Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 13 (16.2.1903)
- Date
- 1903-02-16
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2449890-2449904--57666-2520387- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Volte verspricht, daß eres niemals untergehen lassen werde, auch im Lande seiner Feinde nicht: „Und gleichwohl, selbst während ste in Feindesland find, habe ich sie nicht verachtet und habe ich sie nicht v erworfen, sie zu vernichten, meinen Bund mit ihnen aufzuheben; und i ch, Gott, bleibe ihr Gott!" Sind die Leiter der zionistischen Bewegung klug, und wollen sie es mit der Orthodoxie nicht gänzlich verschütten, dann werden sie in ihrem eigenen Jntereffe gut daran thun, derartige Agitationsschriften, wie die vorliegende, rechtzeitig zu unterdrücken, und Wortführern si hi Nordau rechzeitig den Mund zu stopfen. Uns kann man nur einen Gefallen damit erweisen, wenn man durch Veröffentlichung Nordau'scher Ansichten über Juden und Judenthum die weite Kluft recht grell beleuchtet, die zwischen der sog. orthodoxen und der zionistisch - national - jüdischen Anschauung gähnt. Dann wissen wir wenigstens, woran wir sind, und es ist ausgeschlossen, daß Jemand aus Unachtsamkeit in den Abgrund stürzt. Redet, schreibt, lärmt nur ruhig weiter, wenn's euch Vergnügen macht! Vielleicht erleben wir noch die Zeit, wo ihr ausgetobt und die Ueberzeugung erlangt haben werdet, daß Jude sein nicht blos Erwachen aus langjährigem Reform- und Assimilationstanmel, sondern freiwilliges. Unterstellen der ganzen Persönlichkeit mit all ihren Körper- und Geisteskräften unter das Diktat des in der Thauroh niedergelcgten göttlichen Willens bedeutet. Zeituergsttachrichten und Eorresporrdenzen. Oesterreich. Lemberg, 9. Febr. (Große Feuersbrun st in Ga lizien.) In K uty hat gestern eine Feuersbrunst, welche um 3 Uhr Nachmittags durch Unvorsichtigkeit entstand, 370 Privathäuser und mehrere öffentliche Gebäude cingeä.schert, wodurch 600 Familien obdachlos wurden. Dieselben sind ohne Unterstand und brodlos. Der nur zum Theile durch Versicherungen gedeckte Schaden dürfte siebenhunderttausend Kronen betragen. Die von dem furchtbaren Brande heimgesuchtc Stadt Kuth liegt in der Bezirkshauptmannschaft Kosow im östlichen Galizien, an dem zum Pruth gehenden Czeremoßflusse, der die Grenze gegen die Bukowina bildet. Die Stadt ist der Sitz eines Bezirksgerichts! und zählt gegen 6700 Einwohner. Der Rabbiner von Kutty, Rabbi Jakob S ch ö r, läßt die deutschen Gemeinden durch uns bitten, j allenthalben Sammlungen zu veranstalten, da. unter > der jüdischen Bevölkerung das Elend ein sehr großes sei. Die Leute campiren auf dem Felde und entbehren.des Nöthigsten.; , . . / . - Ung a r n. Budapest, im Febr. Die Haltlosigkeit der Reformbestrebungen, die Zweck- und Grundlosigkeit der Statusquo-Richtung scheint doch endlich den ungarischen Jehudim einzuleuchten/ Die alte Frage iikv z zx nrx, „gehörst Du zu uns oder zu unseren Feinden" hat in wenigen ungarischen Gemeinden seinerzeit die Antwort bekommen: „Ich bin nicht neolog, bin nicht orthodox, ich bin Statusquo. Unsere modernen Reformer, die die Choriner, S. Löw tutti qnanti weit übertrumpfen (existirt doch in Mähren ein Rabbiner, der bei allen Tafeln Schinken speist) haben, endlich den Leuten die Augen geöffnet und sie zur Erkenntniß gebracht, daß das Judenthum, das lebensfähige.. Judenthum, nur in der Thora, wie sie uns der v'v codifizirt, seine Basis haben kann. Also fort mit der Scheu, lm Gemeindestatut den rv anzuerkennen. Die altehrwürdige Gemeinde Stampfen, eine der ältesten in Ungarn, in der echter, religiöser Sinn zu Hause ist, war durch verschiedene Umstände veranlaßt, seinerzeit Statusquo-Gemeinde geworden; und alle Anstrengungen, die Konstituirung auf orthodoxer Basis durchzusetzen, scheiterten.. ‘ Dem rastlosen Arbeiten des dortigen Rabb. Samuel He^og, der sich durch seine nunmehr fünfjährige Änüsthätigkeit die Liebe seiner Gemeindemitglieder erworben,'gelang es endlich, in einer jüngsthin abgehaltenen Generalversammlung, die einstimmige Annahme des orthodoxen Statuts durchzusetzen. Der Geist, der an der Preßburger n^'r' herrscht, ' der mit Hintansetzung jeder Rücksicht auf die eigenen Interessen nur den rrrx sucht, hat sich auch in Herrn Rabbiner Herzog bewährt, und dieser würdige Schüler des Preßburger Gaon hat endlich sein Ziel erreicht. Herr Rabbiner Herzog verbindet mit bedeutendem Talmudwissen und glühender Frömmigkeit eine persönliche Liebenswürdigkeit und eine Rednergabe, - die die Herzen im Sturme erobern, und bilden seine Predigten auch das Entzücken der zahlreichen Wiener, die im Sommer in Stampfen Aufenthalt nehmen. Es steh! nunmehr zu hoffen, daß sich Dank dem zielbewußten Streben der ungarischen c\n\ unter diesen in erster Linie die in jeder Gemeinde vorhandenen Schüler der Preßburger .-.r'L". sich allgemein die Erkenntniß Bahn brechen wird, daß es nicht genügt, persönlich ein frommer Jehudi zu sein, sondern daß der Anschluß an eine orthodoxe Gemeinschaft von unendlicher Tragweite und für die Erziehung der Kinder von großer Wichtigkeit ist.. . '; •;? - v " S ch. w ei z. ... : ' / ' ' i Basel, 13. Febr. (Die internationale. Friedhof - Angelegenhe11.) Der „Franks.