Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 98 (11.12.1902)
- Date
- 1902-12-11
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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* ■ Die Lerche in die Lüste steigt. Der Löwe brüllt, wenn er nicht schweigt. .. - . - Münchner A. B. C. . Zum zweiten Male erschien ein Artikel von Dr. Löwe über die Chalukoh., - Ist es nöthig, darauf zu antworten? Nach meiner Ansicht entschieden nicht. Ich glaube, annehmen zu dürfen, daß Unparteiische nach aufmerksamer Lektüre dessenwas von beiden Seiten gesagt ist, einsehen müssen, daß der Angriff von Dr. Löwe vollkommen unbegründet war. während Parteiische auch durch Dutzende von Zeitungsartikeln nicht zu überzeugen sind. Und was den schädlichen Einfluß von Dr. Lowe's Artikeln anbetrifft, die zahllosen, in den letzten Wochen erfolgten Beweise von Sympathie für das Wirken der Pekidim und Amarkalim, lassen an Deutlichkeit nichts zu. wünschen übrig und können uns dieserhalb beruhigen. . •. Da ich jedoch zufolge einiger, von geschätzter Seite an mich gerichteten Fragen, es wünschenswerth finde, nochmals öffentlich auf die Angelegenheit zurückzukommen, will ich auch an Dr. Löwe auf einige seiner Bemerkungen mit einer Duplik dienen. Die gestellten Fragen werden damit auch ihre Beantwortung finden. Wirklich, ich bewundere den Muth des Löwen! Er muß die ihm unterthänigen Thiere des Waldes, wollte sagen die Leser seiner Rundschau, doch für gar einfältig halten. Könnte er sonst behaupten: „Es ist unwahr, daß ich gegen die Chalukoh geschrieben habe. Ich habe mich" — er fügt noch gar hinzu: „wie unsere Leser wohl wissen" — „nicht gegen die Sammlung und Vertheilung der Chalukoh gewendet, sondern lediglich dagegen, daß sie unter der Spitzmarke „Für die Gesammtheit der palästinensischen Armen" gesammelt und abgerechnet wird." Aber, lieber Himmel, ist denn sein erster Artikel etwas anderes, als ein Plaidoyer gegen die Bertheilung der für Palästina einkommenden Gelder?! Schreibt er unter anderem nicht auch, daß man das Geld.verwenden soll, um marokkanische und yemenitische Juden in den Kolonien als Arbeiter und Tagelöhner zu beschäftigen, um sie allmählich als kleine Eigenthümer anzüsiedeln? /.•■■■ *) Der aufmerksame Leser wird bemerkt haben daß sich in dem vorigen Artikel einige Druckfehler eingeschlichen haben. So stand z.A. „beabsichtige" für beabsichtigte „denniach" für dennoch, dann in den zweiten Spalte der ersten Seite des Artikels, siebzehnte Reibe von oben der erste der drei genannten Herrn, wo es der zweite heißen soll. Es war nämlich Herr Lehren gememt. „Es ist ferner unwahr," schreibt Dr. Löwe, „daß ich nur in allgemeinen Ausdrücken über die jetzige Ver- / theilung gesprochen habe. Ich habe angegeben, in^wel- < cher Weise an einzelne Personen das Geld verschleudert?' wird." „I ch habe angegeben!" Wissen Sie,, was?. Sie gethan haben, werther Herr Doktor? .„Nichts? anderes, absolut nichts« n d e r e s, als ganz einfach einige durch Pekidim und Amarkalim veröffentlichte Namen und Zahlen ab geschrieben.". Lächerlich, mehr als lächerlich ist es. dann auch, wenn Sie von oben herunter erklären: „Ich bin bereit, vor jedem Forum die Wahrheit meiner Angaben zu beweisen," und wenn Sie sagen: „Ich.habe, Namen und Summen genannt und ich hätte erwarten sollen, daß Herr Abrahams erklärt hätte, es wäre, auch nur eine einzige Zahl und ein einziger Name nicht; korrekt." : Denn die Namen und Summen sind, wie gesagt, nichts anderes, als eine Kopie der .letzterschienenen Iah-. resabrechnung von Pekidim und Amarkalim. Das einzige Originelle, was Siethaten,' war, auf die meist primitive Weise l’art <le grouper les chiffres anwendend, enige Zahlen so zu „fristren", daß man meinen ' könnte, es bekämen einzelne Personen verhältnißmaßig riesige Summen.? -/;V:? Und sicherlich sprechen Sie nur in allgemeinen Ausdrücken, wenn Sie behaupten, der größte Theit der Gelder würde an Wohlhabende verschleudert. Oder meinen Sie vielleicht, daß alle Mitglieder der deutsch-, holländischen Gemeinde wohlhabend sind? Dann oie- . ses deutlich und ohne Umschweife gesagt und bewiesen.. Uebrigens, in Ihrem letzten Artikel verlangen Sie großmüthig nur noch, keinen einzigen Pfennig mehr an die Majorität der deutsch-holländischen Gemeinde zur Auszahlung gelangen zu lassen. ' ' ' Ist das nicht aber auch nur in allgemeinen Ausdrücken gesprochen? - : - Nein, wenn man Einspruch zu erheben hat gegen Unterstützung an Mitglieder der deutsch-holländischen Gemeinde, dann muß man deutlich sagen, welche Leute es sind und aus welchen Gründen sie keine Ansprüche auf Unterstützung haben. Denn sehen Sie, werther Herr Doktor, auf eine in so allgemeinen Ausdrücken erfolgte Erklärung, Jemandem Unterstützung zu. entziehen, wird Niemand.einfallen, von wem diese Erklärung auch ausgehen mag, aber gewiß nicht, wenn die Erklärung von Ihnen kommt. Denn Sie, dem in Bezug auf andere das Wort „unwahr" so schnell entschlüpft, Sir erinnern mich an em holländisches Sprichwort: „Wie der Wirth ist, so denkt er über seine Gäste."' - - /V .-