Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 1 (5.1.1903)
- Date
- 1903-01-05
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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44* Jahrgang. mt.;e zu J& \ S KOMM ZMI islitWtt Zkhm N GrHaziiBm W«. (Generalversammlung 1902.) Die Generalversammlung fand am 9. November in Frankfurt a. M., in der Turnhalle der Realschule der Israelitischen Religionsgesellschast, statt, und war von 37 Mitgliedern besucht. Außerdem beehrten die Herren Rabbiner Dr. Horovitz und Rektor Falk-Frankfurt a. M. dieselbe mit ihrem Besuche. Der Vorsitzende, Herr Dr. B a r n a ß - Pfungstadt, begrüßte die Anwesenden und erstattete den Bericht über die Thätigkeit des Vorstandes im abgelaufencn Jahre. Mit Interesse werden namentlich die Mittheilungen über die Schritte zur Besserung der israelit. Lehrerverhältnisse, die Aktion zur erfolgreichen Behandlung des Antrages Backes in der Hess. Kammer, sowie die Geneigtheit der Regierung im Sinne desselben ausgenommen. Hoffentlich werde die zu erwartende Vorlage, s. G. w., die dringend nothwendige Lösung der unhaltbaren Schwierigkeiten bringen. Doch sei vor allzugroßem Optimismus zu warnen. Mit Vertrauen und Hoffnung muffe daher Jeder seine Schuldigkeit thun. — Der Unterzeichnete fuhrt in Ergänzung der Mittheilungen des Vorsitzenden die in letzter Zeit geschehenen Schritte näher aus. Leider mußte der so warm für unser Interesse eintretende Landtagsabgeordnete Backes dem Ansturm der vereinigten Reaktion weichen. Umso unvergänglicher bleibt jedoch sein Verdienst, sowie der Dank und die Verehrung aller Kollegen und Freunde unserer Sache. Wenn auch nicht mehr dem Landtage angehörend, werde Herr Backes dennoch fernerhin rüstig für die jüdischen Lehrer wirken. Der Unterzeickrnete entwirft hierauf in kurzen Zügen die demnächst zu unternehmenden Schritte zur Verfolgung der schwebenden Angelegenheit und bittet, die Hoffnung nicht sinken zu lassen, im Gegentheil, den Vorstand wacker zu unterstützen. Alles aus einmal sei ja nicht zu erreichen, aber auch hier gelte das bedeutsame Wort eines jüngst verstorbenen großen Mannes: La verite e.sten marche. et rien u’anete. Der Verein hat im verflossenen Jahre ebenfalls erfreulicherweise zugenommcn. und zählt jetzt 62. Mitglieder. Bedauerlicherweise sind die früher gerügten Mißstände, Unterlassung von An- und Abmeldungen bei Stellenwechsel, auch in diesem Jahre wiederholt vorgekommen. Im Interesse einer geordneten Geschäftsführung muß die Abstellung derselben dringend gefordert werden. Herr Klein- Gießen berichtet über die Hilfskasse. Dieselbe beläuft sich jetzt auf 2413 Mk..Zur nachhaltigen Förderung der Kasse wird -der Agitations- Ausschuß für jede Provinz neu konstituirt und vcckselben eine energische Thätigkeit zur Gewinnung' von außerordentlichen Mitgliedern empfohlen. . In denselben werden nachfolgende Herren gewählt: Für- Ober-- Hessen: Kaufmann-Angenrod, Simon-Nidda - und Strauß-Oberseemen, für Starkenburg:Hofmann-' Groß-Gerau, WeigerS^imer-Pfungstadt, Stein-Groß- Umstadt und Bloch-Heppenheim,, endlich für: Rhein- Hessen:. Kahn-Mainz. : Die Versammlung beschließt ferner, daß alle rückständigen Beiträge säumiger oder ohne Abmeldung verzogener Mitglieder ohne Rücksicht vollkommen ^nach'' dem in den Statuten vorgeschriebenen Weg eingezogen" werden sollen. Im Uebrigen wird: dem Kassier Entlastung ertheilt. Als konnexer Gegenstand wird sofort Punkt Ö' der Tagesordnung, Antrag auf Aenderung des § 1Z der Statuten berathen. Nach längerer Debatte >. wird - für denselben folgende Fassung beschlossen: Die ThätigL keit der Hilfskasse beginnt, sobald dieselbe die Höhe von'' 6000 Mark erreicht hat. - Herr Kaufmann- Angenrod referirt' hierauf über den Unterricht im Gebetübersetzen. Einleitend'betont derselbe den Unterschied zwischen jüdischem' Unter-' richt früher und jetzt und die Schwierigkeiten, womit der'' Lehrer zu kämpfen hat. An Las im Elternhaus er-' langte Wissen kann der Lehrer jetzt nicht ' mehk-Mk.nnpfen. Das Kind muß mit Sprache und Inhalt'' der Gebete vertraut gemacht werden, um am Gottes-/ dienste theilnehmen zu können. Für die Methodik'Les^ Gebetiibersetzens fei das Wichtigste, das Interesse" z'ü wecken durch Anknüpfung an Bekanntes und'Bekanntgabe der Veranlassung des Gebetes. Nach Ansicht des Res. soll zuerst die Uebersetzung des ganzen' Stückes, : ohne Berücksichtigung des hebräischen Textes, borge-" nommen und daran auch die Erklärung des Inhalts^, behandelt werden. In ersterem Punkte soll dem Kinde die Uebersetzung vorliegen. Die Behandlung des In-' Halts geschehe satzweise. Bei Uebersetzung der einzelnen Wörter sollen grammatische Erklärungen erfolgen- ' bei - den bereits vorgekommenen Wörtern muß' die Selbst- > thätigkeit der Kinder angeregt werden: : Bei' der gram-'' matischen Zergliederung erscheine das Wort m? seinem ' Stamme und dien: so zur Vermehrung'des Worlschatzes. Nach Durchnahme der Uebersetzung fräge^näü^ die Vokabeln auswendig ab, nnd übe;bte grammatisches Regeln ein. Rathsam sei ferner, aus den Wörtern behandelten Stückes kleine Sätze bilden zu lassen, um so in die hebr. Sprache einzuführen. Ferner werden