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Der Israelit · 1903-01-26 · Heft 7 (26.1.1903) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 7 (26.1.1903)
Date
1903-01-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
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i*-- Wenn ba§ richtig ist, so mögen sich dkd Herren nicht über - einen christlichen Universitätsprofessor/ sondern über einen jüdischsü/Rabbiner echauffiren^ der genau dasselbe seit Jahr Und Tag vor aller Oeffentlichkeit in-, seinen Schriften gethan hat/ Und er hat nicht einmal ein irdenes Täfelchen, womit er seine Beleidigung des J^vsnthums drapirert kann. Der christMe.-Professor ist nicht dafür angestellt,' wird nicht däjUr^ezahlt, für die Ehre des Judenthums einzutreten. Ich bin sicher, er würde es bei seinen Ansichten über das Judenthum und dessen heiligen Schriften für eine pyramidale Charakterlosigkeit halten/:- sich als Lehrer, Verbreiter unh Schirmvogt des Judenthums anstellen und honoriren; zu lassen. Aber der erste Rabbiner der ersten jüdischen 7 Gemeinde Deutschlands, Herr Dr. Maybaum in Berlin, bringt das Kunststück fertig. Herr Professor Delitzsch stellt seine alten Babylonier erst wenigstens hoch hin, bevor er ihnen die Superiorität über die Israeliten zuerkannt, und er beschränkt diese Superiorität auf die Babylonier. Dieser Mühe unterzieht sich Herr Dr. Maybaum nicht einmal, er stellt das alte Heidenthum j in Bausch und Bogen als den Ursprung des Judenthums hin, wo wäre, nun, frage ich, wohl die , Entrüstung deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens mehr am Platze, bei einem christlichen Professor der assyrischen Sprache, oder bei einem ungarischen Staatsbürger jüdischen Glaubens, der nebenbei auch Rabbiner von Berlin und Vorsitzender des Rabbinerverbandes in Deutschland ist? Maybaum's Schriften wurzeln und gipfeln in bicfcr. das Judenthum beleidigenden Voraussetzung, man könnte sie von Anfang bis Ende als Beleg dafür anführen; ich beschränke mich jedoch auf einige Stellen daraus, die ich bereits in Nr. 86 und 87 des „Israelit" citirt habe. : ' 4 - „Die Bibel ist. die Frucht der Juden,. die in den ' prophetischen Kreisen des Volkes lebten." (Methodik des jüdischen Religionsunterrichts S. 41.) 7 „Das Prophete.nthum aber wurzelt in der h eidn i s chen Mantik." (Entwicklung des Israelitischen Prophetenthums. Einleitung.) ' Ich verweise noch auf Maybaüm's Schrift „Die . Entwicklung des altisraelitischen Priesterthums", in der diese Insinuation in allen Variationen wiederkehrt. Gegen die Beleidigung des Judenthums durch einen christlichen Professor geräuschvolle Protestversammlungen zu insceniren und dieselbe Beleidigung todtschweigen, wenn sie von einem Rabbiner begangen wird, bedeutet das nicht eine Verwirrung der simpelsten Begriffe, gegen welche. die babylonische Sprachverwirrung das .reinste Kinderspiel ist?.. ZsrtrmßsrrschrrchLerr uns SsrresyorsSemerr. . Deutschland. - . . _ : Berlin, 23. Jan. Die Generalversammlung der 7,Pensions-, Witwen- und Waisenkasse des Verbandes der jüdischen Lehrervereine im deutschen Reiche" findet Mittwoch, 4. Februar, Abends 81/* Uhr, im Bureau des „D.-J. G.-B.", Berlin W., Steglitzer Straße Nr. 83, I statt. Tagesordnung der in Paragraph 24 der Statuten vorgesehenen Punkte. ' : Berlin, 23. Jan. Dem dritten Jahresberichte des „Vereins für Stellenvermittelung . und Versicherung gegen Stellenlosigkeit" (Schomre Schabbos) in Berlin, Bureau: Große Hamburger Straße 13/14, entnehmen wir: .. Der Rückblick auf das verflossene Jahr gibt, dem Unterzeichneten Vorstand Veranlassung, nicht blos in kurzen und knappen Zahlen sein Arbeitswert den verehrten Mitgliedern und Gönnern mitzutheilen, sondern neben dem Dank für die treue Unterstützung auch an diejenigen unserer Glaubensgenossen, die bisher unserem Streben wohlwollend, aber unbetherligt gegenüber standen, die herzliche Bitte zu richten: Tretet unserem Verein bei, wenn auch mit kleinen Mitgliederbeiträgen. Wir kämpfen anders, als so viele-andere Vereinen nicht blos für materielle Güter, wir kämpfen auch für ein Ideal, und zwar für das Ideal, welches am meisten den heutigen Juden verloren zu gehen scheint — für den Sabbat. . .. : - ' - Was war der Schabbos früher und was ist er heute? Der sog. „Kampf um's Dasein" schätzt die materiellen Güter höher ein, als. die Ueberzeugung. den Sabbat halten zu müssen, und dieser wird als der leichter Entbehrliche oft ohne Kampf aufgegeben. Rathlos und thatlos sehen die Meisten unter uns zu und glauben: „Das ist nicht mehr zu ändern, der Sabbat geht allmälig verloren." Dem ist aber nicht so. Schon unsere Zahlen beweisen, daß unsere Thättgkeit nothwendig und von Nutzen ist. So Mancher unter den Hundert durch uns in Stellung Gebrachten hatte vielleicht ohne unser Zuthun den Sabbat aufgegeben. * Aber wir könnten viel, viel mehr leisten, wenn uns von all' d e n Seiten, die den Sabbat für einen untrennbaren Vestandtheil des Judenthums Halten/Unterstützung zu Theil würde.: Unsere Mitgliederliste sollte ein Spiegelbild der Kreise sein, die diese ihre Üeberzeugung zum Ausdruck bringen wollen. Wer darin fehlt, der hält unseren Kampf für zwecklos und scheut selbst das kleine Opfer, das er seinerseits, zur Erhaltung des Sabbat-Ideales beitragen könnte. / .

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