Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 100 (18.12.1902)
- Date
- 1902-12-18
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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2128 Eltern angehören, und wird es die Behörde wissen? Sie wird das Kind in das Findelhaus thun, dort wird es Römisch-Katholisch erzogen. Vielleicht sind seine Eltern Griechisch-Katholisch, vielleicht sind sie gar evan- . gelisch; wird dem Kinde also auf diese Weise die Zugehörigkeit zum religiösen Bekenntniß seiner Eltern besser gesichert, als wenn es bei uns bleibt und mit uns als Jude lebt?" „Du hast schon in gewissem Sinne recht.- Die Eltern der Kinder können römisch- und griechischkatholisch, sie können auch evangelisch sein. Aber Juden sind sie sicher nicht, denn sonst müßte ein mehrere Wochen altes Kind doch das Zeichen des Abrahambundes an sich tragen." „Sollten wir nicht einmal unseren Hauslehrer zu Rathe ziehen, von dem Du doch immer sagst, daß er ein sehr gelehrter Talmudist ist?" „So gelehrt unser Lehrer auch ist, so hat er doch kein Recht, religionsgesetzliche Fragen zu entscheiden, "nd hier liegt eine ganz schwierige Frage, die ich weder für mich, noch im Verein mit unserem Lehrer, nach der einen oder anderen Seite hin zum Austrag bringen möchte. Und doch müssen wir uns bald entscheiden. Wegen der einstigen Erziehung des Kindes hätte es noch Zeit, bis es das erforderliche Alter hat. Aber wenn wir verpflichtet sind, es in den Abrahamsbund aufzunehmen, so muß es sobald, als möglich geschehen, und wir begehen mit jedem Tage, den wir unnöthiger Weise verstreichen lassen, ein Unrecht, und da weiß ich mir in der That keinen Rath." „Wenn die Sache so wichtig ist, so richtest Du am besten ein Schaale (Anfrage) an unseren Rabbiner in U. . . Wir behelligen ihn ja Jahr ein Jahr aus mit vielen solchen Anfragen, die viel weniger wichtig sind, warum sollten wir die Angelegenheit nicht seiner Entscheidung unterstellen? Was er sagt, dem fügen wir uns und wir haben dann das Bewußtsein, daß wir nach dem Gesetz der Thora handeln? „Du hast Recht, Dina," entgegnete Feiwel, „daß man das zunächst Liegende doch so oft übersieht! Ich reite sofort nach U... und bin heute Abend wieder zurück. Auf diese Weise sind wir über das, was wir zu thun haben, außer allem Zweifel." (Fortsetzung folgt.) omo. ©}¥(Q erscheint der „Israelit" in diesem Jahre. Wir bitten deßhalb um rechtzeitige Neubestellung bei 'dem in Frage kommenden Postamte. Die Einziehung der Zeitungsgelder durch die Briefträger erfolgt, worauf wiederum aufmerksam gemacht sei, in der Zeit vom 15. bis einschließlich 25. des letzten Monats im Vierteljahr kostenlos; die Briefträger sind zur vollgültigen Quittungsleistung über die erhobenen Zeitungsgelder berechtigt. Die Vortheile, die die Einrichtung für das Publikum bietet, springen in die Augen, wenn man berücksichtigt, daß der regelmäßige Fortbezug der Zeitungen gesichert, der Gang zur Post und das Warten an den Schaltern, die am Vierteljahrsschluß besonders stark in Anspruch genommen sind, erspart wird. Der „Israelit" ei scheint wöchentlich zweimal, Montags sind Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnüt ganzjährlich, halbjährlich, oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Dev Buchhandel verkehr! durch V. Zf. Steinacker, Leipzig, Rastplatz )ö. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Nonpareillezeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig. — Direete Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr., für's Ausland lS Mark, an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3972. Telephon 101*. Stellesuchende und sonstige Interessenten können auf Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende „Kleine AuSgabe des Israelit" vier Wochen lang gratis und franco erhalten. Wünscht mair den Empfang der „Kleinen Ausgabe" längere Zeit, so kann man sich für 25 Pfennige das Vierteljahr, indest ausschließlich bei der Post auf dieselbe unter Nr. 3933 abonnire». Auf Wunsch stunden wir die Zahlung deS JnsertionöbetragS an außer Stelle Befindliche bis nach Erlangung einer solchen. Inhalt (Hauytblattt: Die Vereinigung der tiberalrrr Rabbiner DenNchtands. — Zeitungsnachrichten il.Korrespondenzen: Deutschland: Berlin. Breslau. Düsseldorf. Königsberg. Ellen. Heckenheim- Frankreich: Paris. Rumänien: Bukarest. Nutzland: Petersburg. — Sprechsaat: Aus Mittelsraiikeii. — Feuilleton: Der Findling (Fortsetzung). Jntzalt der ersten Beilage: Erste Generalversammlung,deS Vereins sur die jüdischen Interessen Rheinlands. — Zeitungsnachrichten u. Correspondemen: Holland: Ainsterdanr. — Personalien: Dürkheim. — Sprechsaal: Berlin. Frankfurt a. M. Inhalt der zweiten Beilage: Maler Dawid Kohn. — Zeitungsnachrichten u. Correspondcnzen: Deutschland: Ms Bayern. Ms Hellem Oesterreich: Wien. Ungarn: Holies. Rilmamen: Bukarest. ~ SJcßcseKUltO« Beilage: Der Jude (Fortsetzimg). . , SxLsL-OeUagen: „Binjamin" von Dc. M. Lehmann. — Spenden-Verzelchnisse. Verantwortliche Nedaction: OScar Lehmann in Mainz. — Expedition des ^Israelit". Schottltratze Nr. 2. Mainz. Druck und Verlag der Job. Wlrth'schen Hofbuchdruckerei Aetien-Gesellschaft ln Mainz. .'. Hisszrt sechs Beilage«.