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Der Israelit · 1903-01-05 · Heft 1 (5.1.1903) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 1 (5.1.1903)
Date
1903-01-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
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ln tiefe Trauer versetzt worden ist,' gestatten Sie mir, wenn ich in Folgendem Veranlassung nehme, einen Manu wsaa zu sein. der es, wie selten einer, verdient, in diesen Blättern Erwähnung zu finden. ' * Es war schon seit Jahresfrist für die Freunde und entfernteren Verwandten leider kein Geheimniß mehr, daß Herr Joseph Bachrach von einer tückischen Krankheit heimgefucht sei. Gestern nun, am heiligen Sabbat, hauchte er seine Seele aus. Von seiner ungemein großen. Frömmigkeit, von seiner seltenen Gottesfurcht, seiner großen Liebe zur Thora, kann man sich kaum eine Vorstellung machen, und so legte auch das heute Nachmittag stattgehabte Leichenbegangniß ein beredtes Zeugniß davon ab. . Im Sterbehause in der Wexstraße hatte sich eine zahlreiche Menge Leidtragender schon um 1 Uhr eingesunden, und noch größer war die Zahl derjenigen, die vergeblich Einlaß suchten, und aus der Treppe und der Straße warten müßten. Zuerst nahm unser allverehrter Herr Oberrabbiner Hirsch das Wort zu einer wahrhaft ergreifenden Trauerrede. Anknüpfend an das am nächsten Sabbat zu verlesende Schriftwort: mm vd ' v^örr nw nur no *iet6 ww brr führte Redner aus'/ daß wenn man sich schon beim Finden eines Schatzes erschrecke, um wieviel größer der Schmerz sei bei - dem Verluste eines Kleinodes. Redner schilderte dann in bekannter, meisterhafter Weise mit ihränenverhaltener Stimme; wie der Verblichene, der ein tüchtiger und beliebter Mohel war, sich jederzeit freudig in den Dienst aller, und besonders dieser seiner liebsten r.ixa stellte, wie er bei Reich und Arm, sich nicht um die Umgebung, und urn die sonstigen Hausangelegenheiten kümmerte, sondern lediglich die Mzwoh im Auge hatte. Gleich pnxn sjor könne man auch um den dahingegangenen Herrn Jos. Vachrach das gestern verlesene Schriftwort sagen: um* cnVi vrr '2 neixa mrr m rrb dam wn und dachte er stets nur daran, daß die Mahlzeit den KafchrUs-Vorschriften genüge. Mt den Worten, die der Verblichene so oft in freudiger Stimmung ausgerufen hatte, schloß auch der Herr Oberrabbiner seine tief zu Herzen gehende Rede. Nachdem dann Herr Joseph B a ch r a ch jr. als Neffe Namens der Familie in rührenden und treffenden Worten Abschied von dem theuren Verwandten nahm, indem er ihn als das Muster eines Gatten schilderte, als das Vorbild eines Vaters in jeder Beziehung, nachdem dann ferner noch Herr M. Iakobsen als Schüler und. .späterer. Kollege Namens der man b.ma versprüch,'den-yna ihm auch Lber's Grab hinaus zu bewahren, - setzte' sich, der imposante- Leichenzug nach LangrjPldrrist BeMgung. \*''-'i. - . - Durch die nicht endenwMenden Fußgänger-, und Magenreiheu war nahezu eine Verkehrsstörung hervorgerufen. - Es waren wohl zwei Driitet der. Kehklly'vertreten; auch der 92jährige Nestor der Hamburger, Rabbiner Herr L. Adler, hatte es sich nicht nehmen lassenseinem Schüler die letzte Ehre zu erweisen. Auf dem Friedhofe angekommen, nahm unser allverehrter Herr Dr. S. P. Nathan unter Thronen von seinem Schüler und Freund Abschied, ihn als Muster eines Mannes hinstellend, der ansoi crcrc rram amrn n» m* irema ’rcai mwa man in des Wortes wahrster Bedeutung gewesen. Redner bedankte sich dann noch Namens des Vorstandes der Synagoge „Talmud Thora" für die Dienste, die der Heimgegangene als regelmäßiger Besucher, sowie iß ypin dva erwiesen. Die Herren Dr. Bamberger hier, und Klausrabbiner D u k k a s - Altona, gaben auch noch in beredten Worten ihrem Schmerze Ausdruck, insbesondere hielt der letztere es für betonenswerth, daß der Verstorbene als Spr'ößling einer altehrwürdigen Hamburger Familie für die Beibehaltung der alten, echt jüdischen ö'mj energisch eintrat. rraoru Js. M. Aus Württemberg, 31. Dez. „Der Verein zur Unterstützung der Hinterlassenen israelitischer Lehrer Württembergs", vereinnahmte nach dem in dieser Woche veröffentlichten Jahresberichte per L. April 1901/1902 an Grundstocksbeiträgen 328 Mk., an Beiträgen der 56 ordentlichen Mitglieder 120 Mk., außerordentliche Beiträge 285.50 Mk., Spenden 188.35 Mk., Kapitalzinsen 1859 Mk., zusammen 4099.76 Mk.; verausgabt wurden an Unterstützungen 2740 Mk. Auch heuer erfreute unsere Landesmutter, Ihre Maj. die Königin Charlotte, den Verein mit einer Gabe von 25 Mk. Das Vereinsvermögen bat um 1197 Mk. zugenommen, und beträgt jetzt 55,589 Mk. England. London, 28. Dez. Der alljährliche Chanuka- Gottesdienst für jüdische Soldaten wurde heute Abend in der Great Portland Street Synagoge, in Westend. abgehalten, unter Anwesenheit Lord Roberts. Es gewährte die Festversammlung, an deren Spitze der Feldmarschall der Britischen Armee, ferner der jüdische Lordmayor mit seinen Sheriffs, in Amtstracht, und der Commandant. General Trotter, figurirten, ferner die Damen-Gallerie, mit jüdischen und nicht-jüdischen Ladies angefüllt, einen höchst interessanten und erhebenden Anblick. Besonders ergreifend war das mit Begeisterung von der Versammlung gesungene „Moaus Zur," mit Militär-Musikbegleitung. Der Reverent Francis K ohn hielt die Festrede und der Chief Rabbi trug das Gebet für König und Vaterland vor. Vermischtes. - ' Berlin, 30.' T ezember. Das israelitische Heimathshaus, Gormannstraße 3, gegründet'von Hermann Und Johanna Abraham wird feite wohlthatigen Werke durch Einrichtung einer Krankenküche erweitern., Geyen mäßige Vergütung sollen wohlthatige Vereine als auch em- , zelne Personen Krankenkost erhalten, welche unter ärztlicher I Beaufsichtigung in nahrhafter und schmackhafter Weise her- I gestellt werden wird.

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