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Der Israelit · 1903-01-29 · Heft 8 (29.1.1903) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 8 (29.1.1903)
Date
1903-01-29
Page
– (sequence 20)
Language
German
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niß über das Neueste in der Rechts Wissenschaft unterhalten können, wie mit einem Arzte über die neuesten Errungenschaften auf dem Gebiete der Medizin, oder einem Kollegen über talmudische Fragen." 7 Möge Rabbiner, jetzt Professor Simonsen, in der Wissenschaft, der er sich nun ganz widmen kann, vollständige Befriedigung finden und es ihm noch lange vergönnt sein, in diesem Sinne für das Judenthum zu wirken. Sehr zu beklagen ist es, daß ein Mann von so vornehmem Wesen und uneigennützigem Charakter den Stand verläßt, dem er stets zur höchsten Ehre gereichte.- : w * Rußlan d.d. Petersburg. (Die Juden in Sibirien.) Durch einen Befehl der CentralregierUng in Petersburg find die kleinen Tyrannen im fernen Sibirien angewiesen worden, ihre feit längerer Zeit gegen die. Juden angewendeten, diese ruimrenden Manipulationen bis auf weiteres einzustellen. Es handelte sich dabei in erster Reihe um die jüdischen Handwerker, die bekanntlich im ganzen weiten Czarenreich wohnen dürfen. Diese durch das Gesetz von 1866 den jüdischen Handwerkern gewährte Ausnahmestellung ist manchem russischen Tschinownik ein Dorn im Auge, und so haben die kleinen Judenfresser in Sibirien, wo der Czar so weit ist, eine alte, aus dem Jahre 1837 stammende'Bestimmung ausgegraben, mit deren Hilfe sie den jüdischen Handwerkern das Wohnen in Sibirien verwehren zu können glaubten. Ein weiteres Objekt für antisemitische Chikanen bildeten die Nachkommen der nach Sibirien verbannten Juden, welche auf Grund einer willkürlichen Auslegung einer alten Bestimmung in dem ehemaligen Verbannungsort ihrer Vorfahren internirt werden sollten. Da die in ihrer ganzen Existenz bedrohten Juden sich gegen die Willkür ihrer Peiniger zur Wehr setzten, und tausende von Klagen in Petersburg einliesen, befahl die Regierung dem Senat, die Angelegenheit näher zu prüfen, und ordnete gleichzeitig an, daß bis zur definitiven Senatsentscheidung die Juden Sibiriens einstweilen in Ruhe gelassen werden sollen. Bemerkenswerth ist, daß die Bevölkerung Sibiriens selbst den Juden durchaus sreundlich gesinnt und die einheimische sibirische Presse, mit alleiniger Ausnahme des Wladiwostok, gar philosemitisch ist. . — (Ein kaiserlicher G n adenakt.) Es häufen sich seit kurzem die Fälle, wo Czar Nikolaus jüdischen jungen Männern, die als „Ueberzählige" auf keiner russischen Universität mehr Aufnahme gesunden haben, und daher gezwungen sind, ihren Bildüngsdrang auf einer Unversität des Auslandes zu befriedigen, gestattet hat, ihrer Militärpflicht erst nach Beendigung ihrer Studien zu genügen. Nachdem erst vor kurzem dies einem jüdischen Studirenden auf der Universität Königsberg und dann einem solche« auf der Münchener Universität gestattet wurde, hat der Czar auf seine Eingabe hin dem jüdischen Studenten Jacob Goldenberg, der in Paris seinen medizinischen Studien obliegt, bis zur Beendigung seines Studiums von der Erfüllung seiner Militärpflicht dispensirt. Durch solche Gnadenakte gegen die ohne ihr Verschulden von den russischen Universitäten ausgeschlossenen Juden sucht der Czar den durch die prozentuale Beschränkung angesiisteten Schaden theilweise wieder gut zu machen. Näher gelegen wäre es allerdings, wenn der Czar die Aufnahme dieser Bittsteller auf eine der russischen Universitäten verfügt hatte, selbst auf die Gefahr hin, daß dann einige Juden „über die Norm" hinaus auf den russischen Universitäten studiren würden. Neu ringegsAgenr Bücher. - (Besprechung Vorbehalten, thellweise bereits in früheren Nummern besprochen.) Dornstätter, Dr. Paul. Abraham. Studien über die Anfänge deS hebräischen Volkes. 279 S. Pr. Mk. k.—. Freiburgi. Br. H erd ersche Verlagsbuchhandlung. Abel-Musgrave, Curt. Memoiren eines Couleur-Studenten. 156 S. 2 Aust. Berlin 6 19. E. Heckendorff. Bäck, Dr. Leo. Harnacks Vorlesungen über das Wesen des Christenthums. Sonderabdruck aus der „Monatsschrift für GcschiÄte und Wissenschaft des Judenthums.* 2. vermehrte Aufl. 31 S. Pr. Mk. v.60. Breslau. Wilhelm Koebner. Rabinowitz L. fmn*n mny tsmijMip)meinen~ied 1. Lieferung. St. Petersburg. Verlag des „Hainelitz" Die Zerstörung der Bibel. Flugschrift der Arbeitsstelle der technischen Stande in Charlottenburg, Fänger und Heimann. Th« Jewish Encyclopedia. A descriptive record of the history, religion, Literature, and knstoms oftheje- \rish peple from the earliest times to the present day. Complete in twelwe volnmes III. voL New-York and London. Fnnk and Wagenalls Company. Gebete bei Sterbefällen und auf Friedhofen. >2 m&* "ßD LN8. Jn's Ungarische übersetzt und mit Erklärungen versehen von Natan HalLsz, Schuldirektor. Eleg. Geb. Pr. 3.— Kr. Budapest. Herausgegeben von der Budapester Chewra-Kadischah. Das Buch ist sehr elegant hergestellt, sowohl der hebräische, wie ungarische Druck sehr sauber und deutlich und es ersetzt alle die früheren, kleineren Hilfsbücher. Freimänn, Dr. A. und Dr. H. Brody. Zeitschrift für hebräische Bibliographie. Unter Mitwirkung namhafter Gelehrter herausgegeben November-Dezember-Heft. VI. Jahrgang. Frankfurt a. M. J.Kauffmann. Petu chowski. Dr. M. Rabbiner. Mischnaiot. Hebräischer Text mit Punktation nebst deutscher Übersetzung und Erklärung. III. Theil. — Sedar Naschim. XXXITT. Lieferung. Ketubot-Nedarim. Berlin 1902. H. Jtzkowski7 Gruber, Carl, Patiffier, Bockenheim. Die Conditorei in Wort '.und Bild. Zweite Aust. Jll. Pr. M. 5.—. Eleg. geb. 320 S. Verlag deS Verfassers. . .7 4 3 4 i •i 1 I i

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