Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 8 (29.1.1903)
- Date
- 1903-01-29
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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— MUMM WA so führte Professor Oppert -aus, ist eine Landschaft Spaniens, das heutige Andalusien und ein Theil von Granadm Es wurde von den Phöniziern nach den Bewohnern, den Tarten oder Turten. benannt, und war ebenso wegen seiner Fruchtbarkeit, als auch wegen der natürlichen Begabung seiner Insassen berühmt, welche noch in römischer Zeit als Staatsmänner und Schriftsteller sich bekannt gemacht haben; so zum Beispiel Ilammtr der Kaiser Trajan aus dieser Gegend. Bereits 1300 v. d. g. Z. kamen die Phönizier noch Tarte-ssis, und von den großen Schiffen, die dort gebaut wurden, nannte man im Alt;rthume allgemein große Seeschiffe, die phönizischen Pentetonteren, mit 600 Mann Bemannung v gußer der Schiffsmannschaft: Tarsis- Schiffe. Es gab etwa drei phönizische Niederlassungen in Tartessis: bei Gadirz ' am Guadalquivir und bei Cadix (Gades), woselbst ein Tempel des Melkart, wie in Thrus bestand. Die Fahrten nun, die König Salo-, >non und König Hiramvon Tyrus gemeinsam unternahmen und zu denenin Ezjon Geber, dem damaligen Hafen der Juden am Rothen Meere, die Schiffe gebaut wurden, können nicht nach Tartessis gegangen sein, denn dorthin konnten die Phönizier Sie gingen in'S Goldland, das Indien, zum Theil nach O nach, daß Elephanten, Äf direkt gelangen, aßt zum Theil nach tafrikä. ^Der Referent wies en und Pfauen, welche die Indien kommen Juden heimbrachten, damals nur au konnten, was auch durch sprachliche Verwandtschaft der in der Bibel für diese Dissge gebrauchten Be Nennungen mit dem altindischen Namen zu stützen ift, Dazu kommt, daß eine Fahrt'vom Rothen Meer nach Indien und zurück, wenn man die Windströmungcn des Südwestmonsum zur Hinfahrt und des Nordostznonsum zur Rückfahrt beabsichtigt, und einen nichtallzulangen Aufenthalt in Indien hinzunimmt, imAltsrthum etwa drei Jahre in Anspruch nahm, womit ssre Nachricht der. Bibel von den dreijährigen Fahren stimmt, deren Ziel nicht genannt ist. Ophir nun ist nach Genesis X, 29, der zweite Sohn des Jogdan; die Jogdaniten find jn Siivarabien seßhaft, und der Dortige Hafen Sephara war das Emporium für die lPaaren aus Indien und Afrika. Der Name Ophir ist >auf diese Gebiete Südarabiens und dann auf di/Theile der Osttüste. Ofrikas anzuwenden, die hier in der Nähe lagen und viel. Gold besaßen,, das später dann mehr ausgebeutet war, wie ja auch moderne Goldbergwerke erträgsärmer werden; später wurde der Name Ophir auf och weitere Grbietstheile der afrikanischen Ostküste übertragen. So identifizirt Jofephus Ophir mit Afrika und beruft sich Hierbei schon auf Alexander Polyhistor. Der Referent bewies, , daß die Expeditionen, die-nach Ophir gingen, nicht nach Tharfchifch gingen, und daß die dreijährigen Expeditionen nur nach Indien gerichtet gewesen sein können. Ophir, zuerst das heutige Hgdramaut in Südarabien, ehe der Name weiter auf die ostafrikanischen Küstengebiete übertragen wurde, lag zu nahe, für eine gemeinsame Expedition Salomon'S and Hiram'S, diedowEzjon Geber im Ostwinkeldes Rothen Meeres ausging und Indien zum Ziel gehabt haben muß. woselbst sehr alte Goldbergwerke nachgewicscn sind. - Italien. Rom. «Abbruch e i n e s G h e t t o.) Das Ghetto von Modena, welchts 1638 vom Herzog Francesco als, „Einhegung der Juden" errichtet wurde,, soll nunmehr als Zeichen der vollzogenen Emanzipation abgerissen werden. . Dasselbe besteht im Wesentliche» aus den beiden Straßen Blasia and Coltellini, sie be reits zur Zeit der Römer existirt haben sollen. Ebenso alt wie die zwei Straßen soll auch die jüdische Gemeinde selbst sein, welche schon bis auf die Kaiserzeit zuriicldatiren soll. Sicher aber haben am Beginn des 14. Jahrhunderts schon zahlreiche Juden in Modena -ge lebt, wo sie wegen ihrer kaufmännischen Begabung, sowie wegen der großen Rolle, die sie in Kustst, Gewerbe und Industrie gespielt haben, von der Bevölkerung -und den Behörden sehr geschätzt wurden. 9 nt 11 11 t $ «. Wan Wovert «rkänletn. >:» Andererseits war der Graf formell! mit diesem Anerbieten nicht.nur in seinem Recht, cs war sogar feine Pflicht/ so zu handeln, und die wahrhaft edelmännische Weise,, mit welcher er dieser Pflicht genügte, batte Feiwel bestimmen müssen, dankbar, seinem Herrn, und Wohlthätcr die Hand zu küssen. ' Er duxfte sich gar nicht dagegen beschweren, wenn das christl. ■ Kind dem., Christenthum und damit einer glänzenden, sozialen Stellung zugeführt wurde, die doch die kühnsten Erwartungen und Hoffnungen übcrtraf. Unter dem Eindrücke dieses Widerstreites der Pflichten war Feiwel nicht fähig, ein Wort, zu sprechen. Er senkte verlegen die Blicke zu Boden und schwieg. /. Der Graf mißdeutete diese Haltung. Er hselt die Zurückhaltung für diejenige des Kaufmannes, der einen höheren Betrag erzielen und durch fein SchtWist andeuten will, daß die angeböMe Summe viel! zu gering fei, um auch nur auf das Geschäft einzUtr^ten. Der Graf fuhr deßhalb fort: \ „Ich begrkife, daß Euch diese Summe scheint, und ich sehe auch gar f nicht ein, warn D' zu gering » mir,-die. < -