Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 9 (2.2.1903)
- Date
- 1903-02-02
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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besonderes mit dem Knaben, ereignet,^Rhm Bericht zu erstatten. ' Ich Änke,. morgen ^-.all^:. Frühe, nach U. ' reiten, bis gegen Abend bin ich dann ivieder zurück und wir wallen nun Horen, was der, Rabbiner uns für" ptat-hschläge nn.d Weisungen, geben ivird." - - ' 4. . „Hast Du.»ein ' Grafen gesagt, daß-Du erst die. .Meinung des Rabbiners einholen willst?"- ' . -ZRein,.das habe. ich-nicht gethan. Ich'habe nur ' uoii-Deiner Eimvillignng gesprochen, aber.den Rckbbiner habe ich.'mit Bedacht nicht erwähnt, obwohl ich sofort an'Hr^chte.' ä#|ji-frä Rath der Ansicht des Grafen ziuMM sein-sollte, Zö würde der gräfliche Unwille sich DH'MsiMs VbesAränken." - H .; - . ' ' , ' „WiePherlegt Du bist, und wie Du mit' -höhz-r i.-^DkN verhandeln kannstl Mir. wäre der-Mnth und.' Whrt zehnmal ausgegangen, 'und wer. weiß, ob ich nicht-gegen .meinen'Willen manches' zugegeben hätte; ■ so wird aber 4lll.es zum Guten, und wir werden höre»,, was'der Herr Rabbinet uns auftragen wird;" " " A»z. anderen Morgen war Feiwel schon frühe in >1. und suchte (sofort den Rabbiyer auf. , ' - So oft Feiwel während der jüngsten-neun Jahre den Rabbiner gesuchte, erkundigte derselbe.-sich , »inner -nachdem Knaben,' Heute hatte er es nicht nöthig, da.' Feiivel Zuerst-.davon anfing und. Alles berichtete, 'wassich in' den jüngsten acht Tagen zugetvagen hatte. Alse'r mit seinem Bericht zll Ende,war-,, hielt erdinen' Augenblick inne, Nni zuerst,die Frage vorzubringen:.. - „Habe ich,nicht ein, Unrecht,-oder doch einen Fehler, begangen, daß ich dem Grafen'Alles'über den Iuilge.» gesagt habe,.»ms nur wir, Wenige wußten?"- - - „Tie Frage, Feiwel,,'.braucht Euch nicht 'zu, drücken. - Ein Unrecht habt Ihr'ganz, gewiß nicht, ae--- Ihan, toen.n.Ihr die gerade Wahrheit sagtet. "Db Ihr -aber einen-Fehler'-'gemacht habt? .Das braucht Euch noch-weniger zu.- intsressiren. Gott brauch! sehr oft ' unsere-Fehles, um.feille Ziele, herbei zü, führen. Dann .spricht und.handelt der Mensch unter dem.Druck einer unsichtbaren Macht, und diese- Macht isteben die-göktliche, allweise Borschung, die überall zugegen ist^'äm. meisten-aber bei unseren Fehlern. Das, ivas wit dein' Knaben hätte tommen sollen, wäre gastz sicher , doch, ge-' kommen, , wie Ihr auch gehandelt', - hättet., s Deßhalb braucht Ihr Euch darüber keine Gedanken .zu machen." Erleichtett athmete Feiwel auf, , und der greise' -Rabbiner fuhr fort» , . . - , ' ‘ f „Was nun hie Sache selbst-betrifft, Zo unterliegt'..^ kS gar keinem Zweifel,- daß Ihr verpflichtet, seid. das Kind dem Grafen zu überlassen? damit es von dem Baron an Kindesftatt. angenommen wird.- Wenn damals, als Ihr das Kind gefunden habt,»Euch auf -EuL ,rk,m Wege nach Hause der Graf begegnete wäre und das Kistd beansprucht hätte, damit*es 'nichtder Religion .