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Der Israelit · 1903-01-08 · Heft 2 (8.1.1903) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 2 (8.1.1903)
Date
1903-01-08
Page
– (sequence 4)
Language
German
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deutschen Gauen, selbst von den kleinsten, ärmsten, wett- | und Schuhwerk versehen worden, und noch reicht foefc entlegensten Dorfgemeinden. I Kleidervorrath für Monate hinaus; momentan find Dank diesem einheitlichen Zusammenwirken an I neue Zuwendungen nicht mehr nöthig. unserem großen Pflichtwerk, waren unsere wackeren! Anders steht es mit Geldmitteln zur Beköstigung Freunde in Basel und Bremen in der Lage,! von ca. 6000 Menschen monatlich, von denen nur etwas Tausende armer, jüdischer Auswanderer vor den Un- « über ein Drittel in der Lage ist, eine Vergütung zu bilden der Witterung zu schützen, sie solcherart zu kleileisten. Ebenso wie in Basel, find Unterstützungen in den, daß fie wenigstens in menschenwürdiger und nicht Baarmitteln hier sehr nothig. abstoßender Weise an Bord der Ozeandampfer gehen Daß indessen, um die private Wohlthätigkeit nicht konnten. Ebenso konnten Tausende an auf einer I permanent beanspruchen zu müssen, erreichbare Wege langen und erschöpfenden Reise entbehrten, rituellen! gefunden werden könnten, um durch „Errichtung eines Kost neu gekräftigt werden. Denn nicht nur, daß vie-! jüdischen Emi graute nhauses" auf geschästlen der jüdischen Emigranten die Gelegenheit fehlte, I licher Basis, als eine dauernde Institution von unfchätzrituelle Kost zu erlangen, besitzen auch sehr Viele nicht! barem Werthe errichtet werden könnte, soll an anderer einmal die Mittel hierzu. Welche große Wohlthat für! Stelle noch dargethan werden. Daß ferner Bremen, diese Auswanderer die rituelle Speisung in Basel und! der Sitz des „Norddeutschen Lloyd," der einzigen Bremen bedeutet, kann jeder Leser selber ermessen.! Schiffsgesellschaft mit Koscherküche an Bord — Die Opferwilligkeit, mit welcher unsere schweize- I gleichfalls das Werk Rosenaks — dessen Kapitäne, rischen Schwesterngememden viele Mühe, Zeit und! Offiziere und Schiffsvolk die jüdischen Passagiere in große Geldopfer auswandten, um unseren so Unglück- I humanster Weise behandeln, ihre religiösen Gepflogenlichen Brüdern aus den kulturlosen Ländern des Ostens! Hessen kennen, der geeignetste Ort für ein jüdisches die Mühsalen eines ihnen aufgezwungenen Wander-! Emigrantenhaus ist. wird noch dadurch erhärtet, daß zuges zu erleichtern, bilden eiu Ruhmesblatt in den! sich der größte Theil der jüdischen Auswanderer über Annalen der schweizerischen Judenheit. Insbesondere! Bremen nach Amerika begibt. Ich hoffe, daß unsere gilt dies von der Gemeinde Basel, wo Herr I.! jüdischen Wohlthätigkeitsinstitutionen, insbesondere Bollag-Feuchtwange: mit seinem zahlreichen Stab jü-! meine zahlreichen Freunde des Bnei-Berith, meinen discher Damen und Herren, mit großer Hingebung sich! Plan realisiren helfen. der Emigranten, deren Frauen und Kinder, annahm.! Die Thatsache, daß kaum der zehnte Theil unserer Ein sehr interessanter Bericht, den mir Herr Vollag- I Glaubensbrüder auch nur eine Ahnung davon hat, wie Feuchtwanger zuschickte, und worin über die physische! sich die Auswanderung jüdischer Emigranten von Ha- und sittliche Beschaffenheit der Auswanderer, ihre I fen zu Hafen vollzieht, wie diese Armen bisher auf den Mittel, Berufsarten, sowie die Motive ihrer Auswan- I Schiffen lebten, welchen Unbilden sie unterwegs ausgederung eingegangen wird, soll demnächst größeren! setzt sind, könnte mich leicht veranlassen, diese Seite Kreisen erschlossen werden. I unseres „Kulturslebens" mit seinen tiefen Schlagschat- Von den zu Bremen, auf die Initiative des dort!-! ten einmal eingehend zu schildern. Wie manches Borgen Rabbiners, Herrn Dr. Rofenak, entstandenen! urtheil gegen unsere armen Brüder würde dann be- Wohlthätigkeitseinrichtungen. habe ich persönlichen! seitigt, wie manche Sympathien für sie erweckt-werden! Einblick nehmen können. Vor allem verdient die fast I- Inzwischen empfehle ich unsere armen, bedrängten beispiellose Qpferwilligkeit des genannten Herrn' Rab-! Brüder, denen ein böses Geschick den Ahasverstock in die biners bei Errichtung dieses großartigen Hilfswerks.! Hand gedrückt, dem fernen Wohlwollen unserer glückrühmlich erwähnt zu werden. „Herr Rabbiner Rose-! kicheren Brüder und Schwestern, und bitte wiederum nak hat über ein volles Jahr hinaus, ehe ihm von! herzlichst, die Hilfskomitees mit Geldmitteln unterirgend einer Seite Unterstützung zu Theil wurde, aus! stützen zu wollen. Dr. med. Arthur Kahn, seinen eigenen Mitteln eine Sper sehalle! Dessau, Ende Dez. Der soeben verstorbenen mit streng-ritueller Kost, eigens für die Auswanderer! Ehrenbürgerin der Residenzstadt Dessau wurde am errichtet," in welcher gegenwärttg wöchentlich tausend! ersten Chanukahtage die Auszeichnung „Excellenz" bis zwölfhundert Personen gespeist werden. Gegen-! von ihrem gnädigen Landesherrn verliehen. Das dem wartig, nachdem Dr. Rosenak die unerläßliche Roth-! „Si.-Änz." zugänglich gewordene Begleitschreiben, mitwendigkeit einer solchen Speisehalle bewiesen hat, und I telst dessen der Frau Baronin v. Cohn-Oppenheim das diese bereits im dritten Jahre besteht, betheiligt sich die! Patent über die gnädigste Verleihung des Prädikates - Gemeinde opferwillig an dem großen und segensreichen! „Excellenz" übersandt worden ist, hat folgenden Wort- Hilfswerk. Nur einmal waren vor meinem Aufruf! laut: 400 Mark aus Berlin beigesteuert und 600 Personen! „Ihrer Hochwohlgeboren der Frau Baronin v. von der Gemeinde Bremen gekleidet worden. Seitdem I Cohn-Oppenheim hier. Ew. Hochwohlgedoren gereicht sind mehrere tausend Personen mit Kleidern, Wäsche I es mir zur besonderen Freude,' die ergebenste Mit-

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