Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 8 (29.1.1903)
- Date
- 1903-01-29
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Blicken, mit auffauchzender Stimme den letzten Schmalz Jisreol-Ruf auf dem Scheiterhaufen zu sagen -7heute, y in unserer märtyrerarmen Zeit — zu sagen im Stände y wäre! Ich glaube, solche Juden gibt es wohl noch hie und da, Md man pflegt ihnen den schmeichelhaften Nahmen: wahnsinnige Chüßidim beizulegen, ein solcher l; Opfermuth, eine solche rücksichtslose Hingabe an die Erfüllung des göttlichen Wortes findet sich wohl noch ^' zuweilen versteckt, unbekannt, verlacht und verspottet : — aber nach Hunderten, nach Tausenden zählen die jük dischen Märtyrer des neunzehnten, des zwanzigsten 1 :Jahrhunderts wohl nicht. t' yV;;”'y(Fortsetzung folgt.); V - - | - ZettN^IsKschrLchLeN SssrW-srÄsrrres. Irr": - Deutschland. f■ Berlin, 27. Jan. Von Herrn Dr. Hirsch H i l - desheirner erhalten wir folgende Zuschrift: [ Gestatten Sie mir, zm Berichtigung der mich be- - treffenden Ausführungen an leitender Stelle Ihrer letzten Nummer, nachstehende Bemerkungen: L. „Es ist mir selbstverständlich nicht in den Sinn [ gekommen, eine „Protestkundgebung gegen Prof. Def litzsch's Behauptungen" anzuregen, geschweige denn, daß l ich es als Sache des „Central-Vereins deutscher! Staatsbürger jüdischen Glaubens" bezeichnet habe,! „gegen diesen Angriff im Namen der deutschen Juden - Verwahrung einzulegen." Vielmehr habe ich es, um r der Verwirrung, welche die Delitzsch'schen Vehaupl tungen auch in ununterrichteten jüdischen Kreisen anzuk ' richten drohen, zu begegnen, als wünschenswerth be- > zeichnet, daß in ad hoc zu veranstaltenden Versamm-! lungen die Hinfälligkeit jener Behauptungen dargethan wird. Im Anschluß daran empfahl ich, daß auch der \ : „Central-Verein" eine derartige Versammlung veran- 4 fialten möge. - j. Zu der Ansicht bekenne ich mich allerdings, daß der l Vortrag Delitzsch's, seine Ausführungen über die „schreckliche Lehre" von dem „engherzigen, jüdischen Nationalgott," über die untergeordnete Stellung der Frau im Judenthum, „über den nichtjüdischen Ursprung der Zehn Gebote, über den „erotischen Charak- > ter" des Schir Haschirim, über die „Blasphemien" im > Buche. Hiob — daß alle diese Angriffe auf unsere hei-; Höften Heiligihümer eine schimpfliche Beleidigung des jy Judenthums bedeuten, gegen welche wir nachdrücklich!! uns wehren müssen. Diese Abwehr braucht nicht in. | „altassyrischer Sprache und Schrift" zu erfolgen, es gef nugt dazu die elementare Kenniniß unseres religiösen s Schriftthums, für welches zunächst wir selbst uns einzusetzen verpflichtet sind. Von diesem Pftichtgefühl geleitet, habe ich in der letzten Versammlung des „Een-' tral-Verems": die Ungeheuerlichkeit jener. Anschuly digungen an einigen Beispielen gekennzeichnet. .Wenn Ihr BerHner Korrespondent über die Gey fährlichkeit der Angriffe Delitzsch's anders urtheilt, wie :} ich, und auch durch die Ausbeutung derselben Seitens , der radikal-liberalen und antisemitischen Tagespresse nicht eines Besseren belehrt worden ist, so habe ich dafür? y nur die eine Erklärung, daß er die Referate über den . Delitzsch'schen Vortrag gar nicht oder mehr: wie oberflächlich gelesen hat." y Aschaffenburg, 21. Jan. Vorgestern fand dahier y' die Wahl des Vorstandes der hiesigen isr. Kultus-. - gemeinde statt. Es wurden gewählt die Herren: Abr. ) Oestreich mit 94 Stimmen, Leop. Sohlinger mit 87- Stimmen und Abraham Hamburger mit 66 Stimmend? Letzterer,, seither Kultusvorstand, erhielt '.nur zwei. Stimmen über die Majorität. / - - Bei der am Samstag Abend im „Freihof" stattgey habten Wählerversammlung, die von mehr als'80 Gemeindemitglieder besucht war, wurde der seitherige Kul<? tusvorständ sehr scharf angegriffen. Die Versammlung > - war von „Gemeindemitgliedern, die mit der seitherigen.? Verwaltung nicht einverstanden", einberufen. Es würde y von den Herren E. Neuburger und Otto Strauß, dem Vorstande Vorhalt gemacht insbesondere darüber, daß'/ derselbe mit Gemeindegeldern nach Willkür verfahre, indem sehr große Kapitalien ohne Wissen der Gemeinde? verausgabt .worden seien, und ohne daß die- Gemeinde - auch nur mit einem Worte gefragt worden sei, während /? nach den Gemeindestatuten der Gesammtvorfland nur 600 Mk. jährlich ohne spezielle Genehmigung der Gemeinde verausgaben darf. Auf die persönliche Ent-y gegnung des Herrn Abr. Hamburger, daß wohl auch während der früheren Amtsperiode des Herrn Neuburger mehr als diese Summe pro Jahr verausgabt worden , seien, erwiederte Herr E. Neuburger, daß er sich hieran nicht erinnern könne, doch gegebenen Falles sich strenge; ■ an die Statuten halten und einen Verstoß strenge vermeiden würde, während Herr Hamburger sein statutenwidriges Handeln damit entschuldigte, daß er event. / ' wieder gegen die Statuten handeln würde. Auf den 7 Vorwurf, daß es bei dem großen Etat der Gemeinde? / unverantwortlich sei, dieser keine Rechenschaft über die Verwendung der Gemeindegelder —16,000 Mk. pro - Jahr! — zu geben, erwiederte Herr Abr.. Hamburger, ' daß hierzu nach den Statuten keine Veranlassung, und? die Statuten umgearbeitet werden müßten. Es wurde ihm jedoch richtig entgegengehalten, daß er hierzu i während seiner mehrjährigen Vorstandschaft Wohl Zeitgehabt hätte, und daß es sehr zu verwundern, daßHerr Abr, Hamburger erst jetzt das BedürfNiß einer Sta-?? tutenänderung fühlt! Recht amüssant war es, von Herrn Hamburger zweimal die bittere Klage zu hören,