kein irdisches Gewaltmittel trüben darf, er ist-die lebendige Mahnung, zwischen Mensch und Menschen das Schwert, den Zank und den Streit, die Zwietracht undden Unfrieden nie einreißen zu lassen. — er ist endlich das Symbol der höchsten Sittlichkeit und Reinheit im eigenen Wandel. DnssBfcn Auf solchen Grundlagen baut sich das jüdische Rechtsleben auf. so vollzieht sich naturgemäß der „große Schritt" zwischen Theorie und Praxis, zwischen „Lehre und Leben." Zeitungsnachrichten und Correspondenze«. Deutschland. Berlin, im Febr. Dem vierten Jahresberichte des „Vereins zur Förderung der Bodenkultur unter den Juden Deutschlands" (1901/02) entnehmen wir: Die Idee, deutsche Juden der Bodenkultur auf heimischem Boden zuzuführen, hat im vergangenen Jahre greifbare Formen angenommen. Aus dem Stadium der rein theoretischen Vertretung unserer Ansichten sind wir zur praktischen Arbeit übergegangen. Gegen das-vom Verein in Angriff genommene Projekt haben sich, wie dies vorauszusehen war, auch Einwendungen erhoben. So glaubten manche, daß nach dem niedrigen Preise des Gutes (71,250 Mk. für 387 Morgen, das sind ca. 184 Mk. pro Morgen) es sich um sehr minderwerthigen Boden handeln müsse. Selbstverständlich war der Verein nicht in der Lage, mit seinem geringen Kapital erstklassigen Boden zu erwerben: es kommt aber für uns nur darauf an, ob der erworbene Boden den gezahlten Preis werth ist, und sämmtliche Sachverständige sind der Ansicht, daß das Gut billig erworben ist. Die erste Ernte, deren Ergebnitz jetzt zu übersehen ist. rechtfertigt diese Ansichten durchaus. Hinzu kommt, daß Neuhof ein Lehrgut sein soll, und diesem Zweck entspricht es vollkommen. Der Boden von Neühof bietet die richtige Gelegenheit für Lehr- und Lernzwecke, da er mannigfache Ausgaben der Thätigkeit der Eleven stellt. In manchen Kreisen wurden Befürchtungen gehegt, -daß die Eleven nicht im Stande sein würden, ihren religiösen Bedürfnissen nachzukommen. Dadurch, daß Se. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Feilchenfeld in Posen, in liebenswürdigster Weise die Oberaufsicht über die rituelle Beköstigung der Schüler zu übernehmen sich

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