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Der Israelit · 1902-12-18 · Heft 100 (18.12.1902) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 100 (18.12.1902)
Date
1902-12-18
Page
– (sequence 18)
Language
German
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beiderlei Geschlechter, wozu er vom Landesschulrath im Oktober 1892 Erlaubniß erhielt. Der Unterricht nahm einen großen Theil seiner Zeit in Anspruch. Durch den Unterricht angeregt, warf .sich Kohn jetztauf Portrajtzeichnen, während er Abends seine schon in München begonnene schriftstellerische Thätigkeit fortsetzte. Die „Allgemeine Kunstchronik," die „Wiener allgemeine Zeitung" und verschiedene andere Zeitschriften brachten Aufsätze aus. der Feder Kohn's. Da - ihm die Tendenz der betreffenden Blätter nicht zusagte, so schrieb er zwei Vrochüren, in denen er sich als tüchtiger Kunstschriftsteller erwies. Kohn zeichnete mit Vorliebe in Röthel und errang mit seiner Ausstellung mehrerer Rothstiftzeichnungen im Künstlerhause zu Wien und seiner gleichzeitigen Collektiv-Ausstellung im Kunstsalon Hirschler durch die Belobung Sr. Majestät des Kaisers Franz Josef einen großen Erfolg, der ihm einen Kreis von Bestellern aus den höchsten Gesellschaftskreisen eröffnete, wodurch er mit Aufträgen überhäuft wurde, so daß er seine Palette an den Nagel, hängen mußte. Unter den Portraits der letzten Jahre sind die vorerwähnten des österreichischen Unterrichtsministers Dr. v. Hariel, des Grafen Wilczek, des Statthalters Grafen Kielmannsegg, hervorzuheben. Schließlich sei noch erwähnt, daß der Künstler ein Buch über Zeichnen und Malen und Perspektive, sowie . eine Reihe von. Aufsätzen über Zeichenunterricht geschrieben hat.— . . ' " H. L ..... r, Frankfurt a. M. ZeLSrmgZKKchsßchLsN wKd VsVVS?p§KDsrzzsrr. De u i f ch I a n d. Auö Bayern. Aon allen unseren Festen ist es keines, das dem Einzelnen so viel Entbehrungen anferlegt, wie das Pesachfest. Ist es ja sattsam bekannt, daß mit der Mazoh-Kost bei Vielen oft Störungen der zur Nahrungsverarbeitung bestimmten Organe hervorgerufen werden. Daraus entstehen aber wieder Kopfschmerzen, Sodbrennen etc. Schreiber Dieses gehört nun auch zu diesen Halbkranken, die oft etwas darum gäben, wenn sie ein ärztliches Mittel an der Hand hätten, um sich helfen zu können. Allein die meisten Mittel können an Pesach nicht genommen werden, da sie nicht koscher al Pesach sind. Ich möchte nun den Gedanken anregen, die gewöhnlich gebrauchten Mittel, wie Opium, Natron, Hofmannstropfen, Brausepulver etc. so herzustellen, daß sie an Pesach ohne Bedenken genommen werden können. Wenn dies von einer Stelle aus und der Betrieb über ganz Deutschland geschehe, wäre dies gewiß auch lohnend und Mancher, der jetzt nicht erwarten kann, bis Pesach vorüber ist, würde beruhigter diesem heiligen Feste entgegensehen. Würzburg. Dem Rechenschafts-Bericht über die hiesige „Israel. Lehrerbildungs-Anstalt" für das 38. Jahr ihres Bestehens, von Nathan Bamberger, Dist.- Rabbiner und Vorstand der Anstalt, entnehmen wir: Mit dem Beginne dieses Schuljahres ist die „Jsr. Lehrerbildungs-Anstalt" dahier in das 39. Jahr ihres Bestehens getreten. Mit dem Schluffe des Schuljahres bestanden die neun Zöglinge des Qberkurses die Austrittsprüfung am Kgl. Schullehrer-Seminar dahier mit gutem Erfolge und wurden in die Praxis entlassen. Die Zahl aller seit dem Bestehen der Anstalt ausgebildeten und in die Praxis entlassenen Lehrer beträgt jetzt 323, die in den verschiedensten Gegenden Deutschlands und noch weiter hinaus segensreich wirken. Alljährlich wird von einem der geistlichen Mitglieder des Kuratoriums eine Prüfung aus der Religionslitteratur abgehalten, die auch in diesem Jahre ein ganz günstiges Resultat lieferte. Im Vorjahre verblieben der Anstalt 17 Schüler, und zwar 8 im 2. und 9 im 3. Kurs. Bei Beginn des Schuljahres traten 13 Schüler in den 1. Kurs, mithin hatte die Anstalt im abgelaufenen Schuljahre 30 Zöglinge. Von diesen erhielten 6 Unterricht, Wohnung, Beköstigung und ärztliche Behandlung in der Anstalt unentgeltlich, 3 bezahlten die Beköstigung ganz, 21 theilweise. - Bei Beginn des laufenden Schuljahres meldeten sich zum Eintritt in den 1. Kurs 6 Schüler aus der Präparandenschule zu Burgpreppach und 3 aus der zu Höchberg, welche auf Grund der bestandenen Schlußprüfung an ihren Präparandenschulen in die Anstalt ausgenommen wurden. Im Lehrerpersonal hat unsere Anstalt im abgelaufenen Schuljahre schwere Verluste zu beklagen. Herr Lehrer Jsac Schlenker, der seit Bestehen der Anstalt an derselben segensreich wirkte, wurde am Ende des Wintersemesters von einem Schlaganfall betroffen und konnte während des Sommersemesters seinem Berufe nicht mehr obliegen. Die Hoffnung seiner zahlreichen Freunde und Schüler, ihn noch länger zu erhalten, sollte sich leider nicht bewähren, indem er am 28. August von seiner irdischen Laufbahn abberufen wurde. Bei der am 29. c. stattgehabten Beerdigung wurden ihm vom Vorstand und von den Herren Seminar-Lehrern Dr. G. Tachauer und Jac. Weisbart, sowie vom Herrn Hauptlehrer Eschwege in Höchberg, namens der früheren Schüler der Anstalt und von Herrn Präceptor H. Oppenheimer namens der gegenwärtigen Schüler, endlich von Herrn Lehrer Goldstein in Heidingsfeld namens des „Jsr. bay. Lehrervereins" warme Nachrufe gewidmet. Allseitig wurde sein gründliches, vielseitiges, talmudisches Wissen, seine zahlreichen edlen Tugenden, seine Pflichttreue, sein liebevolles Benehmen, sein er-

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