Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 100 (18.12.1902)
- Date
- 1902-12-18
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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2130 das Gedeihen des Vereins, ein Jder an seiner Stelle, zu wirken." Somit ist in der nur kurzen Zeit des Bestehens des Vereins, der ja in dieser Versammlung sich erst eigentlich offiziell konstituirt, genugsam und Erfreuliches geleistet. worden, auch sind die Wege für eine gedeihliche Entwickelung durch die vereinten Bestrebungen wackerer Männer derartig gebahnt und geebnet, daß man mii dem größten Vertrauen in die Zukunft sehen darf. Aber auch der Kassenbericht. der von Herrn Hanau e r aus Euskirchen erstattet wurde, gab den Anwesenden die Zuversicht, daß in der sorgsamsten Weise gewaltet worden ist, und wird mit Gottes Hülfe auch bis weiterhin die materielle Lage des Vereins — das steht fest zu erwarten, eine solche werden, daß alle die Wünsche und Hoffnungen, die sich an ihn und seine edlen Zwecke knüpfen, in Erfüllung gebracht werden können. Denn auch in dieser Beziehung wird sich das Wort bewahrheiten wirr pyeo imr? «2n. Die vom Komitee und den Vertrauensmännern wohl durchdachten und durchberathenen Statuten wurden mit einigen Aenderungen angenommen und folgende Herren dann mit dem Vorstandsamt betraut: M. L. Munk, Dr. Ochs und Hecht aus Köln, Stadtrath Jonas- M.-Gladbach, Cohn- Mülheim a. d. Ruhr. Behr-Merweiler, Alexander- Vallendar, Berlinger - Illingen, Kaufmann- Eschweiler, Cahn- Geilenkirchen und Hanauer- Euskirchen. - . Die Tagesordnung war somit beendet, und nun, nachdem man seit Vormittag — es war bereits 4^ Uhr Nachmittags geworden — zusammen gewesen war, forderte der Magen auch seine Rechte. Nachdem das ll^incha-Gebet verrichtet worden, setzte man sich zu Tische. Das Präsidium an der Tafel war Herrn Seminarlehrer Gut übertragen worden; er verstand es, die einzelnen Trinksprüche in anregender, der Festesfreude entsprechender, mit Humor gewürzter Art einzuleiten und manch' schönes und gediegenes Wort dazwischen zu streuen. . Als erster Redner erhob sich Herr Rabbiner Dr. Wolf. Anknüpfend an die Sidrah. stellte er die beiden Charaktere, des weltlichen Fürsten Ephron und des göttlichen Fürsten Awrohom, einander gegenüber und führte, anlehnend an die Raschi-Stelle zu zrrzx bpv'i aus, wie Ephron seinem Namen entsprechend, nur an isy geklebt, an dem Irdischen gehangen habe. Demgemäß wurde auch Awrohom, wie die Schriftstelle andeutet— da sie in "er auch passivisch bprn gelesen werden kann — von jenem nur nach dem Geldbesitze bewerthet. Auch zählt Ephron, wie aus der Unterhandlung wegen des von Awrohom zu. erstehenden Grabes ■ tts'l *f5ih -i. r* ** jivtviiijii.■ hervorgeht, zu denjenigen, die viel versprechen und wenig halten, Awrohom huldigte dagegen den entgegengesetzten Prinzipien, er versprach wenig, nur um das Grab für ms* bat er, hielt aber viel, kaufte das ganze Feld in seinem ganzen Umfange und zahlte es mit vollgültiger Münze. So bethätigte sich Awrohom stets in allen Verhältnissen als durchaus edel und vornehm an Gesinnung und dokumentirte sich als hoheitsvollen Fürsten. In schöner und sinniger Weise führte Redner dann weiter aus, wie dieser Edelmuth der Gesinnung auch an unserem heiß geliebten Herrscher, unserem Kaiser, - bewundert werde, und wie auch dieser unser hochgeehrter Landesvater deßhalb nicht allein vom Deutschen Volke, sondern von aller Welt bewundert und geschätzt werde. In einem begeisterten Hoch auf Se. Majestät unsern Kaiser, das von der Versammlung ebenso enthusiastisch ausgenommen wurde, klang dieser von innigster Vaterlandsliebe dürchglühte. dem Mahle die patriotische Weihe verleihende Trinkspruch aus. und in erhebendster Stimmung sangen die Festtheilnehmer die Nationalhymne. Und nun folgten noch weitere durch Thoraworte und Midraschstellen gewürzte Trinksprüche, die durch ihre Gediegenheit und schöne Sprache die Herzen Aller entzückte und labte. So feierte Herr Seminarlehrer Gut den Herrn Rabbiner Dr. Wolf, auf ihn, des frommen Vaters gleichgesinnten Sohn, das pcst xinr» und in Bezug auf dessen Verhältnisse zum Vereine 'n nvt6 "pn bz anwendend. So sprach Redner die Hoffnung aus, daß der Vau, zu dem heute der Grund gelegt worden sei, bestehen und hoch emporragen möge. Dank im Herzen, stimmte Alles in das dem Herrn Rabbiner Dr. Wolf geltende Hoch ein. . In beredten Worten ehrte dann Herr van C l e e s das treffliche, hervorragende Wirken des Herrn Provinzial-Rabbincr Dr. Cahn, der gleich einem Fürsten in seinem hohen Berufe anzuschauen sei, einem Fürsten, der seinen hohen Sitz nicht durch Tradition und Gesetz erhalten, sondern ihn sich selbst geschaffen habe durch sein herrliches Wirken auf religiösem, humanitärem und sozialem Gebiete. Wir schätzten uns glücklich — so sagte der Redner — diesen Gottesfürsten an dem Tage unter uns zu sehen, da der Verein gegründet worden ist, diesen Mann, der stets, wo es gilt, für das Judenthum einzutreten, am Platze sei. In den Wunsch, daß der gütige Allvater den Herrn Dr. Cahn nrro n:t? Bntwn gesund, an Körper und Geist stark, erhalten möge, stimmten die Festgäste ein und erhoben sich dem Gefeierten zu Ehren von ihren Sitzen. (Schluß folgt.) -—' - ■ . .fivin! t.ur yifbyJ 'SS»r-.-4