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Der Israelit · 1902-12-23 · Heft 101-102 (23.12.1902) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 101-102 (23.12.1902)
Date
1902-12-23
Page
– (sequence 19)
Language
German
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SettrmgsrrsHsrchLeN «rrd Ssrrekpsrr-mZssr. Deutschland. Hamburg. Die „Neue Hamburger Zeitung" und das „Hamburger Fremdenblatt" fcringen aus der Feder der Fachredalteure eine Nsprechung der neuesten Gemäldeausstellung im hiesigen Kunstsalon von Louis Bock u. Hohn, und unter Anderem ein höchst anerkennendes Urtheil über einen Glaubensgenossen, den hiesigen Kunstmaler Daniel Lewenstein. Herr Lewenstein, Bruder des - Haager Oberrabbiners, wird, so hoffen wir, seine Vertrautheit mit dem jüdischen Milieu, vor Allem dem seiner holländischen Heimath, welche so vielen bedeutenden Künstlern treffliche Sujets geliefert hat, recht bald dazu verwenden, das Gebiet der sog. jüdischen Kunst anzubauen, jener Kunst, welche es versteht, jüdische Motive mit intimem Verständnitz und inniger Herzenstoärme wiederzugeben. Nach Lewenstein's bisherigen Arbeiten, welche neben tüchtiger Zeichnung besondere Feinheit der Farbe erkennen lassen, hegen wir die Ueberzeugung, daß er auch jüdische Gegenstände mit gleichem Erfolg behandeln wird, zumal einzelne frühere Leistungen von ihm auf diesem Gebiete zu solcher Hoffnung berechtigen. Dr. G. Danzig, 12. Dez. (Verein für jüdische Geschichte und Litteratur.) Den zweiten Vortrag der Wintersaison hielt vor einigen Tagen in. der Scherler'schen Aula Herr Rechtsanwalt Vaerwald aus Vromberg über einen jüdischen Weltreisenden im Mittelalter. Einleitend verwies Redner auf die großen Schwierigkeiten, welche sich in alter Zeit dem Reisen entgegenstellten, besonders auf die Unmöglichkeit, die Gebirgszüge zu überschreiten und machte aus die geringere Empfänglichkeit, die man damals den Schönheiten der Natur gegenüber besaß, aufmerksam. Neisebeschreibungen aus dem frühen Mittelalter seien deßhalb selten und kostbare Litteraturerscheinungen. -Ein solches Jtinerarium verfaßte der aus Toledo stammende Jude Benjamin Jona, der 1160 eine 14 jährige Reise durch die ganze damals bekannte Welt bis nach Indien hin unternahm und historisch und kulturell ausgezeichnete Berichte lieferte, die sowohl für die jüdische, wie für die allgemeine Kulturgeschichte werthvoll sind. Redner führte seine Zuhörer an der Hand der Karte den ganzen Weg, welchen Benjamin zurllckgelegt hatte, und verlas die schönsten und interessantesten Stellen der Reisebeschreibung, besonders die Schilderungen von Rom, Konstantinopel, Jerusalem, Damaskus und Bagdad. Der Verfasser hatte ganz besonderes Interesse an der Stellung seiner Glaubensbrüder, wie auch an der allgemeinen K"ltur, vor Allem an der Architektonik in den einzelnen Städten, die er besuchte, und seine Berichte stimmen mit den aus anderen Quellen fließenden Nachrichten ausgezeichnet überein- - Der interessante Vortrag erntete beifälligen Dank bei der gut besuchten Versammlung. Limburg n. d. L. Dem Jahresbericht des „Deutsch-Jsr. Kinderhort" zu Limburg a. d. L. (pro 1901/1902) entnehmen wir: Der „Deutsch-Jsr. Kinderhort Limburg a. d. L." unterhält zu Bad-Schwalbach eine Heilstätte für blutarme, bleichsüchtige und erholungsbedürftige Frauen und Mädchen; zu Neubrandenburg ein Ferienheim für schwächliche und abgezehrte Knabem Ferner bezweckt er, kurbedürftigen Kindern den Besuch des vom Arzte . vorgeschriebenen Kurortes zu ermöglichen. Während wir nun in den Vorjahren auch diesem Zwecke, den wir keineswegs als einen Nebenzweck ansehen, die nöthigen * Mittel zuführen konnten, war. uns dies im abgelaufenen Berichtsjahre leider nicht möglich; denn auch uns hat die Ungunst der Zeit- und Erwerbsverhältnisse eine erheb- , liche Mindereinnahme gebracht, wo wir - bisher ohnedies mit beschränkten Mitteln zu rechnen hatten. Eine weitere, noch weniger erfreuliche Folge dieser ungünstigen Erwerbsverhälirnsse war die überaus große Zahl der bei uns Hilfesuchenden, die sich zum Theil auch daraus erklären läßt, daß unsere Heilstätte zu . Bad- Schwalbach bei unseren armen, hilfsbedürftigen Glaubensgenossen sich einer Werthschätzung erfreut, wie sie keiner zweiten Anstalt zu Theil wird. In diesem Jahre wurde unsere Heilstätte von 77 Pfleglingen, selbst aus den entferntesten Theilen unseres weiten Vaterlandes, besucht, und zwar von 9 Frauen, 64 Mädchen und 4 Knaben, darunter 17 Pfleglinge des Vorjahres. 9 gehörten dem schulpflichtigen Alter an, 19 waren 14 bis 20 Jahre alt, 30 (7 Frauen und 23 Mädchen) zählten 20 bis 30 Jahre und 19 waren älter als 30 Jahre. In 2464 Verpflegungstagen wurden 994 Stahlbäder, zum Theil mit Malzzusätzen, verabreicht, und es wurde täglich dreimal Wein- oder Stahlbrunnen getrunken. — Ausgegeben wurden Mk. 9016.40. Die Verpflegungskosten betragen pro Kopf und Tag 3.65 Mark. üin dfli'i Unrd Me Df« Mmtlir. Sietjt. wo das Chanukah-Fest vor der Tknire steht,, an dem wollt Mancher seine Angehörigen auch mit Werken nicht speziell jüdischen Änholts beschenken will, wird es vielleicht angebracht U'in. unsere Leser über einige Neu-Ersch'immgen auf litterarischem Gebiete bekannt zu machen. Wer cincin Freuade oder Äerwändteii, der sich für Kunst interessirt. etwas passendes überreichen will, der arene zu den in der Sauunlung «Die Kunst" erschienenen Werken. Diese wird von Richard Mutber herausgegeben und erscheint im Verlage von A ulins Ba rd. Berlin. Der uns vorliegende Band behandelt das Wirken lind Schauen des berühmten Meisters Lukas Eran ach. Er enthält eine ganze Reihe vorzüglicher Wiedergaben Cranach'scher Gemälde, unser denselben auch solche biblischen Inhalts. — 2n derselben Sauunlung und ferner noch einige Monographien bekannter Künstler, wreM a x K l i ng er. B u r n c-J o nes u. a.. erschiene:'.. Die prachtvoll ausgcstatteten Bändchen find mit M. 1.25 sehr billig berechnet. — In ebenso feiner und künstlerischer Ausstattung erschien im Verlage der C. Kre bs'scheu Vuchhnndlung in Aschasfenburg eine Geschichte aus dem Cpenart ..Schtihvhr" von W. Müller-Amorbach. Sie behandelt in fvauilenber Weise v -

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