Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 99 (15.12.1902)
- Date
- 1902-12-15
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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2099 und Gönner zu verdienen und durch gesteigerte Leistungen noch Zu erhöhen. Gediegene Aufsätze belehren über die alten, ewig neuen Wahrheiten des Judenthums und lehren, an ihrem Maßstabe gemessen, alle Phasen und Gestaltungen der zeitgenössischen Judenheit richtig zu würdigen. Berichte aus allen Orten ihrer Zerstreuung, diesseits und jenseits des Ozeans,; bringen die räumlich Entfernten durch den Hinweis auf die Gleichartigkeit ihres Schicksals imer näher und bestätigen so auf's neue die alte Wahrheit, daß mächtige Wasserfluthen die Liebe nicht zu verlöschen und keine Strömungen sie fortzureißen vermögen. Spannende -Darstellungen und Erzählungen aus Vergangenheit und Gegenwart belehren die Leser des „Israelit" über unsere große Geschichte und deren Helden, deren mächtiger geistiger Flügelschlag noch in unsere Tage und weit über dieselben hinaus die Geister und Gemüther bewegt. Zahllos sind die Anlässe, in welchen es dem >,Jsraelit" vergönnt war, die Leiden und Thränen der jüdischen Zerstreuten zu mildern, welche der Druck herber, äußerer Geschicke zur Folge hatte. Die Aufrufe des „Israelit", durch die Liebe die Wunden zu heilen, welche der Haß und die elementaren Mächte geschlagen, haben nie ihre Wirkung verfehlt und haben jederzeit den in jedem.jüdischen Herzen schlummernden Wohlthätigkeitssinn zu herrlichen Liebesthaten angeregt. Biele Hunderttausende hat in den 43 Jahren seines Bestandes der „Israelit" für die Armen des heiligen Landes und für die Unglücklichen in allen Herren Ländern gesammelt und sie ihrem Zwecke zugesührt. Außer diesem idealen Bande ist es noch ein ungemein praktisches, durch welches der Jnseratentheil des „Israelit" alle seine Leser in allen Theilen der Erde miteinander verbindet. Mehr als je ist der Erfolg einer ganzen Reihe von geschäftlichen, persönlichen und allgemeinen Anliegen durch die öffentliche Ankündigung in der Tagespresse bedingt. Für uns Juden, die wir bei der Eigenart unserer religiösen und sozialen Stellung mehr als irgend Jemand sonst auf uns selbst angewiesen sind, erscheint diese Art der öffentlichen Verständigung besonders am Platze. Die Wirksamkeit derartiger Anzeigen ist selbstverständlich in erster Reihe von der Verbreitung des Blattes abhängig, welches die Anzeige enthält. Der Umstand," daß der „Israelit" nicht nur in Europa, sondern auch in Amerika, Asien, Australien und Afrika einen verbreiteten Stamm langjähriger Leser hat. erklärt den Erfolg, den Anzeigen im „Israelit" jederzeit Haben. In wenigen Tagen zieht das Chanukafest mit seinem Lichtgruß bei uns ein. Es bringt. Alle zusammengenommen, jedem Einzelnen so viele Lichter, als der „Israelit" nunmehr Jahre zählt, wenn man das Bedienungslicht, den Schämesch, mitzählt. Obwohl dieses Bedienungslicht nicht religionsgesetzlich. .vor^eschriebenist, fehlt es dochbei keinem' Chanükäleüchter. Man hat in diesem, die Chanukalichter entzündenden Schamesch-Lichte, dem alle die anderen ihren Licht- . glanz verdanken, und der trotzdem bescheiden als „Diener" gesondert abseits stehk, nicht mit Unrecht, ein Symbol Israels erblickt. Auch es hat der Welt das Licht der. Thora und der Erkenntniß Gottes gebracht, dafür muß es abseits und gesondert von den irdischen Lichtträgern stehen, die auf es, als auf ihren „Diener", hinabblicken. So dient Israel der Menschheit, indem es sie belehrt und erleuchtet, und in 'diesem Sinne: möchte auch der „Israelit" als Träger des Stammes Israel dem Kreise seiner Leser dienen und ihm Erleuchtung und Beleuchtung bringen, für die Kämpfe, die unser warten. ' Als Vater Jakob seinen nächtlichen Ringkampf kämpfte, erschien ihm der Gegner nach einer Ansicht als Thoragelehrter, nach anderer Ansicht als Nichtjude. „In unserer Zeit finden wir diese beiden Gegensätze oft in einer und derselben Person vereinigt. Während die Thorakenntniß immer mehr aus den jüdischen Reihen zu schwinden droht, werfen sich heute mit merkwürdigem Eifer nichtjüdijche Gelehrte auf das Studium der Thora und erreichen darin eine erstaunliche Fertigkeit, die sie dann zur Bekämpfung der Thora verwenden und zur Verherrlichung ihrer Religion auf Kosten des Judenthums. Dagegen wenden jüdische Gelehrte ostentativ der Thora den Rücken und leugnen deren Göttlichkeit und Verbindlichkeit in einer Weise, wie dies sonst naturgemäß nur von nichtjüdischen Gelehrten geschieht. Sie nennen diesen archäologischen, philologischen und historischen Krimskram: die Wissenschaft des Judenthums, und besorgen unter der Etiqüette jüdischer Talmide Chachamim die Geschäfte tendenziöser, christlicher Theologen. * , ' Diese und eine ganze Anzahl anderer Jrrthümer zu bekämpfen, steht der „Israelit" auf seiner Warte. Er betritt mit dem Dank gegen Gott für die Vergangenheit und der Bitte für die Zukunft das vierundvierzigste Jahr seiner Wirksamkeit. — ' Möge cs ihm beschieden sein, im Geiste seines - Begründers unserer heiligen Sache zu dienen und ihr immer mehr Geister und Gemüther zu gewinnen. Möge dieser unser Dienst den Beifall unseres himmlischen Vaters finden, möge der „Israelit" des göttlichen, Segens und der himmlischen Anerkennung sich auch in Zukunft erfreuen dürfen, wie sich dieselbe in die Worte - kleidet: W* 12 : * •) Jedem unserer verehrten Leser, der uns nachweisbar einen Abonnenten znsührt, erstatten wir unsere Dankbarkeitdadurch, da» wir lhm für jeden gewonnenen Bezieher d. ..Israelit" ein Werk aus unserem Berlage vis zum Betrage von M. 1J30 Ladenpreis zur Verfügung rc:- m—. Werke f v Beilage. iivir.r-