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Der Israelit · 1903-01-08 · Heft 2 (8.1.1903) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 2 (8.1.1903)
Date
1903-01-08
Page
– (sequence 8)
Language
German
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er könne sich deßhalb mit dem Compromiß nicht einver- : standen erklären. Wenn der Herr Verwalter gestattet," nahm jetzt der Hauslehrer das Wort, „möchte ich einen anderen Ausweg Vorschlägen." Feiwel nickte bejahend. . . „Der Talmud sagt," begann der Hauslehrer, „wenn Jemand für einen anderen um eine Sache betet, die er für sich selbst nöthig hätte, so wird dem Beter zunächst für sich selbst Erhörung. Denn es' heißt von Abraham, daß, als er trotz seiner eigenen Kinderlosigkeit diejenige des Königs Abimelech zum Gegenstände seines Gebetes machte, er sofort erhört und mit einem Sohne bedacht wurde. Zur Erklärung dieses Ausspruches habe ich von meinem Lehrer folgende Erzählung aus seinem eigenen Leben gehört: In Wilna lebten ein Vater und sein Sohn, die in ihrer Armuth nur einen einzigen Wintermantel hatten, so daß immer nur einer von beiden ausgehen konnte. Vater und Sohn lebten wegen dieses Mantels in fortwährendem Streit. Der Vater reklamirte in dieser seiner Eigenschaft das umstrittene Kleidungsstück, der Sohn machte dagegen geltend, daß er als Ernährer des Vaters mehr wie er darauf angewiesen sei, auszugehen und dabei den Mantel gebrauche. Als sie sich nicht einigen konnten, trugen sie ihren Streit dem Rabbiner zur Entscheidung vor. Dieser hörte beide aufmerksam an und sagte ihnen dann: „Ihr seid zwei arme Leute, die wegen eines Kleidungsstückes streiten. Wenn ich 'den Streit durch meine Entscheidung schlichte und den Mantel einem von Euch zuspreche, so ist dem andern doch nicht damit geholten. Ich mochte Euch daher einen anderen Vorschlag machen, bei welchem etwas Ersprießliches für Euch herauskommen kann. Tragt Euren Streitfall nicht mir, sondern der Armen-Kommission der Gemeinde vor, da ist vielleicht eher die Möglichkeit, daß Euch beiden geholfen wird. Aber ich rathe Euch, die Sache dort nicht so vorzutragen, wie Ihr es bei mir gethan habt, sondern umgekehrt. Ihr mußt vor der Kommission erklären: der Gegenstand Eures Streites sei Euer gemeinschaftlicher Mantel. Der Vater sei der Ansicht, daß das Kleid dem Sohne gehöre, weil er immer auswärts sein muß, um die Familie zu ernähren. der Sohn dagegen wolle das Kleid dem Vater zuerlannt wissen, weil er der Vater ist. Verlieren könnt Ihr dabei nichts, denn Eure Argumente kommen ja unverkürzt zum Ausdruck, nur mit dem Unterschied, daß der eine die Gründe des anderen vorträgt; und Ihr werdet einsehen, daß sich das besser ausnimmt, als wenn Ihr in Eurer bisheriger Weise auftretet." (Fortsetzung folgt.) AMmz i>«§ kjmkchPtns-WIM« St. 1614162. D3 — Fahne, Banner. 2Z “ Wunder. Nichtige Lösungen sandten ein: Lehrer Max Sichel— Schönungen. A. Frank—Rödelsee. I. Schwerin—Buchen. Cantor M. Herz—Homburg v. d. H, Lehrer I. Gundershcimer—Meckes» heim (Baden), Jacques Meyer—Mülhausen (Elsaß). Rabb.-Cand. Akiba Frey—Duna-Szerdahely (Ungarn). Ein jähriger Knabe— Mainz. S. M. Bachrach—Elmshorn. M. Lvpenhcimer—Treuchtlingen. Frau Bina Rusznyak—Mainz. Lehrer S. Gutmann— Heidingsseld, Lehrer B. Wolff—Aurich. Lehrer I. Bachrach— Abterode. Franz Friedinann—Soprort. Mar Michcl's Kinder— Frankfurt a. 2)2.. Lehrer 22. Hcincmann—Ncunkirchen (Bez. Trier). Lehrer David Schnsser—Dioszeg (Ungarn). Kantor Adolf Kerber— Dambach. Lehrer 2loßländer—Chrzanow. Lehrer L. Weinschenk— Uchlseld. Rabb.-Berweser 1.Rifchkawsky—Wongrowitz. §. Königs» höser—Frankfurt «.-2)2, Safer Jakob Löw—Neutra (Ungarn). Lehrer u. Cantor Jsaac Stamm—Hamm a. d. S„ Lebrer S. Freudcnberger—3ieckendorf. Madac Silbermann—Saros-Patak. Der „JSraelit" erscheint wöchentlich zweimal, Montags nnd Bonnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ansland entsprechend höher. Man. abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Drv Buchhandel verkehrt durch V. % Slrinackrr, Leipzig, Noßplatz sb: — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Nonpareillezeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr.. für's Ausland 16 Mark, an die. Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3932. Telephon 1015. Stellesuchende und sonstige Jntereffenten können auf Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende „Kleine AuSgabe deö Israelit" vier Wochen lang gratis und franco erhalten. Wünscht man den Empfang der „Kleinen Ausgabe" längere Zeit, so kann man sich für iiS Vierteljahr, indeß ausschließlich bei der Post auf dieselbe unter Nr. 3S33 abouniren. Auf Wunsch stunden wir die Zahlung deS JusertiouSbetrags au außer Stelle Befindliche bis nach Erlangung einer solchen. Fahatt (Hauvtblatt): Rückblick («chluy). — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Bonn.Dessau.Heidelberg. Karlsruhe. Kassei. 9tmnänien: Bukarest. England: London. — Feuilleton: Der Fmdlina (Fortsehung). Inhalt der ersten BeUage: ZeiNtngsnachrichren und Correspondenzen: Deutschland: Allenstein. Breslau. Burgpreppach. Dessau. Dettelbach. Diedenhofen. Hannover. Kaiserslautern. Kippenheim. — Sprechsaal: Antunovac. Zatzatt der »wetten Beilage: Literarische Umschau. — Zeitungsnachrichten u. Corresyondenzen:. Deutschland: Berlin. Amerika: Rew.Iork. Ä ' DeLr-riftisch« Beilage: naoa mry — Der Jude. (Fortsetzung.) ertra-BeUag«: „Binjainin" von Dr. M. Lehmann. Lerantwortliche Redaction: OSear Lehmann tn Mainz. — Expedttton deS „Israelit", Cchottstraßr S2r. L Mainz. Druck und Bsrlag der Joh. Wirth'scheu Hosbuchdruckeret Actien-Geselllchaft in Main^ Hierzu vier Nettage«.

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