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Der Israelit · 1902-12-18 · Heft 100 (18.12.1902) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 100 (18.12.1902)
Date
1902-12-18
Page
– (sequence 11)
Language
German
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ZettungsnachrZchLe» urrd EsrrespsrrdeKzrrr. Holland. Amsterdam, 12. Dez. In jüdischen Kreisen Hollands wird nach der „Schlesischen Zeitung" zur Zeit ein eigenartiger Gedanke erörtert: die Vereinigung der gläubigen Juden zu einer jüdischen Partei. Die orthodoxen Juden — von den anderen ganz abgesehen — rechneten sich bisher zu den gemäßigten Liberalen, weil sie den anderen kirchlichen Parteien nicht beitreten konnten. Sie meinen nun, man theile mit den Liberalen fast gar keine „Ideale". Dagegen seien die orthodoxen Juden durch eine Reihe von Wünschen mit den kirchlichen Parteien verbunden. In der Schulfrage, der Jmpffrage und anderen mit der Religion zusammenhängenden Sachen seien sie eines Sinnes. Wo nun ein direkter Anschluß nicht angehe, solle man eine eigene Partei bilden, die mit Kuyper und Schaepman Zusammenarbeiten könne. (Es ist aözuwartcn, ob diese Mittheilung auf Wahrheit berubt. Red.) Mrsonalien. Türkt,eim, 12. Dez. Durch den Tod des Synagogen-Vorstandes Herrn N. W o l f f wurde eine Neuwahl bedingt. Als erster Ersatzmann wurde Herr D. Landmann herangezogen, so daß sich der Ausschuß nun aus den Herren Dornberger, Jonas und Landmann zusammensetzt. Bei der Neuwahl ging, nach dem „D. A.", als erster Vorstand Herr L. D o r nberger hervor. S p r e ch s a a l. Berlin, 16. Dezember. Geehrter Herr Redakteur! Was Herr Löbenstein in der jüngsten Nummer mitgetheilt hat, ist nicht neu. Denn schon seit mehr als zehn Jahren wird dieser M i n h a g in der Gemeinde geübt, den Prof, Lazarus, als er noch Mitglied der Repräsentanz' war, geschaffen hat, ebenso, daß am Sabbat und Festtag der Friedhof für Besucher geöffnet bleibe. Neu ist nur, daß bei der Beerdigung einer solchen Christin auch der jüdische Geistliche — seinen Segen ertheilt; aber dafür wird ja bezahlt! S. L e h r. Frankfurt. 17. Dezember. Zur Richtigstellung Ihrer Annonce „Jsaac Braunstein" in Nr. 98 Ihres Beiblattes beehre ich mich. Ihnen Folgendes zu berichten: Rosa Braunstein, geb. 25. Juli 1891, Clemens Braunstein, geb. 17. Aug. 1893,. sind bei Herrn Gustav Kahn I. in Dietenbergen bei Hofheim i. T. in einem religiös jüdischen Hause, durch das Pflegamt des Almosenkastens der Israel. Gemeinde in Frankfurt d. M. untergebracht. ... Josef Braunstein, geb. am 25. Juli 1890, welcherauch daselbst untergebracht war und zweimal entlaufen ist, wurde vom Königl. Polizei-Präsidium in Folge Erlasses vom 1. Dezember 1902 des Königl. Amtsgerichts zur zwangsweisen Fürsorge-Erziehung in die „Israel. Erziehungsanstalt" zu Repzrn bei!= Schiewelbein verbracht, woselbst er sich jetzt befindet.^. Die erwähnten Kinder mußten wegen v o l l st 8 n d i - ger Verwahrlosung und mit großen Kosten, und zwar mit ausdrücklichem Einverständniß des Va-. ters untergebracht werden. : - H. L e h m a n n. Aus Süddeutschland Es ist in der letzten Zelt im „Israelit" so oft von rituellen Speisenhausern die Rede gewesen, so oft, daß man annehmen muß, diese Speisehäuser spielten im Leben des auf dem Boden des Gesetzes stehenden Juden eine große und wichtige Nolle. Und diese Annahme ist in der That sthr richtig. Tenn nichts ist indem in religiösen Dingen Schwankenden eine bessere Entschuldigung vor dem eigenen Gewissen. als daß er sich bemüht, siine Mühe aber keinen Erfolg gehabt habe. Es ist deßhalb hoch anzuschlagen, wenn, wie geschehen ist, ein Kreis von jüdischen Männern sich dieser Sache einmal mit vollem Eifer gewidmet hat. Zu dem bisher im „Israelit" veröffentlichten Berichten über die Errichtung und Fortentwickelung koscherer Gast« Häuser möchte ick mir folgende Mittheilung zuzufüocn erlauben. Ich komme auf meinen Reisen jährlich mehrere Male iiüch Süddeutschland und halte mich auch in Karlsruhe öfters auf. Ich sp. ise während meines dortigen Aufenthaltes selbstverständlich im Hotel des Herrn Lion und sage sicherlich nicht zuviel, wenn ich das dort Gebotene kurz als vortrefflich bezeichne. Ich spreche damit ganz im Sinne meiner unzähligen Bekannten, die dieselbe Erfahrung habe». Es ist mir deßhalb ein Bedürfniß, die Leser des „Israelit" darauf aufmerksam zu machen, daß Herr Lion sein bisheriges Restaurant in ein großes und nach allen Anforderuug'N der Neuzeit eingerichtetes Hotel verwandelt. Es wird mir allem ausgestmret. was zur Bequemlichkeit der logircnden und speisenden Gäste dienen kann. Es umsaßt zahlreiche geräumige Säle und Fremdenzimmer, die mit elektrischem Licht und Dampfheizung versehen sind. Daß dieses Hotel in st-, engsten Kaschrus geführt und auch sonst in jeder Hinsicht allen weitgehendsten Ansprüchen Rechnung getragen wird, braucht nicht erst hervorgchoben zu werden. Ist doch das Honl Lion mit seiner vortrefflichen Küche auch der nicht geschäftlich reisenden Welt, vom En, orte Herrnalb aus, woselbst Herr Lion während der Saison ein Hotel besitzt, in dem jährlich mehrere Hunderte von Gasten speisen, rühmlichst bekannt.. . Das Hotel Lion wird, wie es den meisten Reisenden bekannt ist,, nicht nur von Hundcrtcn in Karlsruhe geschäftlich sich aushaltenden jüdischen Ncisenden ausgesucht, sondern auch viele Reisende. d'e in weiter Umgegend von Karlsruhe thälig sind, kommen der vielgerühmten Küche des Hotel Lion und des darin herrschenden zuverlässigen Kaschrus wegen zur Spcistzeit nach Karlsruhe. Es ist kein Zweifel, daß indem Maße wie Herr Lion sein Hotel vergrößert, auch die Zahl der ihm zuströmenden Gäste sich steigern wird.

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