Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 101-102 (23.12.1902)
- Date
- 1902-12-23
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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2155 . etwa 30 bis 40 Gaste plazirt hätten. Es waren Leute jeden Standes und Alters vertreten und Feiwel mußte als Gast ebenfalls an der Tafel Platz nehmen und zwar wies ihm der greise, leutselige Wirth den nächsten Sitz in seiner unmittelbaren Nähe an. . ..Eilt Ihr, Feiwel? dann könnt Ihr gleich nach Tisch mit mir in die. Lernstube kommen. Im andern Falle könnt Ihr Euch noch ein Stündchen gedulden. - Es sind drei oder vier Gäste da, die gern sofort abreisen möchten und die ich noch nicht empfangen habe. Ich. weiß es übrigens schon, daß es eine freudige Veran- . lassung ist, die. Euch zu: mir führt. Ist Euch nicht, der große Wald zum Kauf angeboten worden, .der zwischen Euch und der russischen Grenze, liegt, und Ihr wollt mich um meine Ansicht darüber fragen?" „Nein, Rabbi, mir ist nichts derartiges zum Kauf ängeboien worden, wieso glaubt Ihr so etwas?".,. 8' hatte vergangene Nacht von Euch geträumt,, ' Ihr Wtet' ist stem Walde einen großen Schah gefunden. - Da ich wußte, daß Ihr vergangene Nacht'nicht in dem. Walde gewesen sein könnt, es war doch- Sabbat-Ausgang, an' dem Ihr ja nicht zu reisen pflegt, so nahm ich an, der Wald selbst sei der Schatz und er sei Euch etwa zum Kauf angeboten worden/ y „Rabbi," entgegnete halblaut Feiwel, „der Geist .Gottes ruht auf Euch. Ich war vergangene Nacht in : diesem Wald, aber einen Neichthum habe ich nicht darin gefunden, sondern das gerade Gegentheil, so etwas Armseliges, Hilfloses, wie man es sonst selten findet, was meint der Rabbi wohl.— — „Sprechen wir jetzt nicht darüber. Wir wollen das Tischgebet beten und in einer Stunde denke ich, daß' wir ungestört in meinem Zimmer darüber verhandeln können." - : . . y ' Feiwel, der wußte, welch'innigen Äntheil sein Lehrern an den Lebensschicksalen feiner Schüler nahm,' der'sich ferner Vach' dem.W-mgen/tvas.ft' soeben gehör!- hatte, sagen mutzte, welch', besonderes Interesse der -Rabbi haben mußte, was er wohl in dem Walde.ge-. funden, Feiwel staunte die Seelengröße des großen Mannes ' an, ' dessen unersättlicher Wissensdrang ihn . ........Tag und Nacht über seine heiligen Folianten gebeugt . forschen und lernen ließ,, und der doch so.wenig neu-., gierig war, daß er ihn in. dem Augenblick unterbrach^ '' " wo er ihm mittheilen wollte, was er eigentlich.gefunden^ . Es, hätte Feiwel gar.nicht gewundert,. wenn ihm de'^, Rabbiner:-als er eine Stünde später' in. seine Lernstuhel. trat-..ihm-nicht Nut seinen Fund: ^sondern .auch seme; ganze Herkunft und Aussetzung^erzählt hatte. ' «Jetzt seid mir. stbchmäls.willkommen, Feiwel, setzt Euch und erzählt' mir l st-i'ch t' was^'Ihr gefunden .' habt.'