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Der Israelit · 1903-01-05 · Heft 1 (5.1.1903) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 1 (5.1.1903)
Date
1903-01-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
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5 Zerquält, erhebt zu Heldenthaten sich Das Weib, wie nur ein Weib sie üben kann. Von Leas heil'gem Gottesschwur durchglüht. Eilt Joachim, Johannes nach zum Tode. Noch halt mit angstdurchbebtem Mutterarm Sie ihren Jüngsten an die Brust gedrückt.- Und dort am Throne des Antiochus In glanzendem Gewand steht Eleasar. Auch er ist Leas Sohn, doch eigener Verrath, nicht fremder, führte ihn zum Syrer. Geblendet von unechtem Griechenthum, Träumt Königsträume er am Syrerhof. Doch tausend Dolche stücken seine Brust. Als er der Mutter übermenschlich Ringen Und ihr und seiner Brüder Heldensieg Vor Augen sieht. Da faßt Verzweiflung ihn Und schüttelt ihm das schwache, wanke Herz. So schreiten sieghaft Enkel Sems zu Tode, Und singen Hosianna, Halleluja. III. Makkabäer sieg. Durch die Nacht zieht kühn eine Heldenschaar Juda an ihrer Spitze, Und da sie am Lager des Syrers war. Zittern Gewitterblitze. Es zittert der Blitz, und der Donner kracht. Fernher Glutofenschimmer, Und Halle! und Schema I i s r o e l tönt durch die Nacht. Sich mischend mit Schmerzensgewimmer. — Jetzt rollt ein mächt'ger Posaunenstoß, Rings die Berge, sie hallen. Der Syrer schreit auf: „Juda ist los. Hat uns zur Nacht überfallen." Mit sausendem Schwert sich ins Lager zwingt Juda, der Makkabäer, Mit sausendem Schwerte er vorwärts dringt, Antiochus' Zelt immer näher. Jetzt steht er im Zelt, Minuten zu spät, Retter zu sein für die Brüder, Er schwingt das Schwert, daß Flammen es weht. Ha, schlägt den König er nieder? Doch der Arm, den Juda zum Mordschlag gestrafft. Senkt sich in heiliger Nähe, Denn es reckt sich mit letzter, verathmender Kraft Lea gebiet'risch zur Höhe: Zurück, Sohn Maitathias! laß' ihn zieh'n! Im Namen des, der war und ist und sein wird! Er spricht durch mich: Zieh. Syrer, hin in Frieden! Und du — setz' nicht der Brüder Sieg aufs Spiel, Den sterbend sie ersiegten. — Hier hat Gott Geweilt; — bet' an! IV. Japhets Huldigung. Als Alexander auf fernem Zug Nach Asiens Westen sein Banner trug. Da beugte sich Syrien seiner Macht, Auch Tyrus und Sidons reiche Pracht. - Da so ihm geglückt des Krieges Spiel, . Nahm er Jerusalem sich zum Ziel, - Und bald sein Lager, sein Heer und Troß Sich gegen die heilige Stadt ergoß. Da bangte Judäa in großer Noch,: - - Es hatte mißachtet des Königs Gebot, Es hatte gelöst sich nicht allsogleich Nach des Königs Wunsch vom Perserreich, > Und an der Verleumdung Gewebe schafft Die samaritanische Nachbarschaft. Schon sieht man die Stadt in Feindeshand, , Bresche gelegt in die Tempelwand. Da pflogen die besten Männer Rath Und einigten sich zur Rettungsthat. Aus Jerusalems stattlichem Thor - - ■ Trat ein lautloser Zug hervor.- Es war in der stacht. Und Fackelschein Leuchtet ihm gelb ins Dunkel hinein. Die Blüthe Judäas, im Feiergewand Schreitet hinaus ins schattige Land^ ' Und von des Sühnetags Mantel umwallt,' -- Ragender als jede andre Gestalt, ' > Der Hohepriester allen voran, - Mit heiligstem Hauptschmuck angethan. Und als nun im Osten das Morgenlicht Sich durch des Himmels Bläue flicht. Da plötzlich beut ihren Blicken sich dar Alexanders mächtige Kriegerschaar, Wie sie in überwältigender Ruh' Sich langsam bewegt ihrem Ziele zu. Nicht zögert des Hohenpriesters Fuß, Er nahet mit ehrerbietigem Gruß, - Da keiner der Söldlinge es wehrt,- - Sich Alexanders stolzem Gefährt. Da sieh — ein Wunder — der König steigt " - Herab vom Wagen, er staunt, er neigt ' Sich vor dem Priester aufs Angesicht, Und heil'ger Ehrfurcht voll er spricht: Dich grüß' ich. Du hohÄLeseelte Gestalt, Du kündest des höchsten Geistes Gewalt, Du kündest, was ich nicht weiß und kenn'- Wovon ich nimmer den Namen nenn', ' Was aber, wo immer ich Großes erlebt, - Gestaltlos mir hat voraus geschwebt. —. — - So huldigt der König, der niederreißt Die Schranken im Osten vor griechischem Geist; So huldigt der König, mit dunklem Verlangen, In Sems geheiligtes Heim zu gelangen. Aus Menschheitskindheit ein Sehnen klingt- * - Dem die Zukunft einst herrlich Vollendung bringt: Hamburg, 21. Dez. In Vertretung Ihres ständigen Berichterstatters, der durch den Hintritt des Mannes, dem folgende Zeilen gewidmet sind, auch mit

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