Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 101-102 (23.12.1902)
- Date
- 1902-12-23
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2449795-2449888--57283-2519989- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 1× ep/1002670
OCR text
2150 r.j- voll waren, wie die Anbetung des goldenen . KalbeS — bleibe hier zunächst dahingestellt. Ist es doch noch sehr fraglich ob das, was sie so sehr beklagten,.,, sich.über- | Haupt für die Dauer hätte vermeiden lasten.- , -^ } Wir jedoch, in deren Tagen unsere gesammten 24 . heiligen Bücher in etwa 400 Sprachen übersetzt erscheinen. . können die große, umwälzende Bedeutung jenes Ereignisses kaum begreifen.. Die griechische Thoraübersetzung bildet zunächst die Brücke, über welche' die damaligen Juden in die griechische Sprache eindringen konnten. Wer eine fremde Sprache sich aneignet, dein erschließt sich damit eine ganz, neue Welt. , Denn wir erlernen eine Sprache nicht in der Weise des Papageis, - der eine Anzahl Wörter herplappert, und * dem es dabei gleichgültig ist, ob sie deutsch' hebräisch. . englisch oder französisch sind- und der höchstens dabei.' " denken mag:, eigentlich doch recht ärgerlich Lautgebilde/ V nur dazu.geschaffen, sich die - Zunge daran äbzuquälen! '' Mit: der griechischen Sprache nahmen'die damaligen ' Juden auch, jene bekannte lockere griechische Denkungs-? art in sich auf und das führte sie auf eine ganz neue Weltanschauung.. - Dazu kommt noch, , daß in dieser; Sprache damals Alles aufgespeichert war, was die alte ' Welt an Wissenschaft, Kunst, KeNntniß und Er- , forschung der Welt besaß. Bei dem lebhaften,, feurigen '. Geist, der uns Juden nun einmal eigen ist, läßt es sich leicht denken, mit welch' brennendem Eifer sich das damalige Geschlecht auf diese unerschlossenen Wissensgebiete warf.'. In demselben Maße wurde aber das heimische geistige . Gut vernachlässigt. Das ist doch nun einmal so. die Ari des blinden, verwegenenEifers.— Selbstfür Ruhigerdenkende war doch die Ausrede gar zu nahe , liegend,- als daß 'sie.hätte unbenutzt bleiben sollen: Wozu- :sich mit der mühsamen Erlernung der " hebräischen Sprache abmühen, wenn man sich dasselbe durch den Gebrauch der griechischen Übersetzungen auf so leichte Art aneignen kann? So wuchs ein Geschlecht von Juden heran,-das vermöge seiner Bildung innern Denk-, und/ Gefühlsart, eigentlich Griechen waren, ip- . dessen- Innern vielleicht' nur Nöch eine einzige jüdische Aderschlug.-/ Sein Anspruch' darauf, 'Juden zu sein, war:'etwa ebenso begründet'- wie wenn Jemand, sich berechtigt glaubt; ein wollenes Gewebe als Seide zu be-. zeichnen, weilan irgend einer verborgenen Stelle ein seidener Faden darin eingeschlagen erscheint.' . Diese- Griechlinge wären es eigentlich, die, naivem, sie 'sich, zu.'.einer mächtigen' PMt'ei äusgewachsen haften." der-,gesammten-iJüdenheik-oLs^Gq-Me^hter Art und'., . ihresGeistesmufdrängen wEen.-?'"' /'^ - . ...; - Äntiochus^-bildete mir- / die^fürchtbareentsetzliche' ' Waffe,- deren - siesich tzegett' ihre eigenen'Brüder ZU .be^.^ . dienen. kein' Bedenkew trugen.-^ OHNeDeraUNorderüng von,,-deren.Sefte5scheint es^.dUr'chäus-'ftäglfch,''dp dieser / überhaupt.keine' -AustilgUngdes - Jüdenthums" aus -sich " .. heraus unternommen hätte. - Niemals jedoch hätte 'cs. ihm beifallen können, dies rgit solch' teuflischer Derj wegenheit zu betreiben!"^ . / .^... . Es könnte zwar den Anschein gewinnen, als ob / Me Lehre unserer Weisen der oben dargestellten Verkettung der Ereignisse widerspräche. Lesen wir doch im Sabb. Fol. 21 d über die Grundlage unseres Festes folgendes: . , ' i«v!öri;/n3w?n w ÄD32;./np3 rrnvröun uta :"wobt bdrit» 'viv pro mvrrh rrdw' pro nvsvd xS-r 1.XX0 1pN2 DTIS3T D'XXCBm NP jjqkö P3W31 D'ÄOT bz »b» p "n rrin yro b& «nro nnv 'm jw bv 'n ne säk v'v' 'n uee pAnm s: p rpju *» eü* p'b-rnd. „Als die Heiden den Tempel in ihre Gewalt bekamen, verunreinigten sie alles Qel. Als schließlich die Makkabäer die Oberhand gewannen und den endgilti'gen Sieg errungen hatten, fanden .sie nur ein einziges Oelkrüglein vor, welches das Siegel des Hohenpriesters trug, aber nur für einen Tag zur Speisung des goldenen Leuchters ausreichte. — Da geschah ein Wunder, und man fand acht Tage lang damit das Auslangen.- Einem Wunder soll demnach unser Festseine Entstehung /verdanken' Ein Wunder bedeutet doch nichts anderes als ein Ereig niß, das aus jedem Zusammenhänge losgelöst, hier au- - Erden ebenso unvermittelt auftaücht, wie ein Komet am ' Himmel, um alsdann ebenso unvermittelt wieder zu verschwinden! / " '""" -- r -^ " ' Jndeß scheint doch dieser Stelle ein ganz anderer .: Sinn zu Grunde zu liegen. Das geht schon aus der Stellung der Frage hervor,, die unseren Bericht ein leitet,' N3M >nv. ' Was ist „Chanuka"? heißt es dort: Waren denn etwa unsere Weisen, die an ungezählten Stellen mit dem Zeitalter,' dem Königsgeschlechte und d. Veth-Din der Hasmonäer zu thun haben, — war ihnen von all' den großen Thaten, die dazu gehörten und die Alles herbeigeführt haben, nichts bekannt?! Schon Raschi hat das Befremdliche dieser Frage gefühlt und auf wahrhaft geniale Art. dieselbe dahin umgeformt, or ni'rr bs 'wp. . / .Welcher Art war das Wunder"' das dessen Ein-. setzung veranlaßt hatte?'-— Das trifft auch deN Kern . der Sache. Denn Chanuka bildet das Glied'in'einer längen Kette von wunderbaren Ereignissen^ die alle-' sammt in einem besonderen Buche n':im nbw verzeichnet man öffentliche Trauerkundgebungen; zu unterlassen habe. Man hat sie in, späterer Zeit sämmtlich aufgehoben 'rtm.rHssr ' dafür würden dtei Ge-" sichtspunkte geltend gemacht:' dieeinen behaupten. ' ' ’iP’BDO 'ZU l'tt 2M3^ PU3 .'wollten 'wir 'alle. Wunder-' "thaten, hie rms widerfahren, feiern" so -kämen wir da-" ^'mit. überhaüps-nicht zu Ende. Das will sagen/die Et-". ' Haltung -des . jüdischen Volkes bildet seit - der Zelt.".da' "> ihm^,das Scepter der eigenen-Macht gebrochen'ward"" nur eine einzige -Kette von-Wundern"-Wollten 'wir'ein"'