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Der Israelit · 1903-01-19 · Heft 5 (19.1.1903) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 5 (19.1.1903)
Date
1903-01-19
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Auf eine Antwort, wie sie sein Milchbruder eben mir gegeben, wird er nie verfallen. Jetzt lebt wohl."' „Waidmann's Heil!" rief chm der Verwalter nach und gab dem Grafen das Geleite bis zum Hofthor. vm. Der Weg des Grafen Dundukof führte durch denselben Wald, in dem vor neun Jahren der Verwalter seinen Abraham gefunden hatte. Feiwel hatte dem Grafen von dem Zeichen erzählt, das er damals in den Baum hineingeschnitten, und daß eine spätere Untersuchung der Oertlichkeit durch seinen Hauslehrer keinerlei Resultate hatte. Nichtsdestoweniger zog es den Grafen on die Fundstätte hin, nicht um etwas zu suchen oder zu finden, sondern lediglich aus Interesse für die Sache, die ihn ganz ungewöhnlich beschäftigte. Er ließ seine Begleiter vorausreiten und ritt langsam, in Nachdenken versunken, hinter ihnen her. Die Mittheilungen Feiwels trugen alle das Gepräge der Wahrheit. Am meisten imponirte dem Grafen der Umstand, daß das Kind nicht in das abrahamitische Bündniß eingeführt worden, also in Wirklichkeit kein Jude war. Er mußte sich sagen, wenn er selber der Finder eines jüdischen Kindes gewesen wäre, so hätte er es zunächst ganz sicher nicht mit solcher freudigen Bereitwilligkeit in sein Haus ausgenommen. Andere hätten in solcher Lage wenigstens mit dieser Gutthat geprahlt und sie an die große Glocke gehängt, während Feiwel sie nicht sorgfältig genug verhüllen kann. Seine, des Grafen Geistlichkeit, hätte es als ein verdienstliches Werk erklärt, ein auf diese Weise in christliche Hände gerathenes, jüdisches Kind zu taufen, und es so dem Schoße der Kirche zuzuführen. Der Graf wußte, mit welcher Innigkeit der Verwalter an seinem Judenthum hängt, welche empfindliche Opfer er jahrein jahraus für seine Erfüllung bringt, und doch hatte er ihm heute Morgen erklärt, daß seine Religion nur für die in ihr Geborenen verbindlich sei, daß sie keinen Ehrgeiz habe. Seelen außerhalb der Judenheit zu fangen, daß alle Braven außerhalb des Judenthums, wenn sie nur die noachidischen Gesetze beobachteten, Antheil am künftigen Leben hätten, auch wenn sie niemals in das Judenthum eintreten; er mußte vor dem Manne Hochachtung haben, sowie vor den religiösen Grundsätzen, die er bei diesem Anlaß erfahren hatte, ohne daß sie ihm Feiwel aufgedrängt hätte. Mit diesen und ähnlichen Gedanken hatte er die Höhe erreicht. Er stieg vom Pferde ab, band dasselbe an den Grenzstein fest, ging in der ihm vom Verwalter bezeichneten Richtung etwa zehn Schritte in den Wald nach rechts hinein und fand sofort den Baum mit dem Zeichen. Die Messerschnitte, mit welchen es vor neun Jahren schon eingeschnitten war, waren längst vernarbt. Die Linien bildeten eine feste, knorrige Erhöhung, durch die das Zeichen schon einige Schritte von dem Baume entfernt für den aufmerksamen Beobachter sichtbar war. Nichtsdestoweniger trat der Graf bis hart an den Baum hinan, aber wer beschreibt sein Erstaunen, als er fast genau in der Mitte des Zeichens drei kleine Kreuze eingeschnitten fand! Sie standen ebenfalls in denselben erhöhten Umrissen da, wenn auch die Erhöhung, entsprechend dem weniger Liefen Schnitte, weniger hervorragte. Als er die Stelle von Moos. Staub und anderen Ansätzen gereinigt hatte, standen die zwei umgekehrt übereinander gelegten Dreiecke mit den drei Kreuzen in scharfen Umrissen da. (Fortsetzung folgt.) Wochen-Rs lenöer. Freitag. 23. Januar. 24. Thebet. v-rro-WN' Sabbat-Anfang in Mainz und -Frankfurt a. M.4 Uhr 35 Min. Samstag, 24. Januar. 25. Thebet msi Sabbat-Ausgang in Mainz und in Frankfurt a. M. 5 Uhr 50 Min. — Berlin 5 Uhr 22 Min. — München 5 Uhr 44 Min. — Hannover 5 Uhr 40 Min. — Stuttgart 5 Uhr 48 Min. —Prag 5 Uhr 30 Min. — Straßburg 6 Uhr — Min. — Vasen 5 Uhr 10 Min. — Stettin 5 Uhr 13 Min. Der „Israelit" erscheint wöchentlich zweimal, Sfontngs nnd Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Buchhandel verkehrt durch V. Jff. Skeinarkrr, Leipzig, Rotzplatz sb. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Nonpareillezeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr.. für's Ausland l« Mark, an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3932 Telephon 1015. Stellesuchende nnd sonstige Interessenten können auf Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende „Kleine Ausgabe deS Israelis vier Wochen lang gratis und franco erhalten. 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