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Der Israelit · 1902-12-23 · Heft 101-102 (23.12.1902) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 101-102 (23.12.1902)
Date
1902-12-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
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2151 r jedes als Feste begehen, so wäre uns das ganze Jahr ein einziger Feiertag. Die Anderen wieder behaupten, wir dürfen schon um deswillen keine wunderbaren Ereignisse festlich begehen, weil uns das rechte Verständniß hierfür abgeht. Uns ergeht es wie einem Thoren, der den meisten Gefahren glücklich entrinnt, wiewohl er sich am wenigsten in Acht zu nehmen versteht, jhdj nvV p» — Die dritten endlich behaupten iP'jtö man n&z p» bsaa wir seien gegen die Leiden so abgestumpft, wie todtes Fleisch gegen den Schnitt des Messers. Auch die Großthaten Gottes könnten uns daher nicht mehr recht zur Freude aufrütteln. — Wir jedoch dürfen ruhig behaupten, die drei Gründe, weit davon entfernt,' sich gegenseitig aufzuheben, ergänzen einander vielmehr, denn sie treffen alle gleichmüthig bei uns ein. Um so dringender erhebt sich daher die Frage: Warum blieben ' dem Chanukafeste seine alten Rechte unangetastet, indcß sie allen anderen gleichen Ranges genommen wurden? — Diese Frage eben suchen die Weisen durch den . Hinweis auf das Wunder, wie es im goldenen siebenarmigen Leuchten des Heiligthums sich offenbarte, zu beantworten. . Ungleich den anderen wohnt ihm eine ewige, nicht bloß zeitliche Bedeutung inne, deßwegen muß dessen Verherrlichung von jedem Geschlechte gefordert werden. '//■, Mit dem Leuchter des Heiligthums' hatte es jedoch eine eigene Bewandtniß. Darüber klärt , uns ein stimmungsvoller Bericht unserer Weisen auf. Einst erörterte R. Jehuda Hanaffi, der Verfasser der Mischnah. im Beisein seiner Söhne die Lehre über die verschiedenen Maße im heiligen Tempel — wußte jedoch. über den Gebrauch des halben Log sich keine Rechenschaft zu geben. Da bemerkte sein Sohn Rabbi Simon, das halbe Log ward darum benöthigt, um damit jedem von den sieben heiligen Lichtern ein solches zur Speisung zuzumessen. Der Vater aber rief beglückt aus: u "apW „Leuchte Israels, ja, so war es." (Menach. ~ 881».) Wiewohl demnach sämmtliche Lampen mir der gleichen Menge Oels gespeist wurden, so zeigte sich dach an dem westlichen Lämpchen, dem '3iyv "H ein beständiges Wunder, w .irrent? - ’xs bs «n rny n*K *r. 121 p'biv ".n UMV ^uie"3. Während die anderen Lampen nur die Nacht hindurch brannten, am Morgen jedoch erloschen waren, so leuchtete diese auch über den ganzen Tag. Das bildete ein greifbares Wahrzeichen dafür, daß der lebendige Gottesgeist in Israels Mitte , walte. Für Israel lag aber darin di? beste Gewähr, daß seine inneren-Zustände gesund, daß das Gewissen des Volkes frisch, kräftig.und rege sei, und daß das geistige Leben machtvoll in seiiier Mitte pulsire.Denn, wo es dessen ermangelt und die bedrohlichen Zeichen des Verfalles statt, dessen sich breit machten, da konnte der Geist Gottes seine Schwingen in unserer Mitte nicht regen, wenn auch sonst die persönlichen Vorbedingungen dafür vorhanden waren. So vernahm man im Hinblick auf Hillel einst zu Jericho eine himmlische Stirmye: . , 'isi im j'rn? rrbx rby rrwv 'miv *« cm crv; „Es befindet sich zwar in eurer Mitte einer, der der - Gnade des Gottesgeistes würdig wäre, aber, um seiner < Zeitgenossen willen muß sie ihm versagt bleiben. Das westliche Lämpchen wurde durch seine Ausdauer zur - Lichtquelle auch für die übrigen Lampen, jn i:ow>- ß'’co ' n ui denn an seinem Lichte wurden sie alle entzündet ' w : Es lag darin eine bedeutsame Lehre. In Jsrckel 5 sollte der Zwiespalt zwischen Religion und Erkenntniss e nimmer aufkommen. Stellen die sechs Lampen die übrigen Zweige des menschlichen Wissens dar, ihre > eigentliche Vollkommenheit erreichen sie erst dann, wenn >, das Licht der Religion an . ihrer Spitze sich befindet.? Erst wenn sie allesammt von diesem ihre Flamme ent- : lehnen und mit ihm vereint ihr Licht in die menschlichen - ' Geister ergießen, können sie diesen zum Segen gereichen. , Es ist selbstredend, daß innerhalb dieser Schranken das> weltliche Wissen sich nur in bescheidenem Umfang ent-. : falten kann, gerade noch hinreichend für die Bedürfnisse?- eines Volkes, das ohne besonderen Ehrgeiz für die Welt in stillem, häuslichem Glück seine Scholle bebaut, ' um seinem Gotte leben zu können. / (Schluß folgt.) ' ZMUKgMachsichSsN Ed Gs^ö?pdVd-rrzep, * u. * I »l* *».*»• ’ ' : 7 ■■ ■:: » . Berlin, 19. Dez. (D ie Cholera in.Ph-'». l L st i n a.) Brieflichen^ Nachrichten aus Palästina zu-. folge war am 5. Dezember in.Gaza, Lydda und Tiberias die Cholera vollständig erloschen. Dagegen ist sic in Salt, Kerak und in Jericho aufgetaucht. In Jaffa ist die Krankheit, immer noch im Steigen begriffen. .; Die Zahl der Krankheitsfälle betrug vom l.—6.. De-, . zember 105 und die der Todesfälle.65.? Auffallend iss '., die geringe Zahl der Cholerafälle unter den Juden, eine/ - Thatsache, die die Aufmerksamkeit selbst der Behörden und der Consulate auf sich zu lenken beginnt. In Jaffa .'. hat der neue Kaimakäm die dortigen jüdischen Notabeln' nach dem Grund, weßhalb die Cholera' über die Juden .. ^so wenig Macht habe, direkt gefragt. Als Antwort^- 'wurde er auf die Thatsache hingewiesen,, daß die Juden Y* überall die von der Regierung und:de^ Aerzten^erlassenen Vorschriften streng beobachten, däß. sie ferner' Vereine gebildet haben,, welche jedem Choleräverdäch- 'K Ligen durch Abreibungen etc. die erste Hilfe erweisen/ ' und daß sie endlich gegen alle von Cholera heimgesuchten Häuser eine innere Quarantäne eingerichtet : haben. So haben die 40 jüdischen Familien von Gaza gleich nach dem Ausbruch der Cholera sich in ein außer-

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