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Der Israelit · 1902-12-15 · Heft 99 (15.12.1902) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 99 (15.12.1902)
Date
1902-12-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
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suche ich Sie, in der nächst erscheinenden Nummer Ihres geschätzten Blattes mitzutheilen, daß Ihr gelehrter Correktor es nöthig gefunden hat, meinen jüngsten Artikel mit einem Motto zu versehen und ferner die Worte: „Wirklich, ich bewundere den Muth des Herrn Dr. Löwe. Er muß seine Leser doch für gar einfältig halten" zu verbessern oder zu verbösern in: „Wirklich, ich bewundere den Muth des Löwen! Er muß die ihm unterthänigen Thiere des Waldes etc." Hochachtend nicht Tr., sondern ein ganz einfacher D. Abrahams. Amsterdam, im Dezember. K tu i ( I e i o n Von "^loßert Känkern. Hurtig vertauschte Feiwel seine Schabbosgewänder mit den Wochenkleidern und während die Familie sich zum Mahle versammelte, schaarten draußen ungeduldig die Rosse vor den gefüllten Leiterwagen, mit welchen nun der Verwalter, von den Segenswünschen der Familie begleitet, in die Nacht hineinfuhr. Die Reise durch die dichten, langgestreckten Wälder vollzog sich ohne jeden Zwischenfall, und beim Grauen des Tages war das Ziel der Reise glücklich erreicht. Herzlich verabschiedeten sich die Arbeiter und ohne Aufenthalt kehrte Feiwel mit den Wagen wieder nach Hause zurück. Trotz des längst angebrochenen Tages herrschte in dem Tannenwald, dessen dichte Baumkronen dem Tageslichte nur schwer den Zutritt gestatteten, noch dämmeriges Halbdunkel. - Die Vögel zwitscherten ihr Morgengebet und Feiwel nahm Tallis und Tefillin hervor und schickte sich ebenfalls zum Gebete an. Da der Wagen jetzt einen steilen Bergesrücken zu passiren hatte, stieg Feiwel, in Tallis und Tefillin gehüllt, vom Wagen und schritt betend hinter demselben. her. Jetzt hatten sie die Höhe erreicht. Der Großknecht ließ die dampfenden Rosse einen Augenblick rasten, und als Feiwel eben wieder aufgesesscn und der Kutscher im Begriff war, in scharfem Trab die Höhe hinabzufahren.' fragte der Verwalter: ' „Hörst Dü'Nlchts" Ca simir? "Hier7von' Üer^rech'ten' Seite? — Es dünkt mir, als weine ein kleines Kind." Casimir lachte. „Hier wachsen keine kleinen Kin- / . der," erwiederte er, „das ist eine Wildkatze." 4^5 V «Das ist keine Wildkatze; aber steige doch einmal - vom Wagen und gehe der Stimme nach, sie kann nur wenige Schritte vom Wege her kommen." '*} „Seid nicht böse, Herr Verwalter, aber ich habe; Furcht, allein dahin zu gehen. Man erzählt so viel - Spukgeschichten von diesem Walde, daß ich mich immer i gewundert habe, wieso uns hier noch keine Hexen be- - gegnet sind. Aber den Juden thun die bösen Geister c nichts; das hat meine Großmutter schon vor langer Zeit : immer gesagt, besonders wenn Ihr Euren Gebetmantel; und die Gebetriemen anhabt." Aber ich meine, wir / lassen die Pferde im Galopp den Berg hinabjagen und - lassen die wilden Katzen und die bösen Geister, die auch / Gestalt und Stimme von kleinen Kindern' annehmen j können, ungestört." .; / ..i*>; j „Daß Du eine so feige Memme bist, von der Seite habe ich Dich noch gar nicht gekannt. Wenn Du Dich fürchtest, dann gehe ich selbst der Stimme nach, wir v müssen doch sehen, was das ist." ° > : Mit diesen Worten stieg Feiwel vom Wagen und . ging nur wenige Schritte seitwärts. Da lag in elende Lumpen gewickelt ein weinendes Knäbchen, das nach seiner ^Schätzung 2—3 Monate alt sein mochte.. Mitleidig hob er es auf und trug es in den Wagen. . , „Da hast Du Deine Wildkatze, dummer, feiger Mensch. Wenn ich Dir gefolgt hätte, wäre das arme Würmchen hier zu Grunde gegangen. - Jetzt aber fahre so schnell Du kannst, damit das ausgehungerte Ding etwas warme Milch bekommt. Vorwärts, Galopp!" - Mitleidig betrachtete Feiwel das Kindchen. Es . hatte blaue Augen, blondes, starkes Haar und ein Herr- ' liches. rundes Gesichtchen. Wie war das Kind in diese - Wildniß gekommen? Was wird seine Frau zu dem Geschenk sagen, das er ihr da-mitbrachte, was sollte mit./, dem Kinde geschehen? : -; " Diese und eine Masse anderer Fragen wirbelten. .. Feiwel durch den Kopf, als sein Äroßknecht sich vont ' Kutschersitz umwandte und ihn flehentlich bat, jetzt, wo sie den Wald hinter sich hatten, das Kind auszusetzen. *>'v Das sei der Satan , in Gestalt eines Knaben, er könne zu Hause fragen, wen er wolle, das wissen alle, daß.das .•**, eine von den beliebtesten Vermummungen sei/ die der'^ 7. . Teufel, annehme.- -°L >:/ V l/v .Feiwel erschrack vor diesem stupiden. Merglal.lben,. . der keiner edlen.. menschlichen Regüng fä^g war/^ÄW >ZJ Schrecken dachte er. an. die Möglichkeit,.'^ dgü cher^beLj. ^/L^EteMenschim^seiNe^dunMem'' EmDl?^dem Äe^ '' finde und der"ganzen Umgegend erzählen könne, daß der leibhaftige Satan im Hause des Juden sei. Was das

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