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Der Israelit · 1903-02-02 · Heft 9 (2.2.1903) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 9 (2.2.1903)
Date
1903-02-02
Page
– (sequence 6)
Language
German
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- - 'WAif.ö im J-M..(D i e Juden in M a,'r o k t o.f Durchdix Nachrichten, weiche aus dein in allen Ingen krachenden Reiche.kommest,-zieht sich icie -ein rother Ja - 1>ert dir Mittheilung-vstn einigen dereits erfolgten und -anderen noch'hevokstehendcn Ausschreitungen gegen die, . dortigen Fuden. Gerhard RohlfDsschätzt in der 187!' erschienhW Beschreibung seiner erHn Reise durch Ma» / rokko die Zahl der marokkanischen Juden, die nicht minder als.die Christen unter-'dem religiösen Fanutis» gnus der Mgrokkaver leiden, aus über 200,(XX) Seelen. „Vorzugsweise sieht-man Gold- und Silberarbeiteu.in ^n HänsteU der Juden. Spangen, Fingerringe, Arznüstd -.Fußbänder. (die marokkanischen Frauen tragen oberhalb .der Knöchel schwere srlbeMe -Ringes werden fast ausschließlich von denDuden oergestelltj unter' deren .Leitung auch die Seccg, d. h. die Münze steht- Die auf -.dem Lande., so z. B. in der Draä-lFase-lebenden Juden treiben Büchsenschmiederei, Blechschlägerei, Tischler, arbeii/ . Schneiderei und Schusterei.,) Rohlfs 'schreibt: Ich habe jüdische Gemeinden des großen. Atlas und fast sä'mmtlicherjüdische Ortschaften der Dhaa--und Tafilei Oasen besucht, 'aber immer gefunden, haß-sie sich aus zeichnetep von der, umgebenden! mohamchedcmisch-berberischen Bevölkerung. Ludwig P.ietsch berschtet in seinem .Buche (1878 bei F. A. Brockhaus erschienest) „Marokko" über die „Jehudi": „Nicht nur daß sie gedrückt, geguglt und willkürlich ausgepreßt-werd>n — chich die Pein kleinlichster Demüthigung müssen sie über sicki rrgehen -lassen." Als die kaiserlich deutsche Gesandtschättstin. Frühjahr 1877 in'Fez wqr, .'besuchte L.-Dstuch das- Ghetto: x,Die kleinen Knaben und-Mädchen eilten von allen Seiten heran, um uns..trotz alles MdsrstrebenL die Hgnde zu kiissen. Die Gesichter der,M.Mher^ und Jünglinge, ihre spanischen Anreden druckten herzliche; Freude, fast so. etwas wie Dankbarkeit aus. Die Frauen und Mädchen riefen uns Willkommen iw spanischer .Sprache zu. -Ueber-die .Gesichter, .zumas der jüngeren . von ihnen, ist das Geschenk'der Schönheit wahrhrfi verschwenderisch ausgeschüttet. , Welche / Feinheit des. klaren, weißen Teints, welcher stilvolle, große, reich Schnitt, und wieder weiche. Lieblichkeit der Formen, und welche Augen, in diesen Köpfen!" t \ Auch Rohlfs sagt: „Die Jüdinnen zeichnen sich durch reizende Gestchtszüge aus, müssen dafür aber « auch oft genug, sind sie jn der Nähe eines Großen, in dessen Harem wandern."-. . . ' . Prof. Jcest, der die Schule in Tetuan kürzlich bes sliö^e, erzählt, daß auch die christlichen Kinder die vow, den«jüdischen Gemeinde in Tetuan subventionirten bei--, derLSchulefl besuchen.. Ueber die Schwierigkeiten .dO ) UWrrichtsFrzählte ihm dir Lehrerin Fräulein Behar: „Denken Gre einmal, ich.stoße beim Unterricht auf das- Wort Wagen.. Kein Kind hat aber'jemals einen Wagen gesehen,' denn es gibt keinen in Tetuan." Nur am Hofe lh'es- Sukthn'hh sM/es ist Fez einen ÄMw'gehen, Bei den grundlosen Degen im Lande wäre auch mit einem Fuhrwerk Niemandem gedient. . Neben - den jüdische»' .' Elementarschulen, 'für die sichyie Konsuln der euro., Hälschen^ Mächte.lehr interessirten, , bestehen auch an - mehreren.' Orten. Handwerker« .und Llikerbaüschulen. herisraelitischen Gemeinden, sowie Handarbeitsschulen für Mädchen. Cs wäre- -traurig, wenn dieses Kulkürwer! un's Stockest käme.' '. . ' .! - 9 t » » I Mott Mobept Aüntein. -- 'X. - - Auf der Mckfahrt mich Fenvel schell allen Fragen, ja allem Blicken - Abrahams aus-. - Der kluge Knabe fühlte das sofort heraus. - .(Zr glaubte, der-Vater habe „mit dem. Grafen geschäftlich Unannehmlichkeiten irgend welcher Art gehabt, /die.diese Mtsiimrnüng'veranlaßt hätten. Beide waren' daher ckrvh, als siedle Reise' zurückgelegt und ihr.Heim errücht hatten.' -< Abraham packte die . herrlichen Spielsachen -und, Weggeschenke ausdie er für-sich und feine Geschwister von der Gräfin mitbekommen hatte.- Aber'Feiwel ging mit seinem wackeren Weibe iw ein besonderes Zimmer und erzählte ' alles Vorgesallene., Diwa hing noch in gräfferLr-Zuneigung an dem Kinde, das ihr der Himmel auf.so wunderbare Weift durchnhrett Mann iws Haus., gebracht hatte.. Sie hätte immer mit der Möglichkeit gerechnet, chaß das Kind ihr durch seine Abstammullg 'entzogen würde, .während ihr Mann, immer '.fest.ge-' glaubt chatte, es werde noch einmal aus freier Wahl sich zl'.tn Jüdenthum cheiennen, Aber paß das Kind daf. Adoptinkind eines sech^achen llMlionärs werden solle, das.hätte sie nie'gedacht.. Noch weniger, daß man. fürfeinen Besitz 40,000 .Rubel bieten'würde, wenn sie "auch ebenso sest.alswhr Mann entschlossen war, das. Gelb ^bzulehnen. Aber sich vom ihrem Abraham für immer Dr treyWN, jede Verbindung mit ihm abzubrechen, das öunkte^hr unmenschlich, unmöglich. . - ' „Als ich vyr neun Jahren?daL Kind brachte," sagte Ferwel, „und wir nicht wußft«nMs wir mit dem Kinde ünfangen sollten, hast Dugerathen,' unseren Rabbiner^ Gott erhalte chn gesund und stark, deßhalb zu befragen. Wir haben es gethan und, sind bis jetzt gut' dabei gefahren/,'.Jetzt bedarf es nicht erst dieses Rathes^ da ich unserem Rabbiner versprochen^ habe,, sobald sich'etwas

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