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Der Israelit · 1902-12-30 · Heft 103-104 (30.12.1902) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 103-104 (30.12.1902)
Date
1902-12-30
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Großherzoglichen Glückwünschen feierlichst überreicht. Eine, daran geknüpfte ergreifende Rede des Herrn Rabbiner verlieh der ganzen Feier ein erhöhtes Interesse. Mit innigen Dankesworten des sichtlich tief erregten Jubilars' und des” sich daran anschließenden Abendgebetes nach vorausgegangenem Anzünden der Chanukkakerzen endete diese erhebende Feier. Möge cs dem Jubilar noch'lange vergönnt sein, in voller Geistes¬ und Körperfrische' zum. Heile und Segen des Judenthums zu wirken. Das walte Gott! ' S. B ( u m e n t hak,. Lehrer, Michelfeld. . Harburg (Bayern), 26. Dez. Bei der heutigen Neuwahl der israelitischen Cultusverwaltung wurde Herr Kaufmann Gerson S t e i n als Cultüsvorstand wieder gewählt, nachdem derselbe schon volle 27 Jahre dieses Amt in hiesiger Gemeinde musterhaft bekleidet. Ebenso wurden die Herren Josef E p st e i n, Julius Nebel und . Moritz N t 'b e l , als Kassierer und Pfleger, sämmtlich wieder g>:wählt. In jüngster Zeit hat auf Antrag des Vorstandes, Herrn Gerson Stein,, die hiesige Cultusverwaltung beschlossen: „Es sei auf dem hiesigen israelitischen Friedhofe die Nummerirung und Registratur der s ä m m tlichen Grabdenkmäler vorzunehmen, um den Besuchern das Auffinden der Grabstätten, zu erleichtern und namentlich etwaige defekte Grabdenkmäler zu er neu er m" , ' . . . Der hiesige israelitische Friedhof, welcher ca. 600 Grabdenkmäler zäh'ck, .enthält nicht nur die 'Grabstätten der israelitischen Bewohner Harburg's, sondern auch die der früheren nun aufgelösten israelitischen Gemeinden Mönchsdeggingen und Ederheim, königl. Bezirksamt Nördlingen. Mit den diesbezüglichen umfangreichen Arbeiten . wurde Herr Lehrer Hermann R i e ck, dahier betraut. Von Seite ' vieler Auswärtigen, deren Ahnen im hiesigen Friedhofe schlummern, wurde., der Cultusverwaltung Harburg, . dieses, lobenswerthen' , und pietätsvollen Unternehmens halber. Anerkennung gezollt. . Werden, 26.. Dez.' Mit hoher Entschließung der König!. Regierung der Öberpfalz und von Regensburg . vom 20. Dezember d. I.' würde die hiesige israelitische . Privat-Elementarschule in eine öffentliche Elemcntar- . schule umgewandelt und die definitive Lehrerstelle dem Lehrer M. S 't c a u.ß übertragen.. - '• L- . O e st e r r i t ch. Wien. Dem Rechenschaftsbericht des „Vereins . für unentgeltlicherr Arbeitsnachweis" entnehmen . wir: ' Der .Verein hat im dritten Jahre seines Bestandes ...einen wesentlichen Fortschritt erzielt, da die Zahl der .Vermittlungen,2262 erreichte, .gegenüber' 1690 r und 1304 in den beiden Vorjahren... Viele Mwexblose^ wur- ' . den dadurch in Stellungen gebracht, welche sie wirihschaftlich und moralisch kräftigten, und-dieselben sind bei einem Wechsel des Arbeitsplatzes durch Berufung auf den Verein und auf ihre vorherige Thätigkeit besser befähigt, selbstständig eine neue Stellung zu erlangen. Insbesondere das Arbeitsgebiet des Baugewerbes wurde erst durch'den Verein den jüdischen Hilfsarbeitern in größerem Maße zugänglich gemacht. . Die Vermittelungsthätigkeik' wurde aber auch für kaufmännische Angestellte und für. weibliche Arbeiter nicht vernachlässigt. Der Ruf gewissenhaften Vorgehens kam dabei wesentlich zu statten und die Berichte, welche über die durch den Verein Plazirten einlangten, lauten zumeist günstig und liefern den Beweis umsichtiger Zuweisungen. - . Mit besonderer Genugthuung ist hervorzuheben, daß Se. Excellenz der Herr Handelsminister, sich spontan veranlaßt sah, dem Verein eine Subvention zuzuwenden. Diese Würdigung der Bestrebungen des Vereins von berufenster Seite wird demselben ein Ansporn sein, diese ehrende Anerkennung auch weiterhin zu. rechtfertigen. Daß der Verein bereits mehr als 6300 jüdischen Arbeitsuchenden zu dauerndem Erwerbe verholfen hat, gereicht gewiß zu lebhafter Befriedigung, beweist aber auch, daß die Gründung des Vereins einem Bedürfnisse entsprach und daß derselbe eine wirkliche Wohlfahrtseinrichtung geworden ist, deren Förderung jeder edeldenkende Jude sich zur Pflicht machen sollte. . Kaum an irgend einem Orte ist-diese Wohlfahrtseinrichtung nöthiger, als in Wien, wo stetes Zuströmen armer Juden aus allen Theilen des Reiches stattfmdet, für welche dieser Beistand wohlthatig und erziehlich wirkt, die aber auch auf solche Hilfe angewiesen sind, weil ihre Konfession ihnen die Erlangung von Arbeitsgelegenheit auf vielen Seiten unmöglich macht. Ungar iu' - - Gr.-Warvcin, 22. Dez. Leider hat unsere Gemeinde einen schweren, unersetzlichen Verlust zu beklagen. Herr Markus Löwenstein, einer unserer beliebtesten Gemeindemitglieder, ist uns im jugendlichen Alter von 32 Jahren durch einen plötzlichenTod entrissen worden. Mit seinem Hinscheiden ist in den Reihen der tapferen Streiter für Gott und 'i iät6ö wnS Seine heilige Thora eine grüße Lücke gerissen worden. Der Verblichene war ein Ente! des ruhmlichst bekannt gewesenen Rabbiners aus Bonihad. Von frühester Jugend bis zu seinem letzten Athemzuge befaßte er sich mit der p*mr. Für Arme und Bedürftige" hatte er stets ein freundliches Wort, ein warmes Herz, und vor allein eine offene Hand. Wohlihatigkeit war überhaupt seine Lebensaufgabe. Durch gute und milde Eigenschaften hat es der Dahingeschiedene verstanden, das religiöse Leben bei seinen Mitmenschen stets warm zu erhalten^ - Schon duich seine überaus freundliche Erscheinung übte er' überall einen wohlthuenden Einfluß zureligiösen Zwecken aus. -'

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