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Der Israelit · 1903-02-02 · Heft 9 (2.2.1903) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 9 (2.2.1903)
Date
1903-02-02
Page
– (sequence 2)
Language
German
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heranreicht. .Der Gehalt eines solchen armen Jüngers Mercurs schenkt nämlich für gewöhnlich zwischen 30 .und-'60 Mt. monatlich. Der ganze große GeMlb geht dann allein fiie die Pension drauf,., denn unter M Mk.'hro Monat ist in einer. Stadt' keine rituelle Pension erhältlich., Ein Dienstmädchen aber bekommt außer ihrer Verpflegung auch.noch einen Lohn von durchschnittlich MW2H pro-Monats Ein solches Dienstmädchen braucht allerdings auch nicht, wie dies ist vielen Fällen-vom Kommis verlangt wird, im Bestie der Äerechtigung" zum einjährig-freiwilligen Dienst zst sein. Ter junge Kaufmann, ist' also immer noch auf' die Unterstützung seiner Angehörigen angewiesen, oder^ —.— er muß zu Ünehrlichkeitensteine Zuflucht nehmen^ , In, einem, hiesigen, 'sehr bedeutenden Manuiaktur- ' lvaaren-Geschäste, das über ein ganzes Heer vow'Lehr-' lingen und jungen Kommis verfugt, wurden . I>eTeil^ mehrere große Äaurendiebstähle entdeckt. Die 2Hüter'. .. waren jedesmal derartige miserabel bezahltes junge' Leute, die auch vorn Ojericfjt zu Freiheitsstrafen verur- . tbeijt werden. Die wahren Schuldigen sind m, solchen Fällen jedoch die Chefs. Soll hoch obige Firma sage und schreibe schon Anfangssa'läre von Mk., lwßnwnat^ Pich lwohlverstanden ercl. Kost und Logis) ' gezahlt . haben. .. - * , ' - Hat nun ern junger Mann nicht .das Glück, in dem Hause, in dem er mehrere Jahre gratis-gearbeitet hat, .auch als besoldeter Kommis bleiben zu können, so ist ei nun genöthigt, sich nach einer'Stelle in einem anderen .Geschäfte . umzusehen. Bleibt 'er, seinen religiösen Grundsätzen treu und versuchter, wieder in'einem an Sabbat und -.Feiertagen geschlossenen Hauseanzutorumen, so muß er vor-Allem,, rvie aus Obigem hervorgeht. ferne Ansprüche sehr niedrig, stellen: Gewöhnlich . aber erlahmt seiwe. Energk, er verliert die Geduld', oft. bat 'er. auch .die Mittel., nicht mehr, zu warten, und ersieht sich genöthigt, die erste beste-Stelle in einem'nicht religiösen Hause an.zuneb.inen.- Er wird also am Sab- ' bat arbeiten, ni'mnrt es'auch mit den Speisegesetzennicht sehr genau, und wird sich bald ganz vom ortho - * deren Jlldenthum lossagen. Gewiß gibt es auch grosse, ' am Sgbbüt geschloffene Geschäfte, die ihre Angestellten angemessen besolden, und in denewdie Lehrlinge noch etwas Tüchtiges lernen und..-sich'-eine Lebensstellung , erringen können; doch ihre Zahl. ist wider.^gering. Wie ist nun gegen die Thatsache des/Abfalles der jüdischen Handlungsgehülfen -vom orthodoxen JudenthuM' anzukämpfen? . W Die,ersten Schritte sind bereits gethan. Es haben sich in. verschiedenen Großstädten Vereine gebildet, die gratis oder nur gegen Vergütung der Auslagen, die Pestyüng offener'Stellen ln am Sabbat geschloffenen Geschäften vermitteln und auch Erfolge zu verzeichnen - haben. Leider sind dieselben aber sehr problematisch. Tenn.besser besoldete Stellen werden, . jveil c|- keine; gibt, bei diesen Vereinen nicht angemeldet/' Die Salare l der ^durch das-hiesige Bureau beispielsweise besehren. Stellen sind'nur in den seltensten Fasten höher a!^w.i- Mark per Monat, meistens aber noch bedeutendnWu - ger. Aus solche Art-tragen diese Sierexne. inbrrctr uno ‘ ohne es zu wollen, an der miserablen Bezahlung mit ■ Schuld. Wenn die Vereine sich von.vornherein. uwigcr-. würdex^ solche schlecht bezahlten Stellen zu bcfenni, wäre es wohl auch in pekuniärer Hinsicht -der crtie Schritt zur Besserung der Lageder orthodoxen lungsgehülfen gethan. ' (Dann würden diese' Vewstcwohl sich mehr schaden, als.der Sache nützen. Neda Ferner sollten die Chefs der am Sabbat aeswdawnen Geschäfte die frei werdenden Posten nur mit suchen jungen Leuten besehen, denen es mit der Heilwmw des Sabbats auch Ernst ist.Hanölungsgeladstn, denen es 'gemäß ihrer Erziehung oder Anschwmnn einerlei ist,- ob sie am Samstag arbeiten müssen ->v nicht, finden, wenn sie etwas Tüchtiges leistenhin verhältnißmäßig leicht in nicht orthodoxen HU 'an .citie Stelle, während sie den freien Tast im iiiira'i ' Fall zu eineni Nebenerwerb benutzen und .den Vara doren Kollegen nur unnöthige Konkurrenz innwa.a Aber'auch, die'Eltern sollten nicht ihren Ebc.^i; darin sehen,' ihre, Kinder absolut zu 'JlaiifLeine?*;u machen, selbst wenn sie nur ganz geringe Fäbi,.-Jäten - und, wenig Kenntnisse besitzen, denn noch lW adu noch als je hat das- Handwerk einen goldenen/BMm Daun würde das große Angebot namentlich der wenn ger gebildeten Handlungsgehülfen Nachlassen, und die Prinzipale sähen sich genöthigt, Gehälter zu rKcw,' die den Ansprüchen, die sie an ihr,e jungen Lcuu. üelleu. eher entsprächen. Eignet sich' aber ein junger w-am sÜL, den kaufmännischen Beruf, so istes die PN-iW nr Angehörigsn, sich gena'u über das Geschäft. dem w en gehendeWKaufmann. anvertraüt wird, zu infowniwu. Es genügt nicht, wenn das betr., Geschäft für gra' nnw reich gilt, sondern, ob das Haus siine Angestellie;: nwc messen besoldet und anstandxg behandelt. Bor .allen 'Dmgerr aber muß der Lehrling in richtiger Werre re - schäftigt werden und Aussicht haben, nach bcenr-acr Lehre von seinem Ehef als Kommis engagin werden. Dann würde wie «Unzufriedenheit, unter een orthodoxen Handlungsgehülfen aufhören. Tie C'r-'^- aber wären gewiß nicht die . letzte^ die von der zunehmenden Arbeitsfreude ihrer Mitarbeiter den-Gua theil hätten.. ' > W DH Zetttt«g-«achrichte» «-rd «orresponvenzcn- . - D e u t s.ch l a n d. Berlin, 27. Jan, Das jüdische Herz a keiner Zeit verleugnet. Wo. es gilt, tauseksdi,a,-'>'s , Bangen unD Hoffen in der Menschenbrust.zu stmro, da haben sich noch imnrer edle Herzen gefunden, hie jn der >

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