Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 13 (16.2.1903)
- Date
- 1903-02-16
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Zeitung" wird in Sachen des Israelitischen Friedhofes , in Basel geschrieben: In sanitärer Beziehung kann ein Hindernitz der Anlage nicht bestehen, da das Grundwaffer in der Richtung nach dem Rhein abläuft und nicht nach dem Elsaß; . ferner ist es vom Friedhofe bis zum nächsten Wohngebäude auf Elsässer Boden mehr als ein Kilometer Distanz; auf Basler Gebiet sind freilich nähere Wohnhäuser gelegen. Die Reklamationen in dieser Hinsicht stammen von Besitzern des umliegenden Ackerlandes, das sie gerne als Bauterrain verwerthen möchten. Daher die verschiedenen anonymen Briefe an die Regierung von Basel-Stadt und an den Bundesrath.' Vom zollpolitischen Standpunkte aus wird der nur mit eisernem Gitter und Holzhecke umgebene Friedhof, wie es das Zollgesetz verlangt, zwei Meter von der Grenze ferngehalten. Es liegt also ein Grund zu einer Einsprache nicht vor, so wenig, wie bei Erstellung irgend einer anderen Gebäulichkeit. Gegen das Großherzogthum Baden liegt der Kleinhüninger Friedhof genau so nahe an der Landesgrenze. Es liegt somit nicht der geringste Anlaß vor, die von der hiesigen Regierung ertheilte Bewilligung zurückzuziehen." England. London, 12. Febr. (Tod des Sir Josef Sebag-Montefiore.) Wie schon kurz berichtet, verschied Sir Sebag Montefiore am 18. Jan. d. I., nach kurzer Krankheit. Er war noch den vorhergehenden Freitag Abend kräftig genug, die Sabbathgebete. welche ihm seine Tochter vorlas, im Stillen mitzubeten, und verschied Samstag, kurz nach Mitternacht. Sir Josef hat eine der hervorragendsten Stellungen als leitender Repräsentant der Londoner jüdischen Gemeinde eingenommen. Er war der Reffe des berühmten Philantropen Sir Moses Montefiore, nach dessen Tode er den Besitz von East Cliff in Ramsgate ererbte und den Namen Montefioreannahm. Er stammte von der spanisch-portugiesischen Familie Sebag ab, welcher Name vom hebräischen Worte „Sebach" (Opfer) abgeleitet ist und in Beziehung zu einem seiner frühesten Vorfahren steht, welcher zur Zeit der spanischen Inquisition als Märtyrer gestorben ist. Seine Mutter war die Schwester des Sir Moses Montefiore, welch' letzterer seinen Neffen mit der Führung des ausgedehnten Bank- und Börsengeschäfts des Hauses Montefiore betraute. Außerordentlich groß war die Thätigkeit Sir Josefs auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens und. gleich seinem Onkel war er ein unermüdlicher und unerschrockener Fürsprecher und Förderer der Interessen seiner Glaubensgenossen. Die portugiesisch-sefardische Gemeinde verliert in'ihm einen ihrergrößten Wohlthäter: Wiederholt wurde Sir Josef Sebag-Montefiore von der Königin Viktoria sowie von den britischen Ministern durch Verleihen von Würden und Titeln ausgezeichnet. Er gründete im heiligen'Lande mit.Moses Montefiore die meisten Wohlthätigkeitsanstalten und lebte nach streng-jüdischem Ritus. Er erreichte ein Alter von 80 Jahren und wurde mit großen Ehren und allgemeinen Trauerkundgebungen in feierlicher Weise bestattet. > Frankreich. Paris, 12. Febr. Dem „Temps" wird aus Angouleme gemeldet, daß in vorgestriger Nacht eine Anzahl von Personen, darunter etwa zehn Offiziere der Garnison, durch die Straßen der Stadt zogen unter den Rufen: „Nieder mit den Juden, es lebe die Armee, es lebe der König, es lebe der Kaiser!" Die Polizei zerstreute die Manifestanten. Rußland. Petersburg, 9. Febr. Gestern feierte der bekannte Philantrop Baron Horaz Günzburg seinen 70. Geburtstag, und die aus diesem Anlaß im Konzertsaal des Kaiserlichen Konservatoriums abgehaltene Feierlichkeit gestaltete sich, der „N. Fr. Pr." zufolge, zu einer glänzenden Kundgebung des Dankes und der Verehrung von Seiten aller humanitären Institute, die Baron Günzburg in Rußland gegründet und gefördert hat. Aus allen Theilen des Reiches waren Deputationen erschienen, um Adressen zu überreichen. Der Finanzminister Witte erschien in der Wohnung des Jubilars und überbrachte den Annen-Orden erster Klaffe mit den Worten, Czar Nikolaus ll. freue sich sehr, dem vielverdienten Manne auch seinerseits ein besonderes Zeichen der Anerkennung zu geben. . Uerfonakien. Aurich (Ostfriesland). Am 10. Dezember starb hier Frau Wwe. Abraham Hartog, geb. Seckels, im 94. Lebensjahre. Die Verstorbene war eine gottesfürchtige Jüdin, die ihre Kinder streng-religiös erzogen hat. vermischtes. Budapest.: Der als großer Philcntrop bekannte Grundbesitzer, Moritz Lörvy^ ist im Alter von 73 Jabreu gestorben. Vor zwei Jahrrn machte er eine Viert. bMillion- Süstung, mit deren Zinsen solche Schüler prämiirt werden, welche die Bibel und Propheten aus dem Urtexte fließend übersetzen können. .Briefkasten der Redaktion. S. 8. E. in S.: Leider nicht geeignet. Schicken gelegentlich Anderes. Herzl. Gruß. . ' ' ' Briefkasten der Expedition. /. S. G. in T.: Mk. 19.64 dankend empfangen. \