-seiner'-.Elicrn.enjfremh«k wird, so wäret Ihr auch nicht im Zweifel darüber getvesen, dm;''der Graf.mit seiner Forderung - im Kechte ist. - Dazu -kommt-, daß-'' iveyn Ihr E-itch.-gns, .-den. streng rechlichen StandpunN stellen und''.es.auf 'eine'gerichtliche Entscheidung , ankommen,.Iassen-.-woMti Ihr ganz. sicher den Kiirzeien .ziehet.. Erstens ist ver'Gras innerhalb seiner'Güter der -oberste- Gerichtsherr für alle Streitsachen. - Zweitens ist er, auch, wenn er nicht Klägew.und. Richrer in-einer. Person wäre, doch Euer "Herr undZhr seid, sein- Unter?- gebener und drittens ist er Graf Dundukof und Ihr seid der °Inde -Feiwel Schick. -. Ihr versteht-mich doch?" „tBo.llkommem" entgegyete Feiwel.' , , „Was-nun'die Euch angebotene Summe betriff!,' - so ist es ebenfalls kein ZweisÄ, dass,jIhr vor Gott und den Menschen, das Recht habt, sie awzunehmen, zumal :Jhp sie nicht verlangt, sondern-man will sie-Euch -mit Gewalt anfdrängech— Ihr könntet mit dem Gelde. viel Gutes khnn, an Euch sowohl und Eurer Familie, wie au unserer.Gesammtheit. Mit.einem solchen Bellmögeii könntet Ihr Euch -in einer Kehille (Gemeinde) niede'rlaffen und - -brauchtet nicht, mehr,--' wie seit,20 Jahren mit Eurer Familie, vereinsamt o.hße 'Anschluß an Gleichgesinnt; Euer Leben sahttin, jahraus zu vor» bringeiz. Ihr werdet älter,' Eure Kjnder wachsen heran, ich'brauche Euch.' das Alles.nicht'auseinanderzu-. sep'en.'da.Jhr selbst mir oft genug, über dieststrüve, Seite Eures -Lehens-' ..geklagt habt. - Das alles ' könnte auf- .hprett, wenn Ihr'über eine solche - Summe zu verfügen hättet." .i.' Der-Angeredtete .- bestätigte durch einen ' Ziesen' Seufzer -dje zutreffende Wahrheit dieser Worte.' -- „Ich 'sage Euch das alles,"-'.fuhr--demKreis fort, „damit Ihr. vollkommen im Klaren.seid,, w-a-s. das, -strenge Recht hier, vorschreibt. Aber nichtsdestoweniger bin ich.'verpflichtet, .Euch -auch zu sagen,- daß ich selber das'Geld nicht, annehmen, also, von'dem urir zustehenden Rechte keinen Gebraüch' machen-.würde,' Denn, ich in ' derselben Lage wäre., -Die Gründe brauche ich Euch nicht anzugeben, da diese meine, Handlungsweise Euch durchaus nicht bestimmen soll, es msr nachzuthun. Wollt Ihr jedoch,das Geld nicht annehmendann habt Ihr ja Eure, Gründe ohnedies dafür, die wahrschein-- lich mit den meinigen zusamm;nsallen, üNd mit welchen .wir daher keine Zeit zu verlieren brauchen," Feiwel deutete mit einem beifälligen Ricken, an,', daß ,-der Entschluß, das GPd abzulehnen,'bei ihm nach .wievor feststehe, ' ' '• - . „Was nun. die Bedingung betrifft,"' "sprach der. Rabbiner,' „alle Beziehungen,Mtdem Kinde abzn-, brecken, so müßt Ihr Euch, derselben fügen, so, schwer es Euch auch, fallen mag und so unerträglich, esbeson- -.deM M' desi-MckOy jWMch;- Mttt',MMgeheuerliche milder erscheinen , zu lassen, 'muß man sich in die Lage desjenigen versetzen, der nun.an dem Kinde Eure Stelle'versewn soll/ Wer für ein armes Kind, das nichts als fein Leben und seine geraden Glieder hat,