Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1902-12-11 · Heft 98 (11.12.1902) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 98 (11.12.1902)
Date
1902-12-11
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2449795-2449885--57208-2519911
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

eine und dieselbe Zeltperiode handeln kann. Epstein streicht, einer Ausgabe des Scherira-Vriefes folgend, die Worte ^nach Rabbi" und verwickelt sich dadurch in unlösliche Widersprüche; trotzdem bekämpft er die einfache Lösung Halevys, der annimmt, daß an der ersten Stelle unter Rabbi nicht R. Jehuda Hanassi, sondern RaLbi Jehudü Nessia zu verstehen, bezw. so zü lesen seidessen Name ja auch sonst in Folge dieser Ähnlichkeit der Bezeichnung mit dem des Erstgenannten oft verwechselt werde. (Einen interessanten Beleg s. S. 8, Anmerk. 4.) Halevy stützt aber feine Behauptung nicht auf. diese Konjektur allein, wenn er auch deren Vorzüge' vor der Textänderung . der Goldberg'fchen Scherira-Edition nachweist, sondern er weist eingehend aus den Tälmüden nach, daß Rab bei Lebzeiten Rabbis nur kurze Zeit in Babylonien war, daß er wie sein Reisegefährte Räbbä bar Chana von dort wieder zu-- rückkehrte, und daß er bis gegen das Ende der Lebenszeit des R. Jehuda Nessia in Palästina blieb, um erst dann zü dauerndem Aufenthalt in feine Heimath zurüäzukehren. Der Verfasser behandelt ausführlich die angeführten. Gründe und Gegengründe und nimmt bei dieser Auseinandersetzung auch Gelegenheit, .die Methode Epsteins zu beleuchten, der den engen Zusammenhang zweier Fragen anerkennt, aber es dennoch für möglich hält, die eine ohne die andere zu entscheiden, der ' z. B. Halevy's Abhandlungen über den Tod Rabbis und das Zeitalter seiner unmittelbaren Nachfolger ignorirt und die nach seinem eigenen Urtheil davon unzertrennliche Frage nach dem Zeitpunkte der Nieder-, lassung Rabs in Babylonien ohne Rücksicht auf die Resultate jener Abhandlungen beantworten will, der einen Halevy'schen Beweis dafür, daß Rab noch zu R. Gamliels Zeiten in Palästina war, in einem einzigen W o r 1 e finden und darum als nicht stichhaltig ablehnen will (nebenbei bemerkt mit Hilfe einer, bei anderer Gelegenheit zum ersten Male von Halevy gegebenen Deutung des betreffenden Wortes), während eine Betrachtung des I rr h alts der von Halevy zitirten Talmudstelle die Unwiderleglichkeit des Beweises darthut. Der Vers, folgt den Epstein'schen Auseinandersetzungen Schritt für Schritt und weist nach, wie wenigste geeignet .sind, die Halevy'sche Beweisführung zu erschüttern, Wie diese, aber auch, weil sie Behauptungen nicht auf - ein e Belegstelle stützt, sondern aus vielen,, von einander unabhängigen Stellen erhärtet, durch die Epstein'schen Einwände nicht widerlegt wäre, _ weil Epstein an mehreren, für sich allein genügenden Beweisen, ohne den Versuch einer Widerlegung, vorübergeheü müßte. - Der Verfasser nimmt ferner Gelegenheit, aüch 'chid . - absoluteUnzulänglichkeit. der Arbeiten. .'FrayMS ^ür^vorlregeMnFrage uachzuweisender es'. ' ftrüg, MntztAHüb Hrtte.Schule zü Lebzeiten Rabbis gründen üuÄ'ihn däÜn nach ZMästina züruckkehren zü' Iap5 ünü 'än^dem 'Veifbiel vrelfacher Korrekturen in - .. yit •ü-rnmr.u:.'.Nk'1;..'rs-Nriru.ls'-}K ' einer Stelle des unzuverlässigen „Seder Tannalm Weamoraim" die Willkür zu kennzeichnen, mit welcher Rappopc-rt, um seine Hypothesen zu stützen, die nach seiner Ansicht beweiskräftigen Qüellenberichte behandelt; -- r v;-: . Es ist hier nicht möglich, ^uf Einzelheiten noch naher : - einzugehen; bie Schrift ist klar und überzeugend 'ge-' schrieben und bietet dem Verständniß auch desjenigen Lesers keine Schwierigkeit, der die behandelten Arbeiten Halevy's und Epstein's nicht gelesen hat; sie führt alle Belegstellen in extenso an und erleichtert dadurch die Kontrole der aufgestellten Behauptungen. Auch derjenige aber, für welchen die Frage bereits durch das Studium des „Doroth Harischonim" und der schwachen Epsiein'schen Einwendungen geklärt ist, findet Neues in der Schrift, da diese, nach schriftlichen Aufzeichnungen Halevy's, eine eingehende Darlegung über rabbinische Autorisation enthält und dabet interessante Aufklärungen über die schwierige Materie und einige bezügliche Talmudstellen.bringt. ' Ein letzter Abschnitt der Schrift beschäftigt sich mit dem ersten Theil des Elbogen'schen Aufsatzes,') weist dessen unbegründete, persönliche Ausfälle gegen den Verfasser des „Doroth Harischonim" und seine Methode 'gründlich und vornehm zurück und liefert, den Nachweis dafür, - daß alle diese Angriffe auf tendenziöser Entstellung, sowie theils freiwilligen, theils unfreiwilligen Mißverständnissen beruhen.. > Nach diesen Darlegungen bedarf es keines weiteren Beweises dafür, daß wir weder durch Epstein, noch durch Elbogen uns in dem Glauben an einen Fortschritt der jüdischen Wissenschaft irre machen lassen können -und daß .wir die Arbeiten Beider als das erkennen müssen, was sie sind, als Versuche, diesen Fortschritt ' aufzuhalten, um den Nimbus der vergötterten Heroen, der-..jüdischen Wissenschaft" zü retten, welche zur. Begründung und- Rechtfertigung der Reform nöthig war und ist, und welcher Halevy durch die erdrückende Beweiskraft seinerepochemachenden Forschungen -" sein ' „.I'ueense*- entgegengeschleudert hat; - La verit6 est en marche. Das werden alle Leser dieser Schrift'erkennen, der. wir darum weiteste Verbreitung wünschen. /• ‘.war - 3) Es sei hier zur Berichtigung eines Druckfehlers uns S. 50 der vorliegenden Schrift bemerkt, daß Elboacns Aussatz im Heft 1-2 des.40. Zahraanges der Jrankel»(tzräv,scheu Monatsschrift er» - schienen ist. Das Homnannsche Zitat iS. 62) ist Nr. 7. Jahrgang 1001. der lBcrlmec) Israelitischen Monatsschrift" entnommen. — . Eine Anzahl kleinerer Druckfehler wird sich der Leser selbst be» richtigen; hingewiesen sei hier noch darauf. daß S. 0, Zeile 19 - »kleine zu itrcichen. S. 13 Z. 21 statt vorbereitet, ..arbeitet" zu lesen ist und daß in dem hebräischen Tert. der auf S. 7 zitierten Stelle dcS> : vcherrra-Briefes außer kleinen Druckfehlern sich eine Lücke nach : dem Worte rrc?a befindet, die sich aus der wörtlichen Uebersetumg ^des Zitats.unschwer.ergänzen läßt. ... .... - . ' - . i

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.