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Der Israelit · 1903-02-12 · Heft 12 (12.2.1903) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 12 (12.2.1903)
Date
1903-02-12
Page
– (sequence 3)
Language
German
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251 Selbständigen bei den Juden die Mehrheit. „Der Zug nach den Städten hat sich bei den Juden in besonders starkem Maße geregt.. Am 1. Dezember 1871 lebten in Preußen erst 31,85 Prozent, am 2. Dezember 1895 aber 67,83 Prozent aller Juden in den Städten mit über 20,000 Einwohnern." Posen, 5. Febr. Der Verein hatte im Stern'schen Saale einen Festkommers veranstaltet, der von Schülern und Ehrengästen stark besucht war. Der Vorsitzende, Herr Rzezewski, begrüßte die Erschienenen und sprach ausführlich über das Thorastudium. Viele treffliche Reden, namentlich die des Herrn Landrabbiners Dr. Feilchenfeld, verschönten den Abend. Auch die Fidelitas kam zur Geltung, und es war erfreulich zu sehen, wie Frohsinn im Rahmen der Frömmigkeit sich bewähren kann. Theater, humoristische Vorträge und Gesang kamen abwechselnd an die Reihe. Allgemeiner Beifall folgte jeder Leistung. Der Verein, dessen Protektor Herr Landrabbiner Dr. Feilchenfeld ist, zählt nicht wenig Schüler und besteht bereits mehrere Jahre. Bromberg, 8. Febr. Unter dem Titel „Geschichte der Juden in Vromberg" ist im Verlage von I. Kauffmann in Frankfurt a. M. eine Arbeit des Herrn Lehrers I. Herzberg-Vromberg erschienen, in der er auf Grund gedruckter und ungedruckter Quellen ein Bild von dem Wirken und Streben der jüdischen Bewohner Vrombergs und deren Beziehungen zu ihrer Umgebung entwirft. Die historisch bemerkenswerthe Arbeit des Verfassers schließt mit dem Jahre 1885 ab. Einige Poriraits, sowie Ansichten der früheren und jetzigen Synagoge sind beigegeben. Czarnikau, 9. Febr. Gestern Abend wurde von dem „Verein für jüdische Geschichte und Litteratur" im Saale des Herrn v. Laszewski eine Sitzung abgehalten. Unser Rabbiner, Herr Dr. W e y l, eröffnete im Namen der Mitglieder und des Vorstandes die Sitzung und ertheilte dem Herrn Rabbiner Dr. Wreschner aus Samter das Wort. Dieser hielt einen allseits mit größtem Beifall aufgenommenen Vortrag über den „Kaufmann von Venedig und seine Urgeschichte." — Vor einiger Zeit wurde in unserem Nachbarstädtchen Ritschenwalde unser Glaubensgenosse, der Kaufmann Abraham Spitzer, von den dortigen Stadtverordneten als, Magistratsmitglied gewählt. Da Spitzer nun seitens der König!. Negierung nicht bestätigt worden ist, wurde zu einer Neuwahl geschritten, und ist diesesmal unser Glaubensgenosse, der Schornsteinfegermeister Gustav Tonn gewählt. Hoffentlich wird dessen Bestätigung nun erfolgen. - ' Danzig, 7. Febr. Wie die „Danziger Zeitung" meldet, soll es einem hiesigen Arzte gelungen fein, wichtiges neues Material in der Winter'schen 'Mordsackje von einem bisher nicht vernommenen Zeugen zu erhalten. Die Mittheilungen führen'zum Theil auf ganz neue Spuren. Die Staatsanwaltschaft hat eiye neue Untersuchung nach dieser. Richtung bereits eingeleitet. Diese Nachricht wird zwar , von verschiedenen. Seiten dementirt, der Arzt - beharrt aber auf der. WahrW seiner Mittheilungen; er bezieht sich dabei auf eine bis jetzt nicht vernommene Zeugin, eine Schützmannsfraü. Cannstatt, im Febr. Die Beamten der Betkfedernfabrik von Straus und Comp., hier und Untentürkheim, stifteten anläßlich des 60jährigen.Bestehens des Geschäfts einen Denkstein' für' die''verstorbenen ehemaligen Besitzer Levy Straus und Isaak Straus. Die Enthüllung geschah in Anwesenheit.. der Angestellten und der Ortsbehörden. Die Firma. willigte bedeutende Beiträge für die Pensionskaffe ihrer Beamten, jedem derselben besondere Gratifikationen und stiftete noch 10,000 Mk. zu wohlthätigen Zwecken. Staatsrath von Grupp sandte Namens der ^Zentralstelle für Gewerbe und Handel ein Glückwunschschreiben. Von Interesse dürste sein, daß. . der Ahes , deö Firma S. L. Straus das Geschäft mit einem' Darlehen von 2000 Gulden begründete, die ir . von seinem Hauptmann, Freiherrn v. Walzleben, erhalten/hütte^ Jetzt hat die Firma einen Weltruf.- Strastburg, im Febr. Am 3. Dezember 'v. J. ßand dahier im „Hotel Monopol" die Zweite Generalversammlung des Elsaß-Lothringischen Rabbinerverbandes statt. ' //■-‘/•/•/v Um 2V& Uhr eröffnet der Vorsitzende Dr. B.l o ch -i Oberehnheim, die Sitzung. Anwesend sind neunzehn Rabbiner. Der Vorsitzende macht MittheikuNg von der erfolgten behördlichen Genehmigung " des Verbandes und von den in Hinsicht auf die Verbesserung der^rechi-' lichen Stellung der Rabbiner unternommenen' Schritt ten. Zu Ehren des unlängst in Weißenbürg verstorbenen verdienstvollen Förderers der Rabbiner-Relikten-' lasse, Herrn Henry Cerf s. A.,' erhebt sich-ditz'Versammlung von den Sitzen. -- - H - * v v Zu dem ersten Punkte der Tagesordnung: „Vor--, schläge zur Hebung des Religionsunterrichts" gibtsRef/ Dr. Wiener-Pfalzburg zunächst einen historischen Ueberblick über die einschlägigen cls.-lothr. Verhältnisse,' sowie eine Uebersicht über die geltenden gesetzlrchen .Be-, stimmungen. Er erwähnt die lothringische Präsidial'- Verfassung, durch welche der Rabbiner-Verband Mit' Lothringen für obligatorisch erklär? MriMA^JauL 1902) mit dem AüsbruH des Dankes, Konsistorium, für dessen Vemühungen 'um dre«rE7.tyirH kuNg dieser Verordnung/! und dem.Wunsch^-däß!-dÄZ^ Beispiel in .den Leihen ändern r Bezirken bald -Machl) ahmung finden, möge./Wf. ivetlgngt'.'iine"' besseWÄor/ü bildung---^ und .^Fortbtldnyg! dir.-RelkgionslehrÄ dMch^ ^ünch!Ng^ejner.„eff.aMLthringischen. Kantorenschube"^ Einsetzung einer Prüfungskommission-'fllt ' diese''''Beamten, Aufstellung einer Prüfungsordnung, Fortbil-

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