Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 98 (11.12.1902)
- Date
- 1902-12-11
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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- Aurich 1× ep/1044059
- Emden 1× ep/1044505
- Jever 1× ep/1047966
- Voltaire 1× ep/1025731
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ir t f>. - - j i i i I i I i!! j l |!!■ . 2079 ZerkmgsKsHsrHSsK mW Tsrxsspo§rvMAM. Deutschland. - Leer i. Ostfriesland. In der Schabbosnacht vom 22. auf den 23. November ist im Alter von 52 Jahren, in Folge einer Herzlähmung, ein sehr wohlthätiger Mann zu einem besseren Leben eingezogen, der es wohl verdient, daß seiner in diesem Blatte ehrend gedacht wird; es ist Herr Gerson Pels s.. A. Er hatte das Lehrerseminar in Hannover besucht und mehrere Lehrerstellen in der. Provinz Hannover, in Westfalen und der Rheinprcvinz bekleidet, hat sich aber später dem kaufmännischen Berufe gewidmet und hier in Leer ein Manufakturwaarengeschütt gegründet. Selbst schon früh verwaist, fühlte er was es heißt, keine Heimath mehr zu haben, weßhalb.er sich ganz besonders derer angenommen hat, die von ihrer heimathlichen Erdscholle vertrieben worden sind; denn als aus Rußland vertriebene Juden 1890 und 1891 nach Argentinien auswanderten, sammelte er unermüdlich-Gelder für die. Unglücklichen und gab selbst aus seinen Mitteln, soviel er nur eben vermochte, ging .täglich mehrmals mit einigen wohlthätigen Frauen zur Bahn und erquickte mit Speise und Trank die hier durchkommenden, über Holland fahrenden Auswanderer, deren Znhl manchmal -2—300 Personen betrug. Auch sonst hat er viel Gutes gethan. Mit dem Glaubenseifer eines Pinchas .trät er gegen den Antisemitismus öffentlich auf. Er verbreitete in Ostfriesland und weit über die Grenzen Ostfriesländs hinaus Flugblätter, in denen er die Verleumdungen der Antisemiten widerlegte, wodurch er bewirkte, daß die antisemitischen Redner in Aurich. Emden, Norden, Jever und an anderen Orten Ostfries- . lands nicht wieder aufgetreten sind. In Folge eines von dem Verstorbenen früher geäußerten Wunsches ist er in Emden an der Seite seiner früh Heimgegangenen Eltern zur letzten Ruhe gebettet worden, woselbst Herr Landrabbiner Dr. Lob eine tief ergreifende Rede hielt. Möge der Entschlafene sanft und in Frieden ruhen. Ehre seinem Andenken! Cassel, 8. Dez. Am letzten Samstag hatte das hiesige. israelitische / Waisenhaus hohen Besuch. Se. Excellenz der Herr Oberpräsident und Staatsminister Graf von Zedlitz-Trützschler, Herr Regierungspräsident Freiherr von Trott zu Sitz,, Herr Oberbürgermeister Dr. Müller, Herr Bürgermeister Dr. Jochmus und Herr Stadtschulrath Bornemann, .. nahmen die im 'Sitzungssaal der Anstalt ausgestellten Gegenstände des Handfertigkeitsunterrichts.in.Augenschein und würdigten dieselben eingehender Beobachtung Die Aus- 'stellung bot ein überraschendes Bild von der Leistungsfähigkeit der Schüler, zumal die Uebungen in der Handfertigkeit nur . eine Nebenbeschäftigung bilden. Beliebt es einem Kinde, in seiner freien Zeit sich , nicht mit 'Le/// sen oder dergl. zu beschäftigen, dann nimmt es sein. Holzmodell und Kerbschnitzmesser zur Hand und arbei-- / tet. Auf diese Weise wurde die Lust und Liebe zu den Arbeiten geweckt und erhalten. Wohl.260—300 Ge/ genstände sind gearbeitet worden. Als Material wurden Modelle aus Linoleum und Holz benutzt. Wir sähen: Lampenteller,: Schreibmappen, Bilderrahmen, Tische, Schränke. Zeitungsmappen, Barometer. Thermometer, . Papierkörbe, Stollenbretter, Servierbretter, Bröd- und Kuchenteller, Tischläufer, Truhen, Schlüsselschränke/ Handschuhkasten u. s. f. Alle Arbeiten, sowohl die-/ . jenigen,. welche von den jüngeren, als auch diejenigen,/, welche von den älteren Zöglingen angefertigt, ließen, v deutlich erkennen, mit welchem Fleiß und Eifer, sie'an-/ gefertigt wurden. Der Herr Oberpräsident sprach auch' ' einige Knaben an und dankte Herrn Inspektor Scheye / für seine Hingebung und die ausgezeichnete. Leistung des Instituts in warmen Worten. Auch die zweckmäßige - Einrichtung des inneren Hauses, welches in allen Thei- / len besichtigt wurde, wie das gesunde Aüssehen.der... Kinder fanden bei seiner Excellenz und den Vertretern. . der Staats- und Stadtbehörden den lebhaften Beifalls Sicherlich wird der letzte Samstag dem rührigen Kuratorium des Waisenhauses als Ehrentag in bleibender V Erinnerung ,bleiben und die Anerkennung.vpn..solch', berufener Seite die 'Herren in ihrem selöstlösen Streben kräftigen/ . / ,.. /- Fra n k r e ich. ' Paris, 7. Dez. Jaures, Pressense und Brisson haben den Gesetzesvorschlag eingebrachi, daß die Leiche Zola's im Pantheon ruhen solle. Das Pantheon, ein /. Meisterwerk der Architektur, ist dazu bestimmt, die Reste/ großer, um das Vaterland und die Menschheit wohlverdienter Männer aufzunehmen. Im Pantheon ruhen - auch Voltaire und Rousseau. Das Gebäude trägt die./ Inschrift: Aux grands hommes la patrie reon/ naissiante; ,/ .-;: //./-:/ Bei der jetzigen Zusammensetzung der gesetzgebenden Körperschäflen unterliegt es keinem Zweifel; daß dieser. Vorschlag zur Annahme gelangen wird. Die Namen der Männer, die diesen Gesetzesvorschlag, ust/ terzeichnet haben, beweisen klar und deutlich; daß. diese' höchste Ehrung nicht nur dem Schriftsteller Zola gilt,./ / sondern vor allen Dingen dem wackeren.und energischen/ ' Vertheidiger der Wahrheit und/-hes Rechts./ Zvlä hat./ . über vierzig. Bände geschrieben, .in.denen. sich'.ein PsyHo- - r,1'aveustz/ der /nicht, /mehr äls/Lrei . ' faßt, mehr zur Unsterblichkeit seines Namens beige-' tragen, als seine , vierzig Bände. So. groß und nachhaltig ist die Wirkung großer und uneigennütziges Thaten. /. /./•/ /... ’/-.>/.//':