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Der Israelit · 1903-01-08 · Heft 2 (8.1.1903) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 2 (8.1.1903)
Date
1903-01-08
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Angehörigen zu Dyhernfürth auch ferner geschützt und gehütet werden, und daß deren Gräber namentlich vor Verfall und Verwüstung durch ruchlose Menschen oder durch die Thiere des Waldes bewahrt bleiben. Um einer solchen Gefahr vorzübeugen, wenden wir uns zunächst an alle, denen theure Angehörigen auf diesem Friedhöfe ruhen, mit der Bitte, uns mit einem Beitrag zur Errichtung eines massiven Zaunes um den Friedhof gütigst beizustehen. Gegenwärtig ist derselbe mit einem halb morschen Holzzaune umgeben, dessen völliger Zerfall in absehbarer Zeit zu erwarten ist. Die drei oder vier jetzt noch in Dyhernfürth ansässigen Glaubensgenossen sind nicht in der Lage, auch nur den Holzzaun aus ihren geringen Mitteln zu verbessern oder gar zu erneuern. Die Erneuerung des Holzzaunes erscheint ihnen aber nicht als genügender Schutz für die Zukunft, da leider vorauszusehen ist, daß in nicht zu ferner Zeit keine Israeliten mehr am Platze wohnen werden. In der Betrübniß ihres Herzens und in der Sorge um die theuren Todten, daß die Friedensstätte alsdann jeder Aufsicht eines Glaubensgenossen entzogen werden könnte, erachten sie es für nothwendig, dem Friedhofe durch den Aufbau einer festen Mauer einen erhöhten und dauernden Schutz zu verschaffen. In der Erkenntnitz der Richtigkeit und Wichtigkeit der Gründe und in der Erwägung, daß der Schutz des historisch ehrwürdigen Friedhofes zu Dyhernfürth mit zum Theil bemerkenswerthen, denkwürdigen, alten Grabsteinen von allgemeinem Interesse ist und die werkthätige Theilnahme aller pietätvollen Glaubensgenossen verdient, wenden wir uns daher auch an jeden edeldenkenden Israeliten, das fromme Werk nach Kräften zu stützen und zu fördern. Herr Bürgermeister Koch in Dyhernfürth hat sich in liebenswürdigster Weise bereit erklärt, dem Komitee beizutreten, und das Amt eines Schatzmeisters zu übernehmen; es wird gebeten, gütige Beiträge an ihn zu senden." Dieser Aufruf ist vom Vorstande des Synagogenbezirkes Wohlau—Dyhernfürth-Winzig, sowie vom berathenden Komitee unterzeichnet, welchem u. a. angehören die Herren Rabbiner Dr. Guttmann-Breslau, Rabbiner Dr. Rosenthal-Breslau, und Kirchenrath Dr. Kroner-Stuttgart. F. Burgpreppach. Die hiesige, israelitische Präparandenschule „Talmud-Thora" hat soeben mit dem Versand ihres Rechenschaftsberichtes für das Schuljahr 1901/02 begonnen. Nachdem zunächst des verdienstvollen Wirkens des ältesten Lehrers der Anstalt, Herrn Wolf Neumann, der, wie s. Z. von uns berichtet wurde, im Oktober 1901 auf eine 28jährige reichgesegnete Thätigkeit an der Anstalt zurückblicken konnte, und der aus diesem Anlasse veranstalteten Feier gedacht worden, wird mitgetheilt, daß im Berichtsjahre 11 Schüler, nach Absolvirung der Präparandenschule, in verschiedene preußische und bayerische Lehrerseminare entlassen werden konnten, während 1 Schüler, protestantischen Bekenntnisses, der die Schule durch alle drei Kurse besucht hat. in eine Baugewerkschule übergetreten ist. Sämmtliche 6 Schüler, die sich der am 6. und 7. August abgehaltenen schriftlichen, und der am 28. desselben Monats, unter dem Vorsitze des kgl. Regierungskommissärs, Herrn Kreisschulinspektor Dr. Weber, und in Anwesenheit Sr. Ehrw. des Herrn Distriktsrabbiners N. BaMberger aus Würzburg abgehaltenen mündlichen Schlußprüfung zu unterziehen hatten, haben dieselbe bestanden, zum Theil mit dem Erfolge, daß sie von dem größten Theil der mündlichen Prüfung dispenstrt werden konnten. Vier von diesen Schülern sind in die israelitische Lehrerbildungsanstalt zu Würzburg eingetreten, einer beabsichtigt, seine Studien in Halberstadt fortzusetzen, während einer in dem kgl. Schullehrerseminar Würzburg Aufnahme fand. Letzterer wurde auf ein von ihm eingereichtes Gesuch durch das kgl. bayerische Staatsministerium, auf Grund der an der Präparanden-Schule mit Erfolg abgelegten Prüfung, von einer erneuten Aufnahmeprüfung dispenstrt, was mit Recht, wegen der prinzipiellen Bedeutung der Sache, von der Vorstandschaft mit Freuden als ein neuer Erfolg der Schule begrüßt wird. Ist ja damit die Gleichwertigkeit von deren Leistungen mit denen der kgl. Präparandenanstalten. die im Prinzip schon durch die, auf Grund einer früheren Regierungs-Entschließung, eingeführte Schlußprüfung ausgesprochen war. auch de facto anerkannt worden. Ein dem Berichte beigelegtes Circular gibt davon Kenntniß, daß die Schule auch fernerhin Schülern, die in ein preußisches Seminar einzutreten beabsichtigen, Gelegenheit geben wird, auch die nach den neuen preußischen Lehrplänen erforderlichen, zum Theil gesteigerten Kenntnisse sich auf der Schule zu erwerben, so daß es erfreulicherweise nicht nöthig sein wird, dem einmal früher von anderer Seite ertheilten Rathe, daß solche Schüler eine nichtjüdische Präparandenschule besuchen sollen, Folge zu leisten, denn keinesfalls kann der religiöse Sinn eines Schülers einer nichtjüdischen Anstalt, selbst im nebenher ertheilten jüdischen Unterricht, die gleiche Förderung erfahren, wie auf einer jüdischen Anstalt, die, ohne in den profanen. Fächern Geringeres zu leisten, dem Unterrichte in der Thora eine entsprechende Stellung zuweist. Der Bericht gedenkt im Weiteren der mannigfachen Zuwendungen im verflossenen Jahre. Zahlreiche Kultusverwaltungen, Stiftungen, Vereine und Private haben es der Schule durch ihre Beiträge ermöglicht, zu einem günstigen Abschlüsse, auch in materieller Beziehung, zu gelangen. Auch das kgl. bayerische Staatsministerium hat fiir einige in Bayern beheimathete Zöglinge wiederum eine Unterstützung gewährt. Nichtsdestoweniger sieht sich die Verwaltung auch in diesem

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