Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 8 (29.1.1903)
- Date
- 1903-01-29
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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164 vordersten Reihen stehen, oft nicht züm Vortheil des Judenihüms. Vorne hat sich einmal glücklich gepriesen, zuglnch Deutscher und' Jude zu sein.5 In dieser Anschauung ' wollen auch wir verharren; unbeirrt von asten Anfeindungen wollen wir sein und bseiben, was unsere Vater gewesen: Deutsche undIndem/,7-77'//- ~ . BpamrsLach (Württembergs 26/ Jan. Am;4. Teweth verschied dahier der seit zwei fahren pensiönirte Rabbiner Menko B e r l i n g e r, der in / ganz Süddeütschland, und besonders in Württemberg, großes Ansehen genoß. Er entstammte einer berühmten Rah-, binerfamilie, die ihren Stammbaum. /bis zum. jur zurückverfolgen kann. Sein Vater war.Rabbi Hirsch Gerlinger in Berlichingem Bei ihm legte-er den Grund zu seinem reichen Mssen in und p'ov'v. Daraus besuchte er mehrere Jahre die Jeschibah des Würzburger. Raw, R. S. B. Bamberger, zu dessen Lieblingsschülern er zählte/. Daneben hörte er Vorlesungen an der dorti-- gen Universität.^ Nachdem er die württembergischen Staatsexamina' mit Erfolg abgelegt chatte, kam er als Rabbinatsverweser nach Oberdorf und im Jahr daraus hierher, woselbst er 40 Jahve die VezirksraLbinerstelle bekleidete. - Menko Verlinger war lange Zeit der einzige Rabbiner Württembergs/ der fest: auf dem Boden des überlieferten Judenthums stand. Er, hatte als solcher Härte Kampfe zu bestehen; denn als er das Rabbinat übernahm, war seine dorgesetzte^Vehörde, die isr. Ober-? Kirchen-Vehörde, doch damit' bemüht, das ' gesetzestreue Judenthumaus Württemberg zu verbannen. Aber Rabbiner Verlinger war kein williges Werkzeug en den Händen derer, die niederreißen wollten/ Er ging unbeirrt den Weg, den Thora und Aboda vorgezeichnet, und es gelang ihm, in seinen Gemeinden den echtjüdischen Sinn zu wecken und die.Institutionen nach dem Religionsgesetze einzurichten/'. Als es sich im Jahre 1869 darum handelte, eine' Revision des Judengesetzes von 1836' vorzünehmen, ' da war Rabbiner Verlinger als Delegierter des Bezirks Vräunsbach, der Wortführer! der kleinen Schaar. Gesetzestreuer. Und wenn man die Berichte über die damaligen Versammlungen in den ersten Nummern des „Israelit" vom Jahre 1870 nach-' liest, so wird man den Muth bewundern müssen, mit welchem Verlinger für seine Ideale/eintrat. Die Beerdigung legte Zeugniß ab von der Größe des Mannes. Aus allen Gemeinden des Bezirks waren Deputationen erschienen. Und die gesammte hiesige Bürgerschaft, .ohne Unterschied -des Bekenntnisses, folgte der Bahre? Dom Rabbinatshaufe aus wurde der p-K in die Synagoge gebracht. Dort gab Herr Rabbiner Dr. Sa n ge r - Mergentheim schmerzergrisfen - ein Lebensbild-des Verstorbenen. „Wie'unser Stammvater Mob nicht gestorben ist, .ist auch R. M. Verlinger ' / nicht gestorben/ denn was er vollbrachte, ist bleibend, sein Geist : lebt weiter in seinen' Gemeinden." Dann sprach der Sohn und Amtsnachfolger des Verstorbenen, Robb. Dr. I. Verlinger, hervorhebend, was der Vater seinen Söhnen war und wir er als Rabbiner versöhnend und segensreich wirkte, da sein Heitz von Liebe erfüllt war zu seinem Gotte und zu allen Menschen, die er wie seine eigenen Kinder liebte; wie er kämpfte, nicht weil er den Kampf liebte, sondern-weil er einen ganzen Frieden wollte. Auf dem Beth-Hachajim sprachens dann irn Namen der württembergischen Amtsbrüder Bezirksrab- Liner Dr. Stotze l-Stuttgart, Herr Lehrer O b e r nd L r f e r hier Namens der Gemeinde, Lchrer H ach nl e i n - Hall Namens der Lehrer des Bezirks, der Ortsvcrstand Namens der bürgerlichen Kollegien, der evangelische Geistliche Namens der.Ortsschulbehörde. . Rabbiner M. Verlinger erreichte ein Alter von 72 Jahren. Um ihn trauern seine Gattin, seine ÄrnVe*,: seine Gemeinden, um ihn darf trauern das ganze.Haus Israel, denn er zählte zu seinen besten Söhne».' .. . : . .väjtHl y 7 Regensburg, 28. Jan. Am 18. Jan. starb dahier im hohen Alter von 94 Jahren und 5 Monaten / der : Senior; unserer Gemeinde, , der-ehrwürdige Kantor Samson L a u d e n b a ch e r. Geboren in Kleinerdlingen, war er 21 Jahre Kantor in Pappenheim und 48 Jahre in Regensburg. Im Alter von 88 Jahren .trat er in den Ruhestand. Seine vorzügl. Leistungen als Kantor, seine musterhafte Pünktlichkeit beim täglichen Gottesdienst, sein andachtsvolles Beten, seine tiefe Religiosität sichern ihm ein dauerndes Andenken in unserer Gemeinde, welche mit seinen Angehörigen sein Scheiden tief betrauert. Bei der Beerdigung widmete ihm Rabbiner Dr. Meyer einen warmen Nachruf. Sein ausgezeichnetes Wirken fand auch äußere Anerkennung, indem ihm vor einigen Jahren Se. Kgl. Hoheit unser allergnäd. Prinzregent, die Verdienstmedaille des Michaelsordens verlieh. Sein 70., 80. und 90. Geburtstag wurden feierlich begangen. Bei dem letzteren wurde er von der Verwaltung der israelit. Kultusgemeinde, vom Rabbinat, insbesondere auch vom Herrn Bürgermeister v. Stobäus in öffentlicher Magistratssitzung geehrt, empfing viele Glückwünsche, u. A. auch vom Herrn Regierungspräsidenten. Seine Melodien werden noch lange in unserer Gemeinde erhalten, bleiben. Sein Andenken möge.gesegnet sein. Ö e st e r r eich. Haliez, im Jan. Der „Jüd. Bolksztg." wird von hier geschrieben: Vor einigen Monaten stand in jüdischen Zeitungen ein Bericht über den Empfang einer. jüdischen Abordnung durch den griechisch-katholischen Metropoliten Grafen Szczeptycki in Lemberg. - Als nämlich die Juden iy Bursztyn von dem bevorstehenden.- Eintreffen des Metropoliten erfuhren, beeilten sie sich» ihm ein Zeichen ihrer Ergebenheit zu liefern und sandten dem Erzbischof eine Deputation ihrer ange- , sehensten Gemeindemitglieder mit einer Thora entgegen.; -1 •j j-l