Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1903-02-12 · Heft 12 (12.2.1903) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 12 (12.2.1903)
Date
1903-02-12
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2449890-2449903--57628-2520348
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

250 Innen ist, desto leichter kann ihn der Wind umstohen. chjs&t Hi« n^pn nt .Liri tan bai. Das Volk, das heutige Israel, - sieht die Anfeindungen, hört die feindlichen Stimmen rufen, sieht das uns umzingelnde, scheinbar verzehrende Feuer, pmo i-oyn w da sind wohl Schwächlinge, da sind wohl Feiglinge, die heftig beben, und zittern, die den Kampf aufgeben, die vom . Schauplatze unseres mehrtausendjährigen Krieges zurücktreten. Sie wollen sich ritterlich und tapfer nennen, aber in Wirklichkeit sind sie elende Feiglinge, die sich eben am Tage des Gefechtes von ihren Brüdern losreißen und in die Ferne, in ein fremdes Lager ziehen. p*mö. wi — Sie sagen kurzsichtig Mv irr» n'pbx: wir können das Mißgeschick, die Anfeindungen nicht aushalten.wir können den snn ni'2 die strafende Hayd.Gottes nicht ertragen nw jo, wir müssen so unterliegen.- Wir. aber trösten uns mit jenen schönen Worten unseres großen Propheten rnnpo: irnm brr Fürchtet nicht, verzaget nicht, denn Gott ist ein Allgütiger^ der über Sein oyna .nabea wachet, sie beschützt izvzb 'a on^n oan» niDJ und nur um euch zu prüfen, reizt Er gegen Israel allerlei Feinde auf, um euch wohl zu warnen, irrvnn ’nW>, daß ihr nicht sündiget. — Ja. uns klingt immer und immer in's Ohr: ix*vn brr! Uns ermuthigt, kräftigt und stählt jener trosteinflößende Ausspruch: oab vnb' 7i, der Ewige kämpft für Euch!; ZeiLurrgönachriHterr mrd Correspondenze«. De u t s ch l a n d. Berlin, 11. Febr. (Die Entwicklung der Juden im Deutschen Reiche.) Heft 3 und 6 des 23. Bandes der Hildebrand-Konrad'schen Jahrbücherfür Nationalökonomie und Statistik bringen eine statistische Darstellung über „Die sozialen Verhältnisse der Juden in Preußen und Deutschland", in der Arthur Ruppin wichtige neue Erscheinungen in der! Entwicklung der jüdischen Bevölkerung zahlenmäßig nachweist und ihre Ursache näher zu ergründen sucht.' Danach entfallen von der rund 7V-: Millionen betragenden jüdischen Bevölkerung der Erde auf das Deutsche Reiche570.000. der Antheil der Juden an der Gesam'mtbevölkerung ist in dem Zeitabschnitt von 1870 bis 1890. von 12,6 pro^ Mille auf 11,6 pro Mille zurückgegaNgerk; in' Preußen zeigt sich'dieser Rückgang seit 1880 in'ständiger-und verstärkter Mise. 1880 machten die - Juden <13,3 pro Mille der Bevölkerung aus, 1900 nurmoch ll^proMiM'- ' r'' ' ' Folgende"- DhatsacheN erklären diese Erscheinung: 1) Der auffallend große Rückgang 'in der Geburtenziffer. Rach dem Durchschnitt aus den Jahren 1820—1866 kamen in Preußen noch 37,20 Geburten pro Mille vor. Diese Zahl ist ständig zurückgegangen, bis sie in dem Jahrfünft 1893—97 auf 22,25 anzelangt ist. Während noch nach Mitte vorigen Jahrhunderts jüdische Ehen mit 12 und mehr Kindern durchaus keine Seltenheit waren, sind sie heute fast gänzlich verschwunden. Die Betheiligung der jüdischen Ehepaare an tausend Geburten ist in Preußen in den 17 Jahren 1882—99 ganz rapide von 9,98 im Jahrfünft 1878—82, auf 6,15 im Jahrfünft 1895-^-99 gesunken. 2) Seit den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ist auch die Anzahl der jüdischen Eheschließungen in ihrem Verhäktniß zu den christlichen Eheschließungen in erheblicher Weise zurückgegangen. Während in dem Jahrfünft 1875—79 in Preußen auf 1000 christliche Eheschließungen 11,42 jüdische entfielen, ist diese Zahl im Jahrfünft 1895—99 auf 9,49 gesunken. Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts haben sich die Mischehen der Juden mit Christen wesentlich vermehrt und zwar besonders die jüdischchristlichen Mischehen (Jude mit Christin.) Während am 1. Dezember 1885 in ganz Preußen 1011 christlichjüdische und 1100 jüdisch-christliche Mischehen bestanden, wurden 1896 bereits 1630 und 1757 derselben gezählt. Diese Menschen thun aber wesentlich dem Judentbum Abbruch, da die Kinder aus denselben mit zentripetaler Kraft zum Christenthum gezogen werden und nur wenige dem Judenthum verbleiben. In Preußen wurden im Jahre 1896 von diesen aus Mischehen stammenden Kindern 75,63 Prozent in der christlichen und nur 24,47 Prozent in der jüdischen Religion erzogen. Dazu kommen noch vielfache Uebertritte zum Christenthum nach erlangter Volljährigkeit. Der Rückgang der Juden an dem Antheil der Gesammtbevölkerung wird nur einigermaßen ausgeglichen durch ihre erheblich größere Lebensfähigkeit, die sich aus ihrer besseren sozialen Lage erklärt. Auf 1000 Geburten von jüdischen Eltern entfallen in Preußen, nur 32,07 Todtgeborene, bei den Christen stellt sich die Zahl auf 35,88. Die Sterbeziffer der Juden war im Jahrfünft 1878—82 mit 17,53 pro Mille schon erheblich günstiger als die der Christen mit 25,23 pro Mille. Sie ist aber im Jahrfünft 1893—97 bis auf 14,73 pro Mille (die der Christen auf 21,28 pro Mille) herabgesunken, „eine Zahl, die als Mortalitätsziffer der Gesammtbevölkerung heute von keinem Staate der Welt erreicht wird und als Ideal der Hygiene angestrebt werden könne." Die Juden haben ihren Sitz vorherrschend in Städten^ gemäß ihrem Erwerbsleben, das sich fast ausschließlich auf Handel und Industrie erstreckt, und hier vorwiegend in besserer sozialer Stellung. Während bei den Christen die Selbständigen nur etwa die Hälfte der Angestellten und Arbeiter ausmachen, bilden die jüdischen Tf

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.