Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 9 (2.2.1903)
- Date
- 1903-02-02
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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giösenSchattirungen zu der Feier «^gefunden, hie von dem Direktions-Mitglkede des WohlthätigkeitsMereins und .ersten Vorsteher der Synagögen-Gemeinde, Herrn /Senator Fischer, bewillkommt wurden. Alsdann / brachte unser verehrter Landrabb.,.H«rr 2)t; Gron e -! mann, unter Hinweis auf den am Tage.zuvor statt-' : gehabten Geburtstag Sr. Mas. des Kaisers, in einer von warmem Patriotismus getragenen- Rede den Kaiser-Toast aus, nach welcher der erste Vers der Rational- Hymne von der Fest-Versammlung stehend gesungen! wurH. Es toasteten ferner der langjährige Schriftführ<r des .Vereins, Herr Julius F r e n s d o r f f', ijn Mwährter Meisterschaft auf die Gemeindeverwal- E>°bei Redner in besonders herzlichen Morten der ^dem letzten Jahrzehnt Heimgegangenen verdienten ^.'M^steher (von denen mehrere gleichzeitig auch der ^' Ehewroh-Direktion angehört hatten), u. a. der Herren ' ^Deh^Commerzienräth Louis Ephraim Meyer, Com- Wn^zienrath Molling, Semmy H. Oppenheimer, Jsaac Hirsch und Julius Kauffmann s. A. gedachte. Herr 'RSesiätor Fischer toastete auf das sen^re, einträchtige?Zhs<Mcnwirken von Gemeinde und Vereins-Verwaltung. Herr A. R o s e n t h-^l auf den Herrn Landrab- 'lnnlr, durch dessen vorzüglichen Worte erst die rechte Fest(sstimmung' in die Tafelrunde gekommen sei. Herr Jacpb Berliner feierte seinen Kollegen im Chrwro- Vorstand, Herrn Bernhard Löwenstein, dessen segens-: -reiches unermüdliches Wirken in der Gemeinde-Repräse^tystz wie im Vorstande, .fast sämmtlicher, wohlthätiger Vereine der Synagogen-Gemeinde in' dem von Herrn Senator Fächer verfaßten und sehr beifällig aufgenommenen „Hohen Lied der^ Chewro", noch ganz - besonders gewürdigt worden war. Den Reigen der offiziellen Toaste schloß Herr Dr. med. Sal. Hirsch, der fein Glas in längerer, .gebundener, humorvoller r Rehe den abwesenden' Damen der Festgenoffen widmete. " Nachdem- Herr Oberkantor L i n h a r d t-Schir-Hamäwjaüs, und,Tischgebet vorgetragen hätte,' erreichte das : " durchaus harmonisch verlaufene Fest, das allen Theil- . nehmern noch lanae^tw-ängeNehmster Erinnerung bleiben, wird, sein Ende. . . - Möge dem Wohlthätigkeitsverein serizerhin eine gesegnete Thätigieit beschieden sein, unter der Leitung der .-'.bewährten Männer, die düs Vertrauen der Mitglieder dazu berufen hat, 'und die der Allgütige unserer.Ge- - tniinde,'welcher Sein weiser Rathschluß in'den letzten * Jahren so manche schwere Wunde geschlagen, erhalten möge in bisheriger Thatkraft. tup. b'Wi hnd ir. - j Oesterreich. Soborte», 30,- Jan. Vor Kurzem wurde in der Pädagogischen Beilage dieses Blattes in Anregung ge- -bracht, oemerkenswerthe Vorkommnisse und Ereignisse aus dem'Schulleben zu publiziren und sie den Berufslreisen bekannt.zu geben. Ich finde Als für zweckmäßig und nützlich. Es dürste aber auch angezeigt sein, über interessante Bemerkungen und Fragen, welche bejm Religionsunterricht von Schülern an den Lehrer gestellt g, werden Pflegen, etwas mitzutheilen. /Ich will dies mit Folgendem thun: ‘ - Ein achtjähriger Knabe (mein Sohn Alfred) fieflte. einst beim sChumeschunterricht Rzur Stelle,, wsvmn Brudermorh Kajins die Rede, ist, die überraschend? Frage: „Wie durste Kajin wegen seines grausigen Rci biechens bestraft werden, da doch zu seiner Zeii.'de.s Verbot, einen Menschen zu tödten, noch gar nicht vor Händen war/ denn ein solches wurde hoch erst dem Npach und seinen Söhnen gegeben?" (Genesis'Kah.'9, D. «;.) Wahrlich, eine verblüffende Frage das, /von einem Kinde, welche nach. taliNudischem Sprachgebrana,?- lauten würde: p'jo mm«. Es schien mir folgende Antwort am geeignetsten: In Kap. 1, V. 29 das. Heist es: Und Gott sprach (zum Menschen), „siehe, ich gebe -euch alles Kraut und alle Baumfrüchte.zur Nahrnna/- ein Thier zu tödten, um das Fleisch zu genießen, n-ar aber bis zu Noas Zeit nicht gestattet. Es ist. nun selbstverständlich, daß einen Menschen zu. tödten um in strenger verboten war, da doch-dieser im Ebenbild? Gottes erschaffen wurde. Dem Noach und seinen Jfart;.- komnien hingegen wird der Fleischgenuß und somit-auch, das Tödten des Thieres zu diesem Zwecke.erlaubt, dn rum muß es.hü ausdrücklich betont cherden:'„Aber iver. has Blut eines Menschen vergießt, - dessen Bin: soll auch vergossen werden." (Kap. 9, V. 6.) ' Ein andermal frug ein siebenjähriger Knirps des Rambams „harbe Kafchje", in seiner naiven, kindlichen Weise: „Der liebe Gott weiß doch im. Voraus'alles, was in Zukunft geschehen wird.. Wozu brauchte denn der liebe Gott den Abrahaw auf die hart? Probe.;u stellen, ob dieser gehorchen und auf Gottes" Best bl ..seinen Sohn opferst werde, da doch der liebe Gott im, Vor-aus wüßte, daß Abraham die Versuchung bestehet; wird?" . - Ne Antwort» die ich zu geben..wußte, , lautete- „Wohl wußte das der liebe Gott vorher, .aber die Bibel will uns in Abraham eint Vorbildzeigen, wie auch wir bereit sein sollen, selbst das Kostbarste ani Erden zu opfern, wenn es Gottes Wille ist, und Abrahams Beispiel zu folgen uns bestreben sollen." Natur sich läßt sich einem Kinde nicht mit philosophisches Auseinandersetzungen antworten, und. ich war genöthigt, zu dieser Ausflucht zu greifen. . Vielleicht weiß Jemand eine richtigere Antwort? Ich wäre nur dankbär dafür, wenn ich aus dem zahl reichen Leserkreise .dieses Blattes eine solch« erhielte. - Rabbiner H./G a l a n d a u e r. Prag, im. Jan. Wie . ein getaufter Jude von seinen Parteigenossen behandelt wird,' erfährt jetzt der Czechensührer vomjüdlschen Stamme, Dr. Stransky.