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Der Israelit · 1903-02-12 · Heft 12 (12.2.1903) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 12 (12.2.1903)
Date
1903-02-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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252 dungsunterricht bei den zuständigen Rabbinern, Abhaltung von Konferenzen, Einführung einer zweiten Prüfung. Es sei für ausreichende Besoldung der betr. Beamten Sorge zu tragen. Für kleine Gemeinden müßten die Konsistorien in der Lage sein, Beihülfen zu leisten. Schulkommissionen seien im allgemeinen nur für die äußeren Schulbedürfnisse nützlich; die Aufsicht über den Schulbetrieb führe der Rabbiner. Schulkommissionen und Rabbiner müßten Instruktionen erhalten zur einheitlichen Durchführung aller Maßnahmen. Normallehrpläne für die verschiedenen Schulsysteme seien zu schaffen: mehr Einheitlichkeit bezüglich der Lehrbücher sei wünschenswerth. Auch Stoffvertheilungspläne seien namentlich für die Uebergangszeit unentbehrlich. Zur Erledigung dieser Aufgaben möge eine aus Theologen und Schulmännern bestehende Kommission berufen werden. Auf Verbesserung der zur Zeit ungünstigen Stellung des Hebräischen sei Bedacht zu nehmen, wenn nöthig durch Uebernahme der Kosten desselben auf die Kultuskaffen. Was den eigentlichen Religionsunterricht betreffe, solle man prinzipiell an der Veitragspflicht der politischen Gemeinden zu dessen Kosten festhalten. Ref, schließt mit der Hoffnung, die elsaß-lothr. Judenhcii werde gerne die erforderlichen Opfer für den hohen Zweck bringen. (Beifall.) Corref. Dr. W e i l l - Buschweiler fordert allgemeine Betheiligung der Rabbiner am Religionsunterricht durch mindestens vier wöchentliche Stunden, sorgfältige Vorbildung der Elementarlehrer, und schließt sich bezüglich der Kantoren den Ausführungen des Ref. an. Er ist jedoch gegen eine elsaß-lothringische Kantorcnschulc. Die Aspiranten mögen eine der in Altdeutschland bestehenden Anstalten drei Jahre lang besuchen. Die Mittel seien durch Gründung eines Schulfonds aufzubringen. Ein solcher würde zur Unterstützung armer Gemeinden nützlich sein. Durch eifrige Thätigkeit in dieser Richtung werde der Verband zu Ehren kommen! (Beifall!) Nach längerer Debatte beschließt die Versammlung. eine Eingabe an die Konsistorien zu richten zwecks 1) Gründung eines Schulfonds zur Ausbildung von Religionslehrern und zur Unterstützung armer Gemeinden. 2) Erwirkung von behördlichen Verfügungen zur allgemeinen Durchführung des obligatorischen Religionsunterrichts.; 3) Uebernahme der Kosten des Hebräischen auf die Kultuskassen. - Die übrigen Leitsätze des Ref. werden dem Ausschüsse zur nochmaligen Berichterstattung überwiesen. Ueber die Frage der Gründung einer elsaß-lothringischen Kantorenschule konnte eine Einigung nicht erzielt werdend Zu Punkt 2 der Tagesordnung „Ueber die Nothwendigkeit einer Beaufsichtigung der Mazzenbäckereicn". macht Ref. Dr. Bloch - Oberehnheim. auf die zahlreichen, religionsgesetzlichen Bestimmungen aufmerksam und beantragt, eine Eingabe an die Konsistorien zu richten, behufs Durchführung einer zuverlässigen Aufsicht. Die Versammlung nimmt diesen Antrag einstimmig an. Auch die Anträge des Ref. Dr. Koch, betr. „Vorschläge zur Verbesserung unserer Gehalts-, Pensions¬ und Reliktenverhältnisse," finden einstimmige Annahme. Es soll eine Eingabe an das Ministerium gerichtet werden behufs Einführung von Dienst alterszulagen und. Regelung der Pensions- und Reliktenverhältnisse der Rabbiner nach den für die Landesbeamten geltenden Bestimmungen. Zu dem Punkte: „Gesuch an die Konsistorien betr. Mitgliedschaft bezw. Vertretung der Rabbiner in der Verwaltung der Reliktenkasse," zeigt Ref. Dr. Ginsb u r g e r das Unrecht, das darin liegt, daß die Rabbiner von der Verwaltung ihrer Reliktenkaffe ausgeschlossen sind. Nach dem einmüthigen Beschlüsse der Versammlung sollen die Konsistorien um Abhilfe angegangen werden. In Anbetracht der vorgerückten Zeit werden die übrigen Punkte (1. Antrag an die Konsistorien betr. Mitgliedschaft der Rabbiner in den Verwaltungskommissionen und Mitwirkung derselben bei Anstellung von Kantoren, 2. die Conservierung der noch vorhandenen Urkunden und Denkmäler, die auf die Geschichte der Juden in Elsaß-Lothringen Bezug haben, 3. G. O. des Rabbiner-Verbands, 4. Antrag auf Einsetzung einer Kommission für religiöse Fragen) für heute von der Tagesordnung abgesetzt. Zu Punkt 1 wird bemerkt, daß die Plenarversammlung der drei Konsistoriender Mitgliedschaft der Rabbiner in den Verwaltungskommissionen im Prinzip zugestimmt habe. Entsprechende Verordnungen würden hoffentlich bald ergehen. (Beifall.) Die Versammlung beschließt noch 1) Veröffentlichung der Verhandlungen in jüdischen Zeitungen, 2) Veröffentlichung von Jahresberichten, 3) Anmeldung des Verbands bei den Konsistorien, 4) Gründung eines Lesezirkels. (Schluß der Sitzung 6 Uhr.) Dr. Wiener, Schriftführer. Ungarn. Wintzen, 10. Febr. Die hiesige. Statusquo-Gemeinde gedenkt, durch die Anregung ihres Rabbiners Fülöp Pollak veranlaßt, sich in eine orthodoxe Gemeinde zu verwandeln und unternahm bereits die nöthi-. gen Schritte. Ob cs ihr gelingen wird, ist vorläusig sehr zweifelhaft, da in Galantha der Minister nur ausnahmsweise zwei crthod. Gemeinden in einem Orte gewährte. Jedenfalls verdient die nachahmenswerthe That Anerkennung. Es wäre aber zu wünschen, daß es nicht beim Namenswechsel allein bleibe und sie auch in allen Hinsichten das Programm, das sie auf ihre Fahne geschrieben, auch befolgen möchte.' I. H.

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