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Der Israelit · 1902-12-18 · Heft 100 (18.12.1902) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 100 (18.12.1902)
Date
1902-12-18
Page
– (sequence 3)
Language
German
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fr/-;[]!; '^1: 2133 •pa« bs. Ihnen ist es nicht zu verdenken, daß fie ein solches Spiel gewagt haben, bei dem sie nur gewinnen, aber nichts verlieren konnten. Wie sich aber orthodoxe Rabbiner zu einem solchen Schritt entschließen konnten, durch den sie sich mit sich selber in Widerspruch setzen, das ist und bleibt eine Unbegreiflichkeit, ist und bleibt ein Abfall von den Prinzipien des orthodoxen Judenthums, der sich nicht rechtfertigen, der sich nicht einmal denken läßt. Sein und Schein, Leben und Tod, ras und ip«? sind keine dispergieren Gegensätze, als nvcp und .NI'22 Von snsa r.-rn. Bei aller bestrickenden Macht, über welche die Sachwalter des *ipr verfügen, gibt es doch keine Schönfärberei, die täuschend und schlau genug wäre, um den nrrr auf die Dauer zu unterdrücken. Er durchbricht alle Vermummungen und Vertuschungen -und verschafft sich zuletzt doch Gehör und Beachtung. In Wirklichkeit ist's ja keinem Redlichen auf bei-, den Seiten wohl bei dieser Vernunftehe. Die Radikalen unter den Reformern dieses Verbandes, sowie die Orthodoxen unter den Traditionellen sind ja deßhalb zu besonderen Vereinigungen zusammengetreten, was sie gewiß nicht gethan hätten, wenn der allgemeine Verband ihre Ansprüche und Wünsche befriedigte.. Wie wenig dieser Mischmasch dem Princip der Orthodoxie und denjenigen entspricht, die dieses Prinzip sonst im Leben hoch halten, das braucht nach allem bisher Vorgebrachten nicht weiter erörtert zu werden. Sie mögen hundert sich und ändere bereden, es handle sich dabei um eine ni2v und sie retteten das Judenihum, wenn sie mit seinen prinzipiellen Verächtern und Verleugnern fraternisiren. So lange sie die Thatsache nicht aus der Welt schaffen können, daß, wie Rabbi Akiba lehrt, die Thora selber den Anschluß an Gesetzesübertreter für so strafbar erklärte, wie das Treiben der Gesetzesübertreter selbst, so lange sie die Worte nicht aus dem Talmud streichen können, rrop ■ni’ijo ni2v so lange braucht ihnen der „Anschluß an die Lüge," nur in dem V& wte» der ’i-n zu begegnen und sie in ihrer ganzen verhängnißvollen Bedeutsamkeit zu ergreifen, um die Hoffnung zu rechtfertigen, sie werden durch Lossagung von dieser Verbindung das Geschehene so weit als möglich doch noch einmal gut zu machen suchen. Wie wenig diese Vereinigung aber auch nach dem Herzen der Liberalen ist, dafür soll-unabhängig von dieser Darstellung noch das Zeugniß eines liberalen, „unparteiischen Organs für alles jüdische Interesse" gelegentlich veröffentlicht und nach Gebühr gewürdigt werden. — Der unfreiwillige Humor von dem es übersprudelt, ist von so ansteckender Heiterkeit, daß. er in .btt* Rahmen ernster Aufsätze sich nicht wohl einreihen läßt. i - ■ •••’• f.; - : r ' . ■ '. f FerßsmgsNsWchLstt isKv GssssAsrOsmssr. Deutschland. Berlin, 12. Dez. Die jüdische Gemeinde ist kein Geschäftsbetrieb.. Die Errichtung einer Betriebs-.7--'.v Krankenkaffe für alle Angestellten der Berliner jüdischen Gemeinde ist von der Repräsentantenversammlung, auf Grund eines juristischen Gutachtens des Justizraths - ' Dr. Lachmann, abgelehnt worden. Das. Gutachten führt aus, daß die jüdische Gemeinde-Verwaltung Unmöglich als Betrieb im Sinne des Krankenversicherungs-Gesetzes angesehen werden könne. 7 - . -; Breslau, 16. Dez. (Ergebniß der Re- ' Präsentanten wähle n.) Dem Ergebniß der', am vorigen Dienstag im großen Saale des Breslauer Konzerthauses stattgehabten Repräsentantenwahl der 7 Synagogengemeinde wird wohl kaum Jemand mit -. - großer Spannung entgegengesehen haben. Da die konservative Partei es nicht gewagt hatte, Gegenkandidaten aufzustellen, wurden natürlich sammtliche siebzehn vom „Liberalen Verein der Synagogengemeinde" empföhle-'/. 7 neu Kandidaten gewählt, und zwar als Repräsentanten aus sechs Jahre 1) Stadtverordneten-Vorsteher Geh. Justizrath Dr. Freund; 2) Prof. Dr. Benno Badt; 3) Kaufmann Louis Cohn (i. Fa. Geschwister Trautnex ' Nachfolger): 4) Armendirektor Hermann Landsberg; 5) Vankdirektor Moritz Lyon; .6) Kaufmann Theodor Oschinsky; 7) Kaufmann Hermann Hamburger (i. Fa. .. I. Z. Hamburger). Als Stellvertreter auf sechs Jahre: 1) Kaufmann Rudolf Daniel; 2) Dr. med. Carl Reich; 3) Dr. jur. Paul Heimann; 4) Armendirektor Eugen 7 ' ' Schiff; 6) Kaufmann Eduard Vielschowsky jr.; 6) Dr. .. med. Carl Alexander. Als Stellvertreter auf drei 7 Jahre: 1) Kaufmann Moritz Rosenberg; 2) Landgerichtsrath S. Lustig; 3) Rechtsanwalt S. Kadisch. Aus obenerwähntem Grunde war es gar nicht möglich, daß die Wahl zu einem anderen Resultate v hätte führen sollen. Es dürfte auch Niemand eine der-/ artige Erwartung gehegt haben.. Die Thatsache steht nun einmal fest, daß der „Liberale Verein der Syna-7, gogengemeinde" nicht nur auf keine Gegenpropaganda der Konservativen traf, sondern von den letzteren sogar/ , noch in seiner lebhaften Agitation unterstützt wurden 7 Daß dies von den Breslauer Konservativen sehr rüh- ' ' menswerth war, wird wohl Niemand behaupten wollen. Ob nun die Wahl auch in ihren Einzelheiten ganz nach 7 Wunsch des Liberalen Vereins ausgefallen ist, bleibt . schließlich gleichgiltig. Im Grunde genommen hat der ' Verein nämlich doch-eine"kleine Niederlage ^erlitte;*; bie' Mr die Konservativen^ äher> Mlch'läväe keinen Sieg 6e* deutet. Es war ihm nicht'einmal möglich gewesen,! 7 seinen ovfiM Ayvsitz.Mden,.lMkUDr,, Sitz im Repräsentantenkollegium, den jener bisher inne

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