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Der Israelit · 1903-01-29 · Heft 8 (29.1.1903) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 8 (29.1.1903)
Date
1903-01-29
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Bewegt's euch nicht, beschämtes euch nicht, sein, feierliches Vekenntniß? ^Heran, ihr LhaureWrr, Schatze- 5 gräber, Jirohleber aus bem ftrnenOstm! Frohlockt, ihr Treuen, Edlen, Feinen, Keinen!-Hier war in einem^ Lande, in dem kern NNip. nn webt, in dem eingeengt und eingepreßt jüdischer Geist und jüdisches Wesen, einer euresgleichen! Einer so voll Zartsinn, so voll Mitleid,- so voll Strenge, so voll Ernst, so voll Heiligkeit/ daß mich schier dünkt, die Seele von Vi"rpn '21 - sei wiedergekehrt! - v - Und heran aus der Nähe, ihr Genussesschwelger, ihr Jchpocher! Senkt ihr mcht die Nutzen, denkt ihrseiner? Habt i h r nur halbwegs, erreicht/ was e r erreicht? Standet ihr je an Thronen und Mebet standhaft? Ragten euch Paläste wie ihm? Umringten euch Aladins Wunderschätze? Und ihr wolltet dünkelhaft sein? Und ihr wolltet thöricht vermessen als Ausfluß eurer Kraft betrachten, was eures Herrschers Gnadengeschenk ist, um euch dermaleinst in furchtbarem Gericht Gnade zu erwirken? Und - ihr wolltet in SÄeinändachten euch büäen vor Ihm und im Thatleben euch -emporheben üb er Ihn? Und ihr glaubt. Seine reine Nähe zu finden, und'hegt Lastergedanken im Gemüth? Und ihr begeifert mit leichtfertigem Wort die Ehre eures .Bruders, und wollt Ehre haben vor Ihm? V : Und heran, ihr Jünglinge, du vielderheißendrr Nachwuchs, ihr Knospen, in deren Frucht kein Wurm kommen möge! Lernt jüdische Lebenskunst von dem ehrwürdigen Greis! Lernt beherrschen eure Zunge, lernt zügeln euer Gelüste, lernt aufjauchzen eure Gebete, .lernt läutern euren Handel, lernt verachten Welinichtigkeiten, lernt an ihm lieben, lernt an ihm leben eure rnw* ' Und Du Großer, vor dem jetzt ausgebreitet ist aller wahre Reichtbum und alles wahre Ansehen, den's jetzt umblüht von Farben, umtanzt von Wesen, umrauscht von Klängen, deren kein Sterblicher ein blasses, Ahnen hat: schicke Dü auf unsere Geschlechter herunter etwas von der markigen, ehernen Beharrlichkeit mit der Du Deine Livpen verschlossen, von der zurückhaltenden, selbstvergessenen Demuth. die Dein Haupt geziert, von der mächtig aufguellenden Inbrunst, die Deine Tefiloh beseelt, von dem lodernden Schmerze, den Du mitternächtiger Weile um Zion ausgeweint! Und sage dem fm wv, daß auch in uns, den von weltlicher-Kultur angefressenen, von den Sitten, der Völker. durchseuchten Späigeborenen,. in. uns Zagen; . Schwachen^ Halben. Feigen, Kleinen, ein tiefe? Sehnen^ einhnßer-Dranglebt nach und daß wir uns in - unserem stechen Zeitalter erwecken : und ausrüiteln;. Yutib aufrichten und' / aufranken, wollen, an Deine m..Beispiel. Du Hoher,'Weicher,: - Keuscher, Freier/Starker, Guter! .«A. ..." •; Deut schlau V- . Berlin, 26. Jan. Der antisemitische Redner Pastor Krösellzu Ketzin und der bekannte Talmndsorscher Prof. Dr. Strack standen am 12. d. Mis. vor der Fünften Strafkammer am Landgericht II als Kläger und Widerkläger einander gegenu^r. In dem Strafprozeß wider den antisemitischen Buchhändler Dewald wegen Herausgabe der Winter-Konitz-Postkarten wurden seinerzeit seitens des Angeklagten die Ladung des, Professors Rohling in Men, des Professors Ecker in Trier und des Pastors Krösell zu. Ketzin als Sachverständige beantragt, um dem Gutachten des Professors Strack gegenüber zu bekunden, daß der Talmud den „Ritualmord" empfchle. Dr. Strack äußerte sich gegen die Ladung dieser drei Herren in abfälliger Weise und äußerte unter anderem in Bezug auf Pastor Krösell: „Dem hat ja jetzt das Konsistorium glücklicherweise die Fortsetzung seiner Hetzreden verboten." Wegen dieser Aeußerung verklagte Pastor Krösell Professor Strack wegen Beleidigung. Dieser antwortete mit einer Widerklage, weil viel früher der Pastor Krösell gelegentlich von Vortragen, die er in Kyritz und - Arnswalde hielt, die Qualifikationen des Professors Strack als Talmudforscher scharf bemängelt und Worte gebraucht hatte, wie „Verbrecherfchutz," „Gerichtsverdrehung" etc. In der ersten Verhandlung vor dem Schöffengerichte wurde jeder der Gegner, der Klager wie der Beklagte, zu 10 Mk. Geldstrafe verurtheilt. Beide legten Berufung ein. Jeder wollte freigesprochen werden und den anderen höher bestraft sehen. Dem Gerichtshof blieb die Entscheidung erspart, denn nach vierstündigem lebhaften Redekampfe verglichen, sich die Parteien und zogen Klage und Widerklage zurück. IranTfurt a. M. Im „Verein für jüdische Geschichte und Litteratür" sprach am 8. v. Mts. Herr Rabbiner Dr. G 0 i i e i n von Burgkundstadt über den Einfluß, den Fürsiengunst zu allen Zeiten auf da3 Emporblühen der jüdischen Wissenschaft gehabt hat. Am 8. Jan. hielt Herr Privatdozent Dr. Joseph H 0 - rovitz aus Berlin einen Vortrag über die „Juden in Arabien". Er schilderte das Geschick der südarabischen Juden, denen durch den Uebertritt des letzten Königs der Himjariten, mit seinem ganzen Volke» rm Jahre 620 ein beträchtlicher Zuwachs, an Zahl und Macht, zu. Theil wurde.. Der König, der den Ramm Josef.annahm, zog gegen die Christgläubrgen. und tödtete deren 20,000, die nicht übertreten woMkn. . Einer entkam wandte sich nach Rom und veranlaßte^daß von AbeffY? nien aus (welches im 4. Jahrhundert auf.Anregung aus Aegypten zum Chrifienthum übergegangenwar) 70,000

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