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Der Israelit · 1902-12-30 · Heft 103-104 (30.12.1902) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 103-104 (30.12.1902)
Date
1902-12-30
Page
– (sequence 10)
Language
German
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(Peßäch in Lessin 1847, Antrittspredigt in Stavenhagen 1845 und Sch'buot daselbst 1851), Sfira-Gebet, cirte Auto-Biographie. ' < , . -> . * Herr Stadtschulrath Dr. Pfundtner hat dem Herausgeber' der Gedächtniß-Schrift, Herrn Dr. Louis Neustadt, ein Dankschreiben zukommen lassen, dos ebensosehr den Schreiber, als den von ihm verehrten Heimgegangenen Lehrer der Jugend ehrt. Wir geben es deßhalb im Wortlaut wieder. Breslau, 24. Oktober 1902. Sehr geehrter Herr Doktor! Nachdem ich Ihre „Ermnerungsblätter" gelesen habe, verfehle ich nicht, 3^3*01 für die Zusendung des Büchleins, einer Schöpfung pietätvollen Sinnes, zu danken. Das Bill) eines innerlich reichen. - rührigen und gesegneten Lehrer- und Erzieherlebens tritt in klarer Zeichnung heraus. Seine Predigt „Gottgeweihte" (S. 39) zeugt von hohem, idealem Schwünge und ist von Anschauungen durchtränkt, die den Dahingegangenen gewiß sein Leben hindurch beseelt und geleitet haben. — „Durch Klarheit zur Wahrheit, durch Reinheit zur Einheit." Haben Sie noch einmal herzlichen Dank für die werthvolle Gabe! Ihr ergebenster Pfundtner." „Bachurimglnck", Lustspiel in einem Akt, von P. Jacob Kohn, Basel, Verlag von P. M. Goldschmidt. Ein jüdisches Lustspiel! Wenn wir den Mangel solcher Stücke in unserer jüdisch-deutschen Litteratur näher in's Auge fassen, so müssen wir dem. Verfasser allein schon für die Idee, ein Lustspiel zu schreiben, Anerkennung zollen. Wie oft schon haben wir bei jüdischen Feierlichkeiten oder bei Verlobungen, wo man die anwesenden Gäste durch eine kleine Aufführung erfreuen möchte, diesen Mangel empfunden Wie oft muß man sich bei solchen Gelegenheiten ■ mit dem spezi- . fisch Jüdischen gar nichts gemein habenden Stücken behelfen oder auf eine solche Aufführung ganz verzichten. Umso freudiger begrüßen wir diese neue Erscheinung. Der Stoff ist glücklich gewählt und hat an Herrn Kohn einen gewandten Bearbeiter gefunden. Der Inhalt ist in Kurzem folgender: Der begabte ■ Bachur Chajim wird von einem Kaufmann Namens Silberstcin, in dessen Hause er einen Kofttag inne hat und dessen Kinder er in der Religion unterrichtet, zum Manne für seine Adoptivtochter Mathilde ausersehen.? . Ein diesbezügliches Gespräch zwischen Silberstein und . seiner Frau wird von deren wirtlichen Tochter Emma, .die in den Bachur verliebt ist, belauscht und von ihr - der Entschluß gefaßt, den Bachur, der sie ebenfalls .. liebt und-nur:zu schüchtern ist, ihr diese Liebe zu gestehen, zu diesem GestänMß zu bewegen. Nachdem, sie ihren Entschluß ausgefichrt und sich den Bachur ge-? .. sichert hat, begibt sich Chajim auf dessen Einladung zw Cilberstein. und geht auf dessen Antrag, seine Tochter — worunter natürlich die Adopttvtochter Mathilde gemeint ist. wovon sich aber der Bachur nichts merken läßt — zu heirathen, gerne ein. Als dann durch einen Zwischenfall das Verhältniß zwischen Chajim und Emma an den Taakommt. hält der erstere Silberstein beim Wort, „seine Tochter" zu heirathen, wozu der Vater endlich seine Zustimmung ertheilt. Von den neun Szenen, die das Stück enthält, wollen wir die dritte, in welcher die liebende Emma dem äußerst schüchternen Bachur das Geständniß seiner Liebe abdrängt und die achte, in welcher das Verhältniß der Beiden an den Tag kommt, besonders hervorheben. Die Entdeckung geschieht dadurch, daß der kleine Moritz und Isaak beim Abhören der gelernten Mischnahjoth alles genau nachsagen, wie sie es vom Bachur gehört, und. seine in Bezug auf die Geliebte gemachten Bemerkungen dem Vater verrathen. Diese und besonders die dritte Szene halten wir für die gelungensten. Eine gute Idee des Verfassers war die Einschiebung der.sechsten und siebten Szene. Diese spielen in Chajims Zimmer und geben einen kleinen Einblick in das Leben der Vachurim. Diese beiden Szenen ermöglichen es, ein größeres Personal zu beschäftigen, was bei. einer Vereinsaufführung, wo jedes Mitglied gerne sein schauspielerisches Talent zeigen möchte, sehr willkommen ist. Im Ganzen läßt dies Lustspiel auf schriftstellerische Begabung schließen und hoffen wir, binnen kurzem von Herrn Kohn wieder mit guten Werken in diesem Genre erfreut zu werden. - ' B. F. ZsiLWKgsNsHrrchterr rrrrd Gorrespsrwerrzerr. D e u t sch l a R b. Düsseldorf, 28. Dez. Wir erhalten folgende Zuschrift: ‘ Sehr geehrter Herr Redakteur! Die in Nr. 100 Ihres gesch. Blattes enthaltene Correspondenz aus Düsseldorf vom 16. Dezember bedarf einer Richtigstellung der darin enthaltenen Mittheilung über den neu gegründeten Verein „Achawah." Derselbe bezw. seine Mitglieder erstreben nicht die Begründung einer Separatgemeinde im Anschluß an den „Verein zur Wahrung religiöser Interessen in Westphalen", vielmehr hat der Verein eS sich nur zur Aufgabe gemacht, das religiös-sittliche Leben. seiner Mitglieder zu fördern und zu heben. ,;;/ . Hochachtend - Der Vorstand des Vereins „Achawah" I. A.: Heinrich Horn,. Schriftführer.

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