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Der Israelit · 1902-12-23 · Heft 101-102 (23.12.1902) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 101-102 (23.12.1902)
Date
1902-12-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
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2154, Nebst seiner Thätigkeit als Finanzmann und Polkttfcr war Montagu in hervorragender Weise für seine eigenen Glaubensgenossen thätig. 1869 half er den jüdischen Boardof Guardians gründen, dessen Vorstand er seitdem angehb'ri. Drei Jahre später trat er dem Board öf.-DePuties, dem? jüdischen Gemeindebunde Englands hei, in dem er seit 40 Jahren eine überaus eifrige-Thätigkeit. entfaltet. Seine wichtigste Gründung war jedoch der L o n d o n e t S. y n a g o g e n b u rrd, den er im Verein mit Hermann L a n d a u 1887 in's Leben rief. - .Durch die.Vereinigung aller in London von den russischen Juden in's Leben gerufenen kleinen Synagogen und ständigen Minjanim zu einer einzigen wohloxganisirten Corporation hat Samuel Montagu sehr wesentlich dazu /beigeträgen, die Juden des Ostens zu organisiren, in ihnen das Bestreben' nach Selbsthilfe wach zurufen' und zu erhalten, sowie dem jüdischenLeben. in London, einen, gewaltigen Rückhalt zu schaffen/-Gleichzeitig-hat ' Montagu eine mächtige Thätigkeit für den? Väu.von kleineren aber würdig' aus- , gestatteten ' Synagogen in allen Theilen Londons entfaltet. 1 Hätte - das Judenthum Titel zu vergeben, Sir Samuel Wyntagu -'würde mit Recht den Titel „der: Synagogenerbauer^ verdienen. denn er hat drei Synagogen erbaut und in 40 Synagogen, die er wesentlich gefördert hat, ist er Inhaber eines Sitzes.. Es hat auch kein Jude in England gelegentlich von Trauerfällen in der Familie von Synagogen soviel „Schiwageld", das. von den Synagogen an reich und arm vertheilt wird/ empfangen,' wie Montagu? Die ^Errichtung von vielen kleinen Synagogen an Stelle von-wenigen großen sollte auch der Eöncentrirung'der'Juden in ganz bestimmten Stadttheilen - entgegenwirken.- :Jn? diesem Sinne Hat- Sir Samuel ÄKch -seine 'jüngste? und vielleicht bedeutsamsteGründung,^dieMtrichtüng des Bundes der jüdischen Gemeinden mit dem sich an ihn anschließenden Zerstreuüngskomitee unternommen. Sollte die jetzt tagende ,Fremdenkommiffion. Maßregeln Degen die Uebervölkerung Ostlondons beschließen, ... so ''wird diesem Komitee ein gewaltiges Arbeitsfeld sich eröffnen. DaL Interesse? für? die. fremden- Judendatirt bei Samuel Montagu, bereits, seit 18tz3.: In diesem Jahre reiste er im 'Vereine' mit 'Sir Haureuce' Oliphant . als Delegirter des» eben entstandenen: „Mansion- Hous Komitee" für- -die -russischen Juden? nach. dem „Cöncentrationslager^ von Vrody. wo /Tausende russische Flüchtlinge infurchtbarer Noth^stch. befanden,. .Zwei.. Jahre spatxr;zeM'-LL den^ Opfernder? 'rüss. Tyrannei^ nach Amerika: :nach> wo -er -bas Schicksal?dercinzwischen über ganz Nordamerika zerstreuten Flüchtlings in New-r' . Norr,-MSME./;McötMMtv-N.erfey, Chigago und Montreal -^erIrhreNMM7..Jm.-.Jahice 1886 reiste er.-, in die HöW.des ^owen.nach' Rüßland, wg-er^die wich?-, tigsten Ghefiosdeh Änsiedetungsrayons aufsuchte.- Die' glänzende Aufnahme,, welche' die russischen Juden ihm überall bereiteten, alamirte jedoch die russischen Machthaber, -welche ihn zwangen, binnen 48 Stunden Ruß-,. länd zu verlassen. , Seine vielseitige Thätigkeit als Finanzmann, Po-? litiker, Philantrop und Organisator : der in England - - eingewanderten Juden hat Sir Montagu seiner emi- - nenten Arbeitskraft, wie seiner unerschütterlichen Ge- ' sundheit zu verdanken. Seit seinem vierten Lebensjahr s hat ihm nie auch nur ein Finger weh gethan, eine Thatsache, die der in religiösen Angelegenheiten streng kon-.? servative Montagu der genauen-Beobachtung der jüdischen Speisegesetze und der strengen Heilighaltüng des? Sabbat zuschreibt. Es ist in der That eine auf dem - Continent selten anzutreffende Erscheinung, daß ein in .? der Politik ultraradikaler Jude gleichzeitig in religiösen Fragen äußerst konservativ gesinnt ist. Aber,. Sir Samuel Montagu ist von der Vollkommenheit der göttl? Anordnungen ebenso fest überzeugt, wie er von. der Verbesserungsbedürftigkeit und Verbefferungsfahigkeit der menschlichen Institutionen überzeugt ist. -?: .'' „ - Zum Schlüsse sei noch die Reise erwähnt, die Sir?, Samuel Montagu im Jahre 1873 nach Palästina Unternommen hat. Diese Reise hatte die Errichtung der. „Lionel de Rothschild-Schule zur Förderung ' der In-? düstrie unter den Juden Jerusalems" zur Folge? Zum - Baronet wurde Sir Samuel Montagu im Jahre 1894 durch den damaligen Premierminister Lord Rosebery erhoben? . ---- e u i I I i i o ll Von Wöbevk Känkern. . - iyw, •?? "?_.. ' Rach' vierstündigem,- »scharfem Ritt war Feiwel Schick in N... angelangt. Er brachte sein Roß in der- - Stallung eines befreundeten Hauses unter und ging dann direkten das Haus des Rabbiners.. Feiwel war -. dort'nicht fremd. Er hatte als junger Mann W dortige Jeschiba zwei Jahre besucht und auch jetzt noch sprach. “ er-."wenigstens fünf- bis sechsmal jährlich bei seinem..?? höchbetagten Lehrer vor. um-seinen Rath und seinen /? Segen N dringlichen Fällen zu erbiften. ^. wie?.es,ssenk^ Geschäfts- und Familienleben mit sich - ''brachte: ' Gr ' ^? brauchte daher nicht besonders angemeldet zu werden. - sondern konnte jeder Zeit sofort-bei-seinem Lehrer ein-? -?-? treten.'- ' i v : Es war just die Mittagszeit und er traf ihn an der Spitze einer langgedeckten Tafel sitzend, an. welcher sich

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