. - sondern erzäW'Mir..m.iL.stllen. '.Einzelheiten,-'s» - genlMMLEnntHvGHstch veranlaßt HM^mder^Mcht von.MabMMlsgang-durch.d^n Waldau reisen, kur^ alles, was Eurem Fund vorangegangen ist. Mast kapn auf diese Weise eine Sache in ihrem Zusammenhang besser übersehen und das Nebensächliche, und Zufällige von dem wirklich Wesenhaften aUsscheiden, das Nach der Lehre der Weisen jedem Traum, wie die Spreü dem Kernbeigegeben ist.-.' i'yZ- .; Feiwel erzähltenun - den ganzen Vorgang mit allen Details, wie wir ihn bereits'kennen.' Als er mit . seiner Darstellung zu Ende war, ergriff der Rabbis seine Hand.und sagte:. . - -- y" C ' ■ -v: -f, Wie bin ich doch ein eitler,- thörichter Mensch trotz der. vielen Jahre, die ich an mir arbeite,, gm., mich besser und verständiger zu. machen. Wenn mich Gott sehen läßt, daß Ihr einest Schatz gefunden -habt, denke H an Holz und Laub,; denke ich an. einen' Wald," kurz, an ^irdische Dinges an welchen mein.Herz' noch, immer hängt, und vergesse än die einfache Wahrheit, daß der g^yßte Schatz des, Menschen der Mensch;selber.--M' eine Menschen seile, finden, 'retten und erzixhey^ ^srer ^größte Gewinn und 'Reichthum ist, deo -einem^Menschen' aüf Erdest, zstfallen kann.. Md mir haf's:jn'weWr^ Eitelfett noch' wohlgethaii) .Wenn ich vor: Euchlvie-reinv Art Vorsehung. dastehe- .'wenn -ich.'.EE.-doü eistvn'- .Waid. spreche, , ohne' eine Ahnung von dem höchsten Glück zu haben, das Euch Gottes Allmacht in's Haus' geführt Tief. seufzend hielt der Greiß inne, ließ die Hand Feiwels los und fuhr dann fort: " ----- \ : „Ihr wißt gar nicht, welch' rin Schatz Euch Mott - zugeführt hat. Auch ich weiß es nicht, aber jdj .ahne es.: Wer. den Sabbat.wie Ihr iw Ehren halt-, derst-gibt (Sott* einen Lohn ohne Grenzen. Eine.Heilighaltung-deI'' Sabbat hat Euch dieses' Kind ßinden lassen;, es wird i. Euch die Liebe, die Ihr ihm.eäveist, mit Wucherzinsen \ einst zurückzahlen, dessen dürft Ihr sicher sein. Haltes's wie Euer eigenes und sprechet s»wenig,als^ ^'cköglich i Wrüber, WuHtauch / sticht nach - dem Ursprung \ Kindes^ damit es Euch möglichst langeweMeibe.-,Eu're. j Nachforschungen würden aüch^ keistest ■ stErsoh^ häben. Wenn Ihr je einmal die Herkünst'des Kindes, erfahren werdet, so wird etz'dhne''Huer'.ZüWy.'gesche^*.Lr7^?.r: .. „^cki'danke Euch»,'.Rabbi/- spräch/'^iwel,'.'.als''.det Greis m'ne hielt," „wie"wird - E'eistÄ'MteHMU' sich freuen, wenn' ich ihr '.die 'H'offn'üngen- und - Verheißungen mittheile, die Ihr an das WstdfMrfis, Mi- .war,sofort .dgyjit,-einverstanden, dcS.---Kmd-,'jnityHseW. sechs an-'.- - sie,ft>lltn-'lk^K'^MiPdZiehen/ aber -Mer Ästen Punkt.haben wir-uns.sticht HstMü töWM.r- Mrfen wir-'/ müssen wrr'M^Hmd^in Ms' BundM' Aorahyms'i LinWrrn.-*Mr-tküssMwd^e§/chrifiE er« liefen?"’ : ' jii:»-4-^.'' IiBsttäÜ^vHLM^urMf^MchIs^iÄ^MbyMWHaben :Wtz'.'AW^irnemMrmünvlgen' Kinde das AsAst der ' Zugehörigkeit'zu den Bekennern des Judenthums' aufzuprägen. Sind , wir doch, durch Gesetz der Thora, ver-' -