Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 8 (29.1.1903)
- Date
- 1903-01-29
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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t t t. i i: L vs (r y \ t K f f I- Worten den Kern, das Wesentliche Ihrer Anschauung gar nicht berührt habe. Ich Lin mir dessen wohl bewußt. Sie dürfen versichert sein, daß Sie von kompetenter Seite auch hierüber Näheres hören werden. Sie verfechten eine Anschauung, an deren ungeheurer Tragweite Sie nicht zweifeln, die Sie deßhalb um so tiefer zu begründen und um so unwiderleglicher, zu machen suchen. I ch aber wollte Ihnen an einem Beispiel zeigen, daß Sie Ihr Beweismaterial nicht mit derjenigen Unbefangenheit und Genauigkeit herbeibringen, die in wissenschaftlichen Dingen unerläßlich ist. Man kann leicht dazu neigen, aus dieser einen Ungenauigkeit den Rückschluß auf andere zu machen und so Ihrem Beginnen noch ablehnender und Ihrer Anschauung noch skeptischer gegenüberzutreten, als es ohnehin schon geschieht. . ZeMmgSrmchriHLsr; rmd SosrespsrsvemsN. U n g a r n. Eperjes,im Jan. (Taufe'stattKaution.) Ein charakteristischer, sehr interessanter Fall, der für die Leser des „Israelit" auch von Interesse sein dürfte, macht hier in jüdischen Kreisen viel von sich reden. In dem naheliegenden Städtchen Kapi wohnt , als - Verwalter eines gräflichen Gutes ein Jude Namens A., in dessen Tochter sich ein Oberleutnant der hiesigen Garnison, gleichfalls ein Israelit, verliebte. Als es aber zum Heirathen kommen sollte, fehlte die nöthige Kaution. Denn weder der Vater der Braut, noch der Oberleutnant verfügten über die erforderlichen 10,000 Gulden. Was da thun? Herr A. verfiel nun auf den glücklichen Gedanken, die gutherzige Gräfin Wittwe, die Eigenthümerin des von ihm verwalteten^ Gutes, um die Summe leihweise enzugehen, und sprach eines Tages auch wirklich bei ihr vor. Und siehe! Seine Bitte war von glänzendem, ganz unerwartetem Erfolg. Die Gräfin wollte die 10,000 Gulden nicht nur borgen, sie erklärte sich vielmehr bereit, den Betrag den zwei verliebten Menschenkindern zum Geschenke zu machen; aber sie stellte eine Bedingung! Denn sie wollte als gute Christin durch ihre menschenfreundliche Großherzigkeit auch ein heiliges Werk vollbringen. Die Beiden müssen sich erst taufen lassen, und sie, die Gräfin, wolle Taufpathin sein, dann wolle sie das Geld hergeben. Herr A., dem seine Religion keinen Pfifferling werth war, willigte vergnügt ein, seine Tochter aber jubelte vor Freude. Denn — so pflegte sie sich zu äußern — der Gedanke ärgere sie unendlich, eine Oberleutnantsgattin zu werden und Jüdin sein zu müssen. Auch der Leutnant selbst erhob gegen die Bedingung der Gräfin keinerlei Einwand, und so wurde die Taufe vorgenommen. Nach dem Taufakte — so erzählt man sich — soll die streng-gläubige Gräfin den amtirenden Geistlichen befragt haben, wie wohl er und die Kirche über diese ihre schöne That denke?, worauf der Geistliche entgegnet haben soll, daß mit den Beiden, die sich nur um des Geldes willen taufen ließen, die Kirche ebensowenig gewonnen, wie die Synagoge verloren habe. Als nun jetzt vor der Hochzeit das Paar die Gräfin um die Ausführung ihres Versprechens anhielt, erklärte diese den verblüfften Brautleuten, daß sie nicht gemeint habe, ihnen Geld zu geben. Sie hätte nur geglaubt, daß wenn sie sich taufen ließen, würde es wohl mit Protektion durchzusetzen sein, daß ihnen die Kaution nachgesehen werde. Sie wolle nun auch wirklich alle ihre hohen Verbindungen in Bewegung setzen und ihren - Einfluß geltend machen, damit das Paar auch ohne, Kaution die Heirathsbewilligung erlange. r Obste es wohl durchsetzen wird, und wenn nicht,. ob die Beiden dann wieder Juden werden? . Mols Altmann, Rabb.-Kand..' D a n mr a r k. Kopenhagen, im Jan. Am Sabbat Ehanukah hielt in der dichtgedrängten Synagoge Herr Oberrabbiner Simonsen seine Abschiedsrede, von welcher alle Anwesenden tief ergriffen wurden. In der vergangenen Woche brachten die Tagesblätter die Mittheilung, daß Oberrabbiner Dr. Simonsen vom Könige' zum Professordonvris eauk-aernannt worden ist, welche Thatsache in der ganzen Stadt große Befriedigung hervorgerufen, da Oberrabbiner Simonsen sowohl als Mensch, wie auch als Gelehrter großes Ansehen genießt. — Eine hiesige Wochenschrift „Illustrieret Tidend" . bringt in einer ihrer jüngsten Nummern sein Bild und einen Artikel über seinen bisherigen Lebenslauf, in welchem es unter Anderem heißt: „Seine umfassende Tüchtigkeit zeigt sich nicht nur in der Führung der Synagogen-Angelegenheiten, sondern auch bei allen WohlthätigkeitZwerken, welche er in einer Reihe von Jahren geleitet. Er hatte selbst stets eine offene Börse und verstand es auch sehr gut. Andere zum Geben zu veranlassen. Wo es auch galt, zu helfen, ob innerhalb seiner Gemeinde oder Nothleidenden in fremden Ländern. immer war er der Erste. Im Laufe der Jahre schuf sich Herr Oberrabbiner Simonsen eine der größten Bibliotheken Dänemarks, die ungefähr 18- bis 20,000 Bände zählt und ihrer seltenen Exemplare wegen weithin berühmt ist. Dabei hatte Oberrabbiner Simonsen immer Zeit für Jeden, der ihn besuchte und seinen Rath einholte, und deren gab es nicht Wenige. Seine Bereitwilligkeit, zu helfen, kam Vielen in seiner. Gemeinde zu Gute. Seine geistigen Interessen beschränkten sich nicht auf sein Spezialfach. Er wird sich mit einem Juristen mit ebenso vollständiger Sachkennt-