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Der Israelit · 1903-01-05 · Heft 1 (5.1.1903) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 1 (5.1.1903)
Date
1903-01-05
Page
– (sequence 4)
Language
German
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z! si n - ' Bewegung der Ideen zu schildern, die von dem nach Osten vordringenden, schon nicht mehr echten Hellenismus ausging, und den makkabäischen Gegenstoß wachrief. - Nach einer Pause führten die Klange des Arioso aus den Rubinfiein'scheu Makkabäern (dieses, wie die folgenden Solostucke, brachte Herr Oberkant. Peßachowitsch zu vollendetem Vortrage) das Publikum zurück in die Sphäre des Empfindens, und bereiteten so die Stimmung für das „Märtyrertod" benannte zweite'' Bild vor. Aus Otto Ludwigs Makkabäern fixirte das Bild den furchtbaren Augenblick, in dem Lea, die Heldenmutter, das letzte ihrer Kinder vor der Qual des lohenden Marterofens schirmen mochte, und doch, schmerzvoll ringend, den Blick nach oben gerichtet, von dorther die Kraft erfleht, auch ihren Benjamin als Bekenner des Einzigen Gottes, in den Tod zu senden. Byrons „Beweinet die geweint," in Sulzers meisterhafter Komposition, ließ die weihevoll-wehmüthige Stimmung musi.kalisch ausklingen, die das farbenprächtige Bilh ausgelöst. Aus Nacht zum Licht führte das dritte Bild „Makkabäersieg." Juda, der Sieger, dringt in's Syrer-Lager, und „Tochter Zions, freue Dich," jubelte der Chor, um — nach einem Klaviervortrag — in Glucks „Hymne" aus dem jauchzenden Triumph allmählich wieder zur Ruhe der gottinnigen Siegeszuversicht zu geleiten. So gipfelte die Feier im vierten Bild, „Japhets. Huldigung", das Alexander den Großen — hier wohl mehr als Vertreter der japhetischen Kultur gefaßt — huldigend vor dem Hohenpriester zeigt; im Hintergründe Jerusalems Häusermeer. .Der ganz in Weiß erstrahlende Hohepriester, die .glitzernden Rüstungen der griechischen Krieger, die fackeltragenden Priester — alles zusammen gab ein prächtiges, stimmungsvolles Bild, dem die Zukunftstöne des. Asm (leider setzten sie zu spät ein) die Weihe gaben. Trotz einzelner, verzeihlicher. Unebenheiten war die Feier wohl gelungen. Am besten aber gefielen uns die den lebenden Bildern vorangehenden erläuternden Verse, vorzüglich zum Vortrag gebracht von Herrn Rosen,heimer, die wir hier mit Genehmigung des Verfassers zum Abdruck bringen: : I. Noas Secherspruch. Die Gott zur Zucht der Menschheit hat? gesandt. Verlaufen hatte sich die wilde Fluch, Und längs der Wölbung hatte sich gespannt Des Regenbogens reiche Farbengluth. — Der Rebe Saft, die Noah sich gehegt. Ließ wanken in ihm des Bewußtseins Grund, Er schaut -der Söhne Thun, und tiefbewegt Gibt er der Spätgeschlechter Schicksal kund. Es trifft — ein Blitz — der Fluch den finstren Sohn, Der frech besudelt alles Heil'gcn Recht, Ihm prangt die Sinnenlust auf Gotterthron, Und zügellos wird er zum ärmsten Knecht. Doch hold und mild, von Schönheit licht durchklart. Tritt ordnend I a p h e t in die Sinnenwelt: Hier wird den Kräften vom Gesetz gewehrt. Dort wird der Stoff dem Geiste unterstellt. Da borgt sich Alles Licht vom Menschengeist, Und alles wird geformt von Kunstlerhand, Der Urquell, der das weite All durchkreist. Wird stolz bewußt vom Geist in sich erkannt.— Doch nein, fährt. Noah fort, nicht, Japhet, Dir Ward hell im S ch ö n e n auch desWahren Bild, Das echte Menschheitslebenselexir —: Aus höheren und reinern Stufen quillt. Tritt, Sem herbei. Du demuthvolles Kind, Gewunden dehnt sich Dir der Lebenssteg, Dich führt das Schicksal nimmermehr gelind. Doch Deine Bahnen sind ein Sonnenweg, Vor Dir enthüllt sich Gottes Majestät, Des Daseins Quelle und Sein höchst Gebot. Da wird durch's Leben Liebe hingesäet. Da senkt als Richtmaß sich der Freiheit Lot. Und schlägt des Glückes Woge Dir den Kiel, So jubelt betend Deine Seele „Gott", Zerschmettert Dich das Unheil, nah dem Ziel, So seufzst Du sterbend und verhauchend „Gott". Da strömts; die Du gebildet, Japhet, hast. Die Völker strömen hin zu Sems Gezelt, Im Gotteszelt sucht ihre Seele Rast, Es raunt und rauscht ein Einen durch die Welt. — Wohin Du Deine Kinder, Japhet, hobst, Von jener Höh' wir einst an spätem Tage, Wenn längst gebändigt, Ham, Du nicht mehr tobst, Sem heben sie mit letztem Flügelschlage. II. Märtyrertod. Ich starre in die Nacht und seh' ein Lager Sich weithin dehnen vor Jerusalem, Ein Zelt darin, mit Purpur reich umhangen, Antiochus', des Syrerkönigs Zelt. So lagern sie nun doch vor deinen Mauern? Wich denn der Makkabäerheld zurück? War Judas Sieg vergeblich bei Emmeus? Es muß so sein, denn raubthiergleich und sicher Ruht in dem Zelt der König auf dem Thron. Jetzt tritt ein Weib herein. Wie starr es blickt. Wie hoch und edel ist es von Gestalt. Ha, Lea ist's, die Makkabäermutter! Sie fleht den König um der Söhne Leben, Von denen' drei Verrath hat ausgeliesert — Und teuflich gibt der König in die Hand Der Mutter ihrer Söhne theures Leben. Sag' ihnen, daß sie Gott verleugnen, spricht er. Und hohe Ehre wird ihr Antheil sein. Doch sage ihnen: dient dem Judengott — Im Marterofen loht ihr junger Leib. Vom tausendfachen Schmerz der Mutterliebe

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