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Der Israelit · 1903-02-05 · Heft 10 (5.2.1903) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 10 (5.2.1903)
Date
1903-02-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Schülerinnen, im Jsr. Gemeindehospital hier ihre Lehrzeit durchmachen. Die jetzige Zahl unserer Schwestern ist 24." Die Arbeit unserer Schwestern im Dienste der Krankenpflege ist im Berichtsjahre unverändert geblieben. Außer der Privatpflege dahier, für die wir jetzt 13 Schwestern zur Verfügung haben, war ihre Thätigkeit hauptsächlich dem Hospital der Jsr. Gemeinde dahier und . dem Krankenhaus der Deutsch-Israelit. Gemeinde in Hamburg gewidmet. Mt Freuden dürfen wir wohl hier erwähnen, daß dir Vorstände beider Anstalten uns bei Gelegenheit ihre vollkommene Zufriedenheit mit dem Wirken der Ä» ihnen thätigen Vereinsschwestern ausgesprochen haben. Außerdem versteht eine Schwester ständig de» Dienst einer Armenschwester; derselben wurde gleichzeitig das Amt der Hausschwester zur Unterstützung der Oberin überragen. Wenn erforderlich, wird auch eine zweite Schwester in der Armenpflege thätig sein.. Hirschbcrg, 2. Febr. Der „Bote aus dem Riefengebirge" meldet: „Am 18. Februar wird Herr Pastor D. lic. Schian aus Görlitz im großen Saale des „Kronprinzen" einen Vortrag halten über Nietzsches Philosophie und Religion. Die Veranstalter des Vortragsabends stnd die Herren Rabbiner Dr. Biram, Stadtpfarrer Forche und Pastor Gebhardt. Warum diese drei Herren einen Vortragsabend über Nietzsche gemeinsam veranstalten, erklärt sich daraus, daß sie stch als Bundesgenossen fühlen gegenüber einer Anschauung, der zufolge sowohl der Gottesglaube, als auch die christliche Sittlichkeit bezw. edle Menschlichkeit als abgethan gelten soll. Immerhin, daß der jüdische Rabbiner, der katholische Pfarrer und der evangelische Pastor gemeinsam zu einem Vortrage einladen, läßt noch etwas anderes erkennen: die echte Toleranz, welche trotz des sachlichen Kampfes um die persönliche H?rzenswahrheit die Achtung vor der Person behauptet, bei allem Trennenden das Gemeinsame betont und über die Schranken des Eigenglaubens hinweg die Herzen miteinander verbindet zu gemeinsamem Wirken."- Bravöi - Mönchsroth, 1. Febr. Der Hintritt gottesfürchtiger Personen in die Ewigkeit läßt gleichgesinnte Kreise niemals unberührt, soll sie wenigstens nicht unberührt lassen. Darum ist es nur löblich, daß die jüdischen Blätter über den Tod frommer Männer und Frauen unserer Glaubensgemeinschaft berichten, um so theilnehmende Freunde zu stillem Mitgefühl und ernstem Nachstreben aufzufordern. , Hier ist am 10. Teweth eine der besten und edelsten Frauen unseres Orts. Frau Emilie Mayer, Gattin des feiner Frömmigkeit und Pohlthätigkeit wegen geschätzten Herrn Raphael Mayer, kurz vor Eintritt des Sabbat zur Ruhe des ewigen Lebens eingegangen. Die Verstorbene, vom Geiste unserer erhabenen Religion beseelt, war stets bemüht, die Vorschriften derselben gewissenhaft zu erfüllen und deren Lehren im Leben zu verwirklichen. In ihrem Hause walteten Liebe und Zuvorkommenheit in schönstem. Maße. Darum war sie auch eine von Allen geachtete . Persönlichkeit. Bei ihrer Beerdigung, welche am 11. Januar stattfand, fand stch fast die gesammte Bevölkerung des Orts — darunter auch der Pfarrer — ein, um ihr die letzte Ehre zu erweisen und den beredten Worten zu lauschen, mit welchen Herr Rabbiner Dr. Deutsch aus Fürth den Empfindungen der Trauer und der Verehrung Ausdruck gab. n'nUzn;;• V‘. K ' Oesterr eich. / Wien, 2. Febr. (Die Rente nst euer? Pflicht der Pfa r r - und Ku l tu s g em ei n d en.) Die hiesige israelitische Kultusgemeinde hatte bei Fatierung ihres rentcnsteuerpflichti'aen Vermögens für die Zinsen aus den zeitweilig angelegten Steuern die den Gemeinden im Paragraph 123 des. -Rentensteuergesehes gewährte Befreiung von der Rentensteuer in Anspruch genommen, deßgleichen von den Zinsen, welche das Goldschmidt'sche Legat von etwas mehr als 600,000 Kr., und ferner ein anonym für Zwecke eines Kinderspitals gewidmetes Legat von 100,000 Kr. abwarfen. In beiden Fällen hatten die Finanzbehörden die Befreiung von der Rentensteuer nicht gewährt. Bei der am'22. v. Mts. über die Be-, schwerde -der Kultusgemeinde stattgehabten Verhand< lung vor dem Verwaltungs-Gerichtshöfe nahm der Beschwerde-Vertreter, Vize-Präsident der Kultusgemeinde Dr. Gustav Kohn, den Standpunkt ein, daß hinsichtlich der Zinsen von den zurückgelegten Steuern die Pfarr- und Kultusgemeinden auf dieselbe Begünstigung Anspruch haben, wie die Gemeinden, über-, hauvt. Die Rentensteuerfreiheit von den Zinsen der erwähnten Legate begründete Dr. Kohn mit dem Hinweise auf den humanitären Charakter der betreffenden Einrichtungen. Der Regierungs-Vertreter, Ministerialsekretär Vugno, bekämpfte die Beschwerde und wies darauf hin, daß unter dem gesetzlichen Begriff „Ge-, meinde" nur die politische Gemeinde zu verstehen ist. Der Verwaltungs-Gerichtshof pflichtete dieser Ansicht bei und wies hinsichtlich der Zinsen von den Steuern die Beschwerde als unbegründet zurück; dagegen wurde in Ansehung der Besteuerung der Legatzinsen die angefochtene Entscheidung als ungesetzlich aufgehoben. I i a l i e n.; Abbazm, im Jan. Ein Hirtenbrief den. der hie.-, sige Bischof Älerander jüngst erließ,-, enthält folgende Stelle:! . ■; :, y . / ' 'y. y „Indem Moses im Namen Gottes Denen, die dessen nicht vergessen, Seine Gnade verspricht, durch welche Er die Hebräer aus Egypten hinausführte, und